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Braucht die Welt neue RAGE AGAINST THE MACHINE? Das ist die Frage, die mir in den ersten Hörminuten von "Frontline terrorsound" durch den Kopf gegangen ist. Okay, zugegeben, viel andere Referenzen wären mir auch nicht eingefallen, stellten doch RATM die Speerspitze des Crossover-Sounds dar, der mich nie wirklich ernsthaft interessierte. Ausschlaggebend für die frappierende Ähnlichkeit ist aber auf jeden Fall Shouter "a.p.", der Zakk de la Rocha verdammt ähnlich klingt, leider fast zu ähnlich, was sich anfangs auch stark auf den Magen schlägt und mich grübeln läßt, ob das denn nicht zuviel des Guten ist! Irgendwie kann man sich nämlich nur schwer davon lösen, ständig an die Erfinder des politischen Rap Rock/Metal erinnert zu werden... Grundsätzlich schlagen WTM auch sonst in dieselbe Kerbe, geht ihr Sound generell doch auch stark in dieselbe Richtung, wenngleich die Österreicher ein wenig härter und "dreckiger" rocken, was aber definitiv gut ist. Das Quintett geht eindeutig bodenständiger zu Werk, sprich die Gitarren sind einfacher gehalten und bieten so den restlichen Mitgliedern mehr Freiraum. Herausragendster Unterschied von WTM gegenüber anderen Crossover-Bands ist die Integration eines DJs, der zwar im aktuellen Nu Metal-Bereich keine wegweisende Idee darstellt, zum Soundgerüst des Quintetts aber sehr gut dazu paßt, speziell wohl deswegen, weil es sich hier eben um keinen Nu Metal handelt! Was mir an den Österreichern aber am meisten gefällt, ist, daß sie auch ruhige Momente in ihre Songs einfließen lassen, welche eine tolle Atmosphäre aufbauen und nicht ständig stupide Mit-Hüpf-Riffs darstellen. Gleichzeitig wird dadurch auch eine gewisse Eigenständigkeit realisiert, die der Band gut tut. Leider schleicht sich hier auch der erste Kritikpunkt ein, weil gerade manche dieser ruhigeren Teile in nervige Noise-Attacken münden (vgl. "Zero tolerance"), die WTM vielleicht ins Konzept passen, mich als Hörer aber eindeutig stören. Desweiteren wirken ein paar der Songs etwas unstrukturiert und schwer nachvollziehbar, was aber bei solcher Musik nicht avantgardistisch wirkt, sondern eher undurchdacht, denn prägnante Refrains sollten sich meiner Meinung doch in den meisten Songs finden lassen... Dritter und letzter Kritikpunkt findet sich dann noch mal in den Shouts, die man einerseits gezielter mit Effekten belegen hätte können (und nicht wie auf "Borderline" durchgehend), außerdem hätte man sich Ansagen wie "Fuck the police/system" sparen bzw. durchaus passender formulieren können, sind sie doch für die musikalische Leistung WTMs eigentlich zu stereotyp und klischeehaft. Mit dem abschließenden zwölften Track "What" beweisen WTM dann noch, daß sie durchaus in der Lage sind, ein wenig aus ihrem Klangmuster auszubrechen und härtere Töne anzuschlagen, werfen dann als hidden Bonus-Track dafür quasi den Gegenpol dazu in Form eines Hip Hop-Tracks nach. Auch die Aufmachung in Form eines edlen Digipaks zeigt Geschmack und Idealismus, wenngleich man anhand des Covers wohl an alles andere als Rap-Rock denkt. Was mich aber jedes mal von Neuem beschäftigt, ist die Frage, ob diese undefinierbaren glänzenden Flächen nun gewollt waren oder einen fehlerhaften Druck darstellen...?!? Beide Daumen hoch für dieses Österreichische Quintett, das fernab des Trends eine tolle Crossover-Scheibe abgeliefert hat!
Weitere Infos sowie Preis der CD etc. erfahrt Ihr unter
www.witthemovement.com
www.ats-records.com
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RATM-Fans sowie Fans abseits des gängigen Nu Metal-Trends sollten definitiv ein Ohr riskieren! - C. M.
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