MEGADETH - "The world needs a hero"
Metal-Is/edel
Hat er also doch noch einmal die Kurve gekratzt, der gute alte Mega-Dave! "The world needs a hero" nennt sich das neueste Produkt aus dem Hause MEGADETH, auf dem sich der Metal-Welt wohl berühmtester Rotschopf glücklicherweise vom Industrial-Wahn des Vorgängers "Risk" verabschiedet hat. Die musikalische Kurskorrektur wurde lobenswerterweise auch optisch umgesetzt: Unter dem "alten" MEGADETH-Logo feiert Band-Maskottchen Vic Rattlehead seine persönliche Wiederauferstehung, indem er dem bluttriefenden Corpus seines Herrchens entsteigt. Willkommen daheim, verlorener Sohn! So weit, so gut. Doch was gibt's auf "The world needs a hero" zu hören? Nun, auf der einen Seite sind Mr. Mustaine und sein ständiger Begleiter "Klein-David" Ellefson über weitere Strecken wieder zum "mittelalten" Midtempo-Sound mit den unverwechselbar abgehackten Riffs zurückgekehrt. "Disconnect", "1000 Times Goodbye" oder das mit einem leichten Rock'n Roll-Touch versehene "Dread and the fugitive mind" (Anspieltipp!) hätten ohne weiteres auch auf "Countdown to extinction" oder "Cryptic writings" eine gute Figur abgegeben. Wer jedoch bereits nach "Rust in peace" der Band den Rücken gekehrt hat, wird auch mit "The world needs a hero" nicht wieder zum eingefleischten "'DETH-Metaller" mutieren. Speedig-breaklastiges Material, und das auch nur stellenweise, bieten nämlich lediglich die "Hangar 18"-Fortsetzung "Return to hangar", "Moto psycho" sowie "Warhorse". Mit diesem Song stehen wir allerdings schon wieder vor dem nächsten Problem: "Red Dave" scheint zur Zeit ein Faible für überlange und damit -weilige Songintros zu haben! Das besagte "Kriegspferd" könnte nämlich ohne das vorangegangene "Recipe for hate" nämlich viel befreiter galoppieren, während das abschließende "When" ohne die anfänglichen drei Minuten Psychedelic-Gewaber von seiner lästigen Überlänge befreit wäre. Richtig nervig wird "The world needs a hero" allerdings, wenn MEGADETH wie beim Titeltrack hoffentlich zum letzten Mal pseudo-moderne "Risk"-Töne anschlagen oder mit "Promises" und "Losing my senses" fade Slow-Songs anstimmen. Da waren "A tout le monde" oder "Use the man" schon von anderem Balladen-Kaliber...
Ein erster Schritt in die richtige Richtung, nicht mehr und nicht weniger - P. Z.