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Die mir bis dato gänzlich unbekannten ALKEMYST aus Fronkreisch versuchten ihr Glück bereits ab Mitte der 90er unter dem Pseudonym ENDLESS - ein Name, der blöderweise jedoch schon von einer anderen Kapelle verwendet wurde. Unverkennbar von der "German wave of Heavy Metal" beeinflußt, haben sie sicher auch die eine oder andere Platte der Altvorderen des Genres im Kästchen stehen. In Kombination mit dem eher dunklen Riffing von VICIOUS RUMOURS und ANNIHILATOR ergibt sich vom Fleck weg eine ziemlich klasse Melange, und auch einige spärliche, progressive Einflüsse quasi als Sahnehäubchen spannen sich von DREAM THEATER über RUSH bis hin zu ARK. Doch damit übertreiben sies gottlob auch wieder nicht, ALKEMYST definieren sie sich anno 2003 durch ihren recht knackigen Power Metal. Schon das erste Demo "A path to heaven" wußte 1999 sowohl Kritiker als auch Fans zu begeistern. Adäquate Live-Erfahrung sammelten die Herrschaften im Land der Tricolore durch Support-Shows von DREAM CHILD und DYSLESIA. Dann kam der Split, und Ersatz für den Stamm-Vokalisten Fabrice fand sich im italienischen Sänger Ramon Messina, mehr oder minder bekannt durch sein Wirken bei der Symphonic-Formation SECRET SPHERE, bei denen er bisher in Lohn und Brot stand. Mich erinnert er zeitweise an Chris Collins, den allerersten DREAM THEATER-Sänger (damals noch MAJESTY), falls den noch wer kennt, doch etwas hinkt er den Besseren seiner Zunft sicherlich noch etwas hinterher. Bei den Recording-Sessions jedoch war ihnen das Glück nicht hold, es gab einen unvorhergesehenen Zwischenfall: Bis auf zwei Tracks wurde das gesamte Album ein Opfer der Technik - fast alles war gelöscht worden! Unfreiwillig wurde dieses übriggebliebene "2-Track-Demo" immerhin Sieger bei der ROCK HARD-Competition 2002 in Frankreich, und das neben Künstlern wie SYMPHONY X und Yngwie Malmsteen! "Meeting in the mist" wurde nochmals komplett aufgenommen, diesmal aber richtig und unter der professionellen Leitung von Mika Jussila in den Finnvox Studios in Helsinki. Besagter Longplayer zeichnet sich durch kontrastreiche Arrangements, kraftvolle Chöre und lebendige Songs aus, ja, er besitzt einfach Atmosphäre! Nach kurzem Intro schrubben sich die Buben in bester HELLOWEEN-Marnier durch "Still alive", die Originalität bleibt schon zu diesem frühen Zeitpunkt etwas auf der Strecke. Doch man begeht nicht den folgenschweren Fehler und setzt durchgehend auf Gas - nein! Raffiniert werden mal hier, mal dort balladeske und hymnische Midtempo-Parts eingewoben, "Empty skies" wird aus heiterem Himmel sogar mit einer Funk(!)-Einlage aufpoliert! Herzstück und Abschluß des Albums ist das in zwei Kapitel unterteilte "Nameless son", am Beginn ein heftig-gediegender Kracher, der schwer Eindruck schindet, im zweiten Teil vollzieht sich dann die Metamorphose zu einer atmosphärisch dichten Halbballade, in der auch Sänger Ramon ziemlich glänzen kann. Aus dem aber komplett unnötigen Promo-Bonustrack mit Harmonika und Telefonbimmeln werde ich allerdings bis heute nicht schlau. ;-)
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Französische Revolution ist es keine, trotzdem ein durchaus achtbares Power Metal-Teil. - M. W.
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