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FREUND HEIN dürfte für die Meisten ein gängiger Name sein, haben die sechs Chaoten doch schon einige Live-Auftritte hinter sich, und waren auch als Zweitplatzierte des
Austrian Band Contests 2000 beim Maifest im Wiener Prater bzw. auf
der Donauinsel zu bewundern. Wer die Band noch nie auf der Bühne
gesehen hat, verpaßt einiges, denn bei FREUND HEIN kann es durchaus
vorkommen, daß das Keyboard oder die Gitarre wild durch die Luft
geschleudert wird, die Nieten anstatt an der Lederkluft an einem
Schwimmflügel montiert sind, oder daß diverse Lebensmittel durch die
Luft und ins Publikum fliegen. Ich wage zu behaupten, hier von der
originellsten und kränksten Liveband Österreichs zu sprechen,
solltet ihr also den Namen FREUND HEIN auf einem Konzertflyer sehen,
rate ich euch, sie nicht zu verpassen. Neben der genialen Show ist
aber auch die Musik zu beachten, die genauso skurril und abgehoben
ist, wie man es erwarten kann. Selber betiteln sie ihre Klänge als
"melodischen Death Metal", was mir aber schwer zu akzeptieren fällt,
kommen mir bei dieser Bezeichnung eher Bands in der Gangart IN
FLAMES in den Sinn, und mit diesen haben FREUND HEIN nichts am Hut.
Death Metal ist allerdings nicht so falsch gegriffen, allerdings
wird dieser durchsetzt von Keyboards - die aber keineswegs kitschig
klingen, sondern dem kranken Touch der Musik in gewisser Weise ihre
Grundstruktur geben - und diversen Black-, Thrash- und Heavy-Anleihen,
eine Liste weiterer Musikstileinflüsse würde wohl den Rahmen
sprengen. So sind die Songs auch meist ziemlich komplex verstrickt,
aber gerade das macht ein seltsames Album doch aus. Live-Besucher
werden auf dem Promo nichts Neues finden, da die vier Songs allesamt
das Bühnenprogramm beherrschen, allerdings ist es von Vorteil, die
Songs auf CD zu haben, so kann man sich nicht von fliegenden
Keyboardtasten ablenken lassen. Die Warnung "Proberaumaufnahme" auf
dem Cover ist wohl auch eher mit einem Lächeln zu betrachten, wenn
man im Kopf andere Eigenproduktionen hat, die trotz eines Studios
einen Sound hatten, der an diesen nicht mal ansatzweise anknüpfen
kann. Leute mit wirren Gedanken, die sich vor andersartigen
Einflüssen und kranken Songs nicht abschrecken lassen, werden mit
FREUND HEIN wohl ihre Freude haben.
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Abgefahren, krank und skurril! - D. E.
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