ANGRA - "Hunters and prey"
SPV/release.at
Und auch ANGRA beteiligen sich an dem offensichtlichen Modetrend der letzten Zeit, EPs zu veröffentlichen. EPs, die noch dazu eine längere Spieldauer haben als Full Length-Releases so mancher anderen Band. Auch "Hunters and prey" bringt es auf satte 38 Minuten bzw. acht Songs und steht damit beispielsweise der "Rain of a thousand flames"-Scheibe von RHAPSODY kaum nach. ANGRA knüpfen mit "Hunters and prey" nahtlos an die tolle letztjährige Comeback-CD "Rebirth" (nach dem Ausstieg dreier Gründungsmitglieder!) an und bieten dem geneigten Fan der Brasilianer (und nicht nur dem!) einiges an Kaufanreizen. Da wären der Titeltrack und "Eyes of christ", zwei einprägsame Midtempo-Songs, ersteres in der normalen Version und auf portugiesisch; Akustikversionen von zwei Songs des letzten Albums ("Rebirth" und "Heroes of sand"); dazu das schnelle "Live and learn", welches in typischer ANGRA-Manier speedigen Power Metal feinster europäischer Prägung mit brasilianischen Ethno-Elementen verbindet; die Ballade "Bleeding heart" und quasi als "Zuckerl" eine Coverversion des GENESIS-Klassikers "Mama", bei der es ANGRA gelungen ist, eine eigene (Ethno-)Note einfließen zu lassen, ohne Verhunzung zu betreiben. Äußerst lobenswert übrigens, daß die Band sich für diesen Song und nicht für das ähnliche, aber abgelutschte "In the air tonight" von Phil Collins entschieden hat.
ANGRA sind stärker denn je zurück, "Hunters and prey" sollten die letzten Zweifel ausgeräumt haben. - J. S.