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"Eulen nach Athen tragen" lautet ein beliebtes Sprichwort, um auszudrücken, daß etwas Bestimmtes an einem bestimmten Ort ausreichend vorhanden ist und darum keiner Vermehrung bedarf. Nun haben wir es hier mit einer Band zu tun, die ATHENA heißt. Was schließen wir daraus? Ist die Benennung nach der griechischen Hauptstadt vielleicht als Eingeständnis zu werten, daß in der italienischen (Power) Metal-Szene mittlerweile das Motto Quantität zu Lasten der Qualität geht? Wohl kaum, denn auf seiner mittlerweile dritten Scheibe wartet das Sextett genau mit jenen Klischees auf, die scheuklappige Kritiker fälschlicherweise allen Stiefel-Bands gleichermaßen unterstellen. Anders gesagt: Auf "Twilight of days" findet sich kaum etwas, was die wahren Pasta-Metal-Größen nicht schon in viel besserer Form veröffentlicht haben. Basta! Über dieses Songwriting-Manko von ATHENA kann auch die dem Album zugrundeliegende Konzept-Story nicht hinwegtäuschen, die bei näherer Betrachtung weit mehr bietet als nur abgedroschenes Schwertergerassel. Doch bekanntlich macht der Ton die Musik, und da hapert es auf "Twilight of days" besonders an zwei Stellen ganz gewaltig. Zum einen konnte die Lücke, die der Abgang des hauptamtlichen RHAPSODY-Fronters Fabio Lione (er sang den Vorgänger "A new religion?" ein) aufgerissen hatte, mit Francesco Neretti nicht geschlossen werden. Der stimmliche Umfang des Neulings am ATHENA-Mikro ist nämlich in etwa so beschränkt wie weiland der von Charlie Dominici. Was, den kennt ihr nicht? Kein Wunder, denn der brustbehaarte Mäusepiepser verschwand völlig zu Recht in der Versenkung, nachdem er den instrumental genialen DREAM THEATER-Erstling "When dream and day unite" kaputtgejault hatte (nana, übertreib net! - J. S.). Zum anderen ist die von der Band selbst vorgenommene Produktion so drucklos ausgefallen, daß der durch die oben erwähnte mangelnde Originalität hervorgerufene "Beim einen Ohr rein, beim anderen hinaus"-Effekt noch zusätzlich verstärkt wird.
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Und wieder eine Eule mehr - P. Z.
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