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FIRESTORM aus Laa/Thaya sind ohne Zweifel eine der umtriebigsten Nachwuchsbands auf dem (ost-)österreichischen Livesektor. Die mittlerweile zum Quintett angewachsenen Burschen und Mädels fröhnen einem Stil, der in heutigen Zeiten leider ein Schattendasein fristet: Heavy Rock. Zudem hat man sich ein recht umstrittenes Image zugelegt - höchste Zeit also, FIRESTORM interviewtechnisch zu Leibe zu rücken. Leider hat es aufgrund meines Unvermögens, dafür zu sorgen, daß sich in meinem Mikro eine funktionsfähige Batterie befindet (die natürlich dann eine leere MD verursacht hat...), zwei Versuche dazu gebraucht. An dieser Stelle ein Sorry! an die Band, die damals beim Emergenza-Semifinale ihre Zeit somit unnötigerweise an mich verplempert hat... Mittlerweile wurde das Interview via Mail rekonstruiert, here we go!
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J. S.: Erzähl mir mal etwas über die bisherige FIRESTORM-Geschichte!
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D. S.: FIRESTORM wurde 1997 von Martin (d.), Daniel (b.), Beate (g.) und David (g.) gegründet. Da ich mich damals eher in das Gitarrespielen verliebte und mich nicht so wirklich traute zu singen, begaben wir uns auf die lange und schwere Suche nach einem geeigneten Sänger... Nach einer ca. 2 Jahre(!!!) andauernden Suche haben wir dann aufgegeben, die Songs umarrangiert und den Gesang in erster Linie mir auf den Buckel geschnallt. Unser erstes Demo "Greatest hits" stammt auch noch aus der "Zeit der Suche" und hat sich in der näheren Umgebung relativ gut verkauft. 1999 spielten wir unseren ersten nervenaufreibenden Gig und von diesem Zeitpunkt an sind wir so ziemlich auf jede Bühne gestiegen, die sich nur irgendwie anbot. 2000 brachten wir das zweite Demo "VR1" raus - musikalisch eine Weiterentwicklung des Demo-Stils. Auch diese Aufnahme verkaufte sich sehr gut und ist, wie das erste Demo, vergriffen. 2002 - also heuer - trat Elisabeth (k.) der Band bei. Mit der Integration eines Keyboards erhoffen wir uns eine stilistische Weiterentwicklung und gleichzeitig vielleicht auch eine Abspaltung von dem, was wir bisher gemacht haben... Werden wir wohl selbst erst so wirklich sehen, wenn die neue CD mal im Kasten ist. *ggg*
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J. S.: Hast du nie daran gedacht, die Gitarre aufzugeben, nur mehr zu singen und euch einen neuen Gitarristen in die Band zu holen?
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D. S.: Eigentlich nicht wirklich... Ich liebe Gitarrespielen über alles und es ist mir schon mal durch den Kopf gegangen. Aber irgendwie kann ich mich nicht von der Gitarre losreißen! Es könnte auch stilistisch ein relativ großes Problem sein, da wir songwritingtechnisch zu einer kompakten Einheit zusammengewachsen sind. Ein guter Gitarrist, der möglicherweise irgendwelche anderen Einflüsse ins Repertoire zu bringen versucht, könnte zwar einerseits eine Bereicherung sein, andererseits (und wie ich glaube viel wahrscheinlicher) auch ein großes Problem darstellen. Und Problemen, denen man ausweicht - die hat man erst gar nicht. *ggg*
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J. S.: Du warst in der Frühphase der Band schwer krank. was ist damals passiert (mußt du nicht beantworten)?
