DESPERATE CRY - "Theantsaremyfriends"
Demo
Nun sitze ich hier und habe die aussichtslose Aufgabe übertragen bekommen, ein anständiges Review zu einer CD zu schreiben, welche dem gesamten Resurrection-Team aufgrund des Stils ziemlich am Arsch vorbeizugehen scheint und auch mich, trotz Interesses an diversen Musikstilen, ins Grübeln geraten läßt. Denn eine halbwegs objektive Kritik zu einer Musikrichtung zu verfassen, die ich noch nie gemocht, geschweige denn verstanden habe, stößt an die Grenze des Machbaren. Früher spielten die fünf Österreicher noch Hardcore mit Metal-Elementen, inzwischen wurde aber Kurskorrektur in Richtung Punk eingeschlagen und genau das bricht der Band auch das Genick, denn sinnvolle Punk-Reviews in einem METAL-Magazin zu erwarten, ist ungefähr so, wie Ö3-Airplay eines Metal-Songs heraufzubeschwören. 10 Songs bietet das Quintett aus OÖ mit ihrer neuen Eigenproduktion an und setzt dabei auf aggressiven, schnellen non-Kommerz-Sound, dessen Wurzeln noch immer im Hardcore-Bereich zu suchen sind und nichts mit Chartbreakern wie BLINK 182 und Konsorten zu tun hat, auf der andern Seite aber auch weit von PRO-PAIN und härteren Kalibern entfernt ist. Von ziemlichen In-die-Fresse-Songs wie "Spreng die Ketten" oder "MVS" über getragenere Titel wie "Lovesong" versucht die Band zwar, ein wenig Abwechslung in ihre Wutausbrüche zu bekommen, trotzdem rattert die CD ziemlich eintönig am Hörer vorbei, ohne dabei wesentliche Spuren zu hinterlassen. Herausstechend aber ist in jedem Fall Sänger Simon, der seine Stimmbänder so dermaßen malträtiert, dass er selbst heftigste Metal-Shouter in Grund und Boden schreien dürfte, umgekehrt aber leider bei clean gesungenen Parts eher fehl am Platz wirkt und hier keinerlei Akzente setzt. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit von zwei völlig ident gespielten Gitarren habe ich mir auch schon desöfteren gestellt, denn selbst wenn man live damit mehr Druck erreichen kann, sollte man wenigstens an manchen Stellen doch etwas mehr daraus machen! Hin und wieder ein Saxophon in die Songs einzubauen, wäre ganz interessant gewesen, leider scheint auf das Instrument jedoch im Mix vergessen worden zu sein, da es nur im Hintergrund dahindümpelt und dadurch ziemlich nervt. Im Großen und Ganzen eine eher mittelmäßige Angelegenheit, obwohl DESPERATE CRY ja live ziemlich überzeugend sein sollen und mächtig die Sau rauslassen. Bei Interesse wendet Euch am besten an www.desperado.at, um mehr zu "Theantsaremyfriends" und die Band zu erfahren oder fragt über erno666@hotmail.com mal nach dem Preis der CD.
Nur für Metaller, die auch dem Punk etwas abgewinnen können... - C. M.