PSEUDO - "Introversion"
Demo
Bei der Band mit dem sehr eigenwilligen Namen handelt es sich um das Soloprojekt von Toni Meier, der mit Hilfe der Musik seine Gedanken, Gefühle, Ängste und Hoffnungen auszudrücken versucht. Hierbei werden sphärische, klassische Elemente eingesetzt, allerdings befindet man sich tempomäßig eigentlich immer im ganz unteren Bereich und somit haben die Songs einen gewissen betörenden, fast schon hypnotischen Charakter, der den Hörer leicht in einen tranceartigen Zustand verfallen läßt. Gearbeitet wurde mit Streichern, Keyboards - wobei der Protagonist hier ausdrücklich betont, daß er alles selber einspielt, um seine Gefühle auch voll und ganz einbringen zu können - und der sanften Stimme Tonis, was das Ganze sehr minimalistisch erscheinen läßt, allerdings macht gerade das den besonderen Charakter von "Introversion" aus. Man muß sich auf das Gebotene einlassen, die Augen vor den gängigen Klischees schließen und die acht Songs (die übrigens selten kürzer als sieben Minuten sind) einfach auf sich wirken lassen, dann erst entfalten sie ihre volle Wirkung und lassen einen eintauchen in Welten von Angst, Trauer und Hoffnung. Wenn die Stücke doch alle recht ähnlich sind, muß ich hier "Eine Hand voll Staub" hervorheben, da er mich doch ziemlich an die Gangart von "Angst", dem absolut geniale Erstlingswerk von LACRIMOSA erinnert. Erwähnenswert ist außerdem die Homepage www.pseudoe.de, die ebenfalls sehr eigenwillig gestaltet ist und neben Hörproben auch Gedichte und Geschichten von Toni Meier enthält. Der typische Musikkonsument sollte sich hier die Samples downloaden, denn PSEUDO wird wohl nur denen gefallen, die auch ein wenig über den Horizont blicken können.
"Ich sehe mich selbst als das Phänomen, das(s) ich nicht bin" - D. E.