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Ich liege hier völlig plattgewalzt vor meiner Anlage und kann diesen Orkan namens "Ultra motion", der für mein K.O. verantwortlich ist, noch immer nicht fassen. Besagter Song ist der Opener der neuen ANNIHILATOR-Scheibe "Waking the fury" und klingt, als ob 5 blutjunge, hungrige, angepißte langhaarige Typen ein Studio geentert und all ihrem Haß und ihren Aggressionen in Silber gebrannt hätten - aber ganz sicher nicht nach einem glücklich verheirateten 35-Jährigen, dessen private Situation lt. eigener Aussage "extremely content and balanced" beschaffen ist. Vergeßt "Human insecticide", gegen den Opener von "Waking the fury" ein laues Lüftchen! Das mittlerweile 9. ANNIHILATOR-Album ist zwar zweifelsfrei das aggressivste und härteste der Bandgeschichte, aber Jeff Waters & Co. können diese Vorgabe bis auf den letzten Song "Cold blooded" nicht mehr ganz halten. Was aber irgendwie auch ganz gut so ist, denn man merkt ganz deutlich, daß hier alte, erfahrene Hasen am Werk sind, die nicht den Fehler zahlreicher Jungspunde machen, die permanent am Gaspedal stehen und deren Songwriting auf diese Weise zu gleichförmig gerät. Nein, hier gibts auch all das, für was wir den kanadischen Maestro seit über einer Dekade so lieben: Unverkennbare Melodien (das eingängige, flotte "Striker" oder das verzwickte "Ritual" könnte man sich auch auf "Set the world on fire" vorstellen), irrwitzige Gitarrenorgien ("Ultra motion" und "Cold blooded") und die eine oder andere schräge Einlage ("Prime time killing") sowie - ebenso wie auf dem Vorgänger "Carnival diablos" ("Shallow grave") - einen simplen Heavy-Rocker ("Nothing to me"). Jeff Waters hat übrigens eine Premiere zu feiern, denn mit Joe Comeau singt zum ersten Mal in der bewegten Bandhistory derselbe Sänger auf zwei aufeinanderfolgenden Alben. Und zeigt auch auf "Waking the fury", daß er dieses Vertrauen verdient hat und die richtige Wahl darstellt. Es gibt nämlich nicht sehr viele Shouter im Metal-Bereich, die über so eine variable Stimme verfügen. Ein Wort noch zum Sound: Diesmal ist speziell die Gitarrenproduktion so rauh, ja fast krachig bzw. "noisig" ausgefallen, daß man sich fragt, ob dies wirklich schon das Endprodukt darstellt (die Promos wurden ja schon mehr als 2 Monate vor dem offiziellen Release ausgeliefert) oder um einen Rough-Mix.
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In der Form werden wir mit Mr. Waters auch noch als Mittvierziger viel Freude haben. - J. S.
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