ARMORED SAINT - "Nod to the old school"
Metal Blade/NSM
Alle Fans herhören, ARMORED SAINT haben ihren gepanzerten heiligen Raritätenschrank geöffnet! Der Titel "Nod to the old school" wird allerdings erst im zweiten Teil in die Tat umgesetzt. Dafür allerdings umso überzeugender: Insgesamt zehn Demo-Tracks haben die Sandoval-Brüder und ihre Mitstreiter ausgegraben, von denen bisher lediglich "False alarm", "Stricken by fate" (auf "March of the saint") sowie "Reign of fire" (auf "Symbol of salvation") regulär erschienen sind. Rechnet man noch die etwas seltsame Soundcollage "Betty '79" ab, so bleiben sechs bisher unveröffentlichte Nummern über. Und die lassen das Herz jedes langjährigen Supporters von ARMORED SAINT garantiert höher schlagen! Beim 1989er Demo ragt insbesondere das funkige "People" heraus, welches durchaus der heimliche Vorläufer von "Tribal dance" gewesen sein könnte. Doch auch die restlichen, straighteren drei Tracks "Get lost", "Nothing between the ears" und "Pirates" wären auf keinem Album der "gepanzerten Heiligen" negativ aufgefallen. Kein Wunder, sind sie doch für Demo-Verhältnisse extrem gut produziert. Bleiben noch die beiden Songs von 1983, von denen "On the way" ungewöhnlich melodiös und "Lesson well learned" leider zu kurz ausgefallen sind. Die restlichen Nummern auf "Nod to the old school" teilen sich im Verhältnis 2:2:2:2 auf. Die beiden brandneuen Songs "Real swagger" und "Unstable" klingen vielversprechend und lassen für das nächste Studioalbum viel erhoffen. Die Coverversion von "Day of the eagle" (von einem gewissen ROBIN TROWER - nie gehört...) klingt ebenfalls wie eine Eigenkomposition, während "Never satisfied" (vom JUDAS PRIEST-Erstling "Rocka Rolla") doch sehr an das Original angelehnt ist. Bei den zwei Neueinspielungen erweisen sich ARMORED SAINT als etwas schlampig: Bei "March of the saint" (ansonsten gelungen) hat man auf ein neues Intro, bei "Tainted past" hingegen die E-Gitarren vergessen. Bleiben noch die beiden Live-Mitschnitte von "After me, the flood" und "Creepy feelings", die allerdings an die Studio-Originale nicht herankommen. Wer ARMORED SAINT kennenlernen will, sollte sich daher zuerst alle fünf (ich wiederhole: ALLE FÜNF!!!) Studioalben der groovigen Power Metal-Legende zulegen.
Nur für wahre Fans, die werden den zweiten Teil aber heiß lieben - P. Z.