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D. S.: Es war 1997, als ich nach wochenlangen und immer wiederkehrenden Schmerzen in der Hüfte einen Arzt aufsuchte. Dank einer Röntgenuntersuchung und eines sehr aufmerksamen Arztes wurde ein bösartiges Krebsgeschwür in der Nähe des Sitzbeins entdeckt. Zunächst wurde ich als "Knochenkrebsfall" ins AKH verfrachtet - nach einer Biopsie stand fest, daß ich jedoch an Lymphdrüsenkrebs erkrankt war. Es folgte eine ca. 8 Monate dauernde Chemotherapie (Haare ade ;-) und darauf eine Bestrahlungstherapie. Ich hatte das Glück, diese Krankheit zu überwinden - hab aber viele Menschen kennengelernt, die dieses Glück nicht hatten! Ich bin dadurch auch geistig irgendwie gewachsen - man merkt erst dann, was wichtig ist im Leben, wenn man daran ist, alles zu verlieren. Hört sich jetzt vielleicht nach Geschwafel an, ist aber wirklich so!
Nein, ich antworte gerne auf deine Frage. Schon alleine deshalb, weil ich damals auch nach "Beispielen" gesucht habe - sprich nach Menschen, die dergleichen durchgemacht und "überlebt" haben. Das hat mir unheimlich Mut gemacht. Und ich hoffe, daß vielleicht auch ich anderen mit meiner Geschichte Mut machen kann! Das ist mir persönlich auch ein sehr großes Anliegen!
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J. S.: du sprichst von einer "Abspaltung von dem, was wir bisher gemacht haben" - wie darf man sich das vorstellen?
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D. S.: Nun, es ist irgendwie so - und das kann dir wahrscheinlich jeder andere Musiker auch bestätigen - man selbst sieht seine eigene Musik unter anderem auch stilistisch mit anderen Augen als der geneigte Zuhörer. Was ich damit sagen will ist, daß wir unsere Musik als eine Art "moderne" Mischung aus Metal, Rock und sonstigem Kleinkram :-) sehen. Es passiert uns aber recht häufig, daß wir den Stempel TRUE METAL (??? - d. Verf.) auf die Stirn gepreßt kriegen... Für mich eigentlich recht unverständlich, denn die einzige Nummer von der letzten CD, die wirlich in diese Schublade reinpaßt, ist "Beyond stormwind". Aber der Rest der Nummern paßt da auf keinen Fall rein! Möglicherweise orientieren sich manche an dem doch hohen Stimmeinsatz, der momentan außer im True Metal nicht wirklich wo zum Einsatz kommt... Aber eigentlich hab ich keine wirkliche Erklärung dafür. Mit dem Keyboard versuchen wir die Songs gezielter in die Richtung zu lenken, die uns vorschwebt. Ich meine also nicht eine Abspaltung im Sinne einer Distanzierung zum alten Material, sondern zum "allgemein gültigen musikalischen Erscheinungsbild" (ich weiß, blöder Ausdruck, wüßte aber jetzt nicht, wie ich das sonst erklären sollte... Ich hoffe, du verstehst, was ich meine...) (geht so - d. Verf. ;-).
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J. S.: Wieso dieses Outfit?
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D. S.: Eine Frage, die uns sehr oft gestellt wird. :-) Nun, unsere Einstellung ist jene: Als Band, die live auftritt und Tonträger veröffentlicht, bewegt man sich in einem Metier, das sich Unterhaltungsbranche, Showbusiness,... wie auch immer nennt. Der Zweck einer Tätigkeit als Musiker ist, neben sich selbst im Spiegel beim Mit-der-Gitarre-posen zu bewundern, einfach jener, die Zuseher/-hörer zu unterhalten. Wenn ich also auf ein Konzert gehe, will ich nicht nur Musik hören... Ich will die Künstler auch dabei sehen - was dabei erleben. Und das ist eben unsere Devise: Wenn schon jemand Eintritt für ein Konzert bezahlt, dann soll er auch was fürs Auge bekommen! Keiner von uns läuft privat so rum, wie wir auf der Bühne aussehen... Aber ich muß zugeben, ein bißchen Maskenball auf der Bühne spielen macht auch unheimlich Spaß! Und im Endeffekt erreichen wir das, was wir wollen: Die einen reden drüber, weil sies cool finden, andere lachen sich tot, weil sies total bescheuert finden, andere regen sich furchtbar darüber auf - aber alle reden irgendwie darüber. That´s all! It´s all for the fun...
