Mika Luttinen (IMPALED NAZARENE)
Tja, zwei Anitas, aber ein Gedanke und dieser kam prompt zur Ausführung. Die eine Anita ansässig in NÖ, die andere Anita in OÖ wohnhaft, beiden war offensichtlich langweilig und daher sind sie durchs Internet gesurft und auf die IMPALED NAZARENE-Homepage geplumpst. Blitzartig haben sich beide ein paar Fragen überlegt und siehe da, Mr. Luttinen himself erhielt in relativ kurzem Abstand zwei Inties aus Österreich gemailt, noch dazu von ein und demselben Magazin und von zwei Damen, die den gleichen Namen tragen. :-) Diese Geschichte gipfelte in einem Treffen am Flughafen Wien Schwechat, wo die beiden Anitas ein paar Bierchen mit IMPALED NAZARENE kippten, bevor die Finnen auf Drängen ihres Tourmanagers Pedro in Richtung Tschechien aufbrechen mußten, um dort ein paar Gigs zu absolvieren. Moral von der Geschichte: Gib Finnen zuviel Alkohol nicht! Nachstehend könnt Ihr eine Zusammenfassung von beiden Inties lesen...
A. P.: Erzähl uns ein bißchen etwas über die letzten Jahre mit IMPALED NAZARENE. Wann habt ihr die Band gegründet und an welche Dinge erinnerst du dich noch heute sehr gerne bzw. was waren Ereignisse, an die du heute nicht mehr erinnert werden möchtest?
M. L.: Betreffend einer ausführlichen Bandhistory, checkt bitte unsere Webpage www.impnaz.com aus, dort findet ihr alle Infos (heut mach mas uns wieder leicht... - J. S.). Im Allgemeinen denke ich nicht allzu viel über die Vergangenheit nach, klar haben wir ein paar verrückte Sachen erlebt, aber ich bevorzuge eindeutig die Situation, in der wir uns heute befinden.
A. P.: Wo fanden eure ersten Gigs statt und mit wem habt ihr damals gespielt?
M. L.: Unser allererster Gig fand in Kempele in einem Jugendzentrum statt. Es waren 78 Leute da und wir spielten als Supportband von BEHERIT. Die nächsten Shows absolvierten wir in unserer damaligen Heimatstadt Oulu, wir sind mit Bands wie SENTENCED, BELIAL, AMORPHIS und BEHERIT aufgetreten.
A. P.: Ihr habt vor kurzem ein Live-Album auf den Markt gebracht, welches die letzten zehn Jahre von IMPALED NAZARENE reflektiert. Kannst du uns ein bißchen was darüber erzählen? Gibt es vielleicht auch Pläne für ein Livevideo?
M. L.: Es ist unser 10 years anniversary Album. Es handelt sich nicht um eine normale Best of-Scheibe, die CD inkludiert rares, nicht mehr erhältliches bzw. unveröffentlichtes Material, das wir in den letzten 10 Jahren aufgenommen haben. Wir haben die Scheibe deshalb veröffentlicht, weil die Fans ganz einfach danach verlangt haben. Weil es sich hauptsächlich um altes Material handelt, gibt es keinen Grund, auch ein Video dazu zu veröffentlichen.
A. O.: Wie würdest du die Musik von IMPALED NAZARENE beschreiben?
M. L.: Wir spielen extremen Metal, eine Mischung aus Death-, Black- und Thrash Metal und ein wenig Grind ist auch darin zu finden.
A. O.: Und was möchtet ihr mit eurer Musik vermitteln