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Daß es in der österreichischen Metal-Szene nicht immer Black- und Death Metal sein muß, zeigen uns MELY aus Kärnten. Gothic Rock/Metal ist angesagt, wobei sich dieser nicht auf genretypischen Grunz- und Frauengesang reduziert, sondern eher im Stile von AUTUMN CLAN und JACK FROST daherkommt. Irgendwo in der Schnittmenge zwischen diesen tummeln sich MELY und werfen noch ein wenig END OF GREEN'sche Melancholie ("Dust") sowie Depressionsriffs á la MY DYING BRIDE ein ("Euphoria"). Das Resultat klingt wirklich beachtlich, besonders die ruhigen Akustik/Keyboard-Parts sind mehr als gelungen und verleihen dem Ganzen eine sehr atmosphärische Note. Leider kann der Sound da nicht mithalten, speziell die Gitarren orientieren sich anscheinend am TYPE O-Sound und wirken sehr verwaschen, während das Schlagzeug ziemlich "dahinrumpelt". Was aber der CD eindeutig einen Strich durch die Rechnung macht, ist der Leadgesang. Sobald nämlich Andreas Mataln seine Stimme von ruhigen, tieferen Tonlagen in höhere, kräftigere Bereiche verlagern will, wirkt diese sehr gezwungen und gepreßt und vermittelt nicht mehr jene Emotion, die sie wahrscheinlich transportieren sollte. Besonders dramatisch wird die Lage, wenn MELY mit Background-Gesang experimentieren, denn dann artet dies in ein undefinierbares Gesülze wie bei "To be" aus. Hier besteht eindeutig noch Verbesserungsbedarf. Wenn dies jetzt auch etwas hart klingt, so ist es aber bei weitem nicht so schlimm, wie man jetzt vermuten könnte. Denn mit "...reel through my wave" können mich die Kärtner durchaus überzeugen, vor allem auch deswegen, weil sie gute Songs schreiben können. Meine Favoriten: "Dust" und "Wanna flee". Ein Urteil zum "Lady in black"-Cover soll sich am besten jeder selbst bilden, ebenso zum mißglückten Artwork - vielleicht sollte man doch nicht immer alles selbst in die Hand nehmen. ;-)
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C. M.
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