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J. S.:habt ihr das outfit selber kreiert?
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D. S.: Als wir beim YBC 2001 im Semifinale standen, dachten wir uns, wir müssen mal was anderes machen, nur so zum Spaß. Also haben wir uns quasi wie im Fasching ein bißchen verkleidet, ein bißchen angemalt, Kontaktlinsen besorgt, usw. - aber alles, ohne ein konkretes Ziel vor Augen. Nicht wissend, ob wir beim Publikum damit ankommen oder nicht, haben wirs einfach riskiert... Und es hat richtig Spaß gemacht! Im Nachhinein haben uns viel mehr Leute angesprochen, als bei den Gigs zuvor. Wir haben das Outfit aber trotzdem wieder abgelegt und "normal" gespielt - aber die meisten sind dann an uns herangetreten und meinten: Warum ziehts ihr euch nicht mehr so an??? Naja, so sind wir dann halt der Stimme des Volkes gefolgt. *ggg* Es sind dann Kleinigkeiten dazugekommen/weggefallen - und so ist es nach wie vor, daß sich das Outfit immer ein wenig ändert. Ich bin mir sogar 100%ig sicher, daß wir keinen Gig im genau selben Outfit gespielt haben. Natürlich hat jedes Utensil, das man sich auf der Bühne umhängen oder anziehen kann, schon mal irgendwer vor einem benutzt. Aber in der Kombination glaub ich noch nie! Mittlerweile freut es mich viel mehr, wenn sich Leute über die Sache aufregen, als wenn sie dich dazu beglückwünschen - ist viel lustiger!!!
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J. S.: Wie hat sich das mit dem Support für JUDAS PRIEST ergeben?
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D. S.: Believe it or not - wir wurden vom Veranstalter kontaktiert, ob wir nicht gerne den Support stellen würde... Ich hab dann gleich NEIN gesagt... *ggg* Nein, natürlich hab ich JA gesagt oder eher JAAA oder ich glaub ich hab mal gar nix gesagt und dann mal geglaubt - da will dich doch einer verarschen...
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J. S.: Wie hat sich das mit dem Einstieg Elisabeths ergeben?
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D. S.: Wir kennen Elisabeth eigentlich schon seit unserem ersten Gig... Haben damals mit ihrer damaligen Band gespielt. Von da an haben wir öfter gegenseitig unsere Gigs besucht. Als wir dann auf der Suche nach einem Keyboarder waren, hat sie sich dann angeboten und wir haben natürlich gleich zugeschlagen.
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J. S.: Wie schauts mit einer neuen CD aus?
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D. S.: Das würd mich auch interessieren... Nein, im Ernst, wir haben die Drums für die neue Scheiblette schon komplett eingespielt. In den näxten 2 Monaten werden wir hoffentlich den Rest einhämmern, sodaß es im Spätherbst bis Winter das neue Teil geben wird. Es werden 10 Nummern drauf sein, die wir schon kräftig livehaftig angetestet haben. Arbeitstitel ist "K-Cor" - wird sich aber sicherlich noch ändern.
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J. S.: Was bedeutet "K-Cor"? Ist das wieder so ein Wortspiel wie bei "VR1"?
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D. S.: Ich gehe davon aus, daß es bei euch zuhause einen Spiegel gibt... Ist eigentlich eh ein Blödsinn und wird - wie gesagt - sicher nicht CD Titel... Sieht aber irgendwie cool und wichtig aus ;-)
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J. S.: Habt ihr vor, für diese CD auf eine "richtige" Tour zu gehen?
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D. S.: Mann, das wäre der Überhammer, fürchte aber leider, daß uns dazu die nötigen Euros fehlen... Aber wir werden alles versuchen, und das Ding dann zu promoten.
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J. S.: Danke für das Interview! - J. S.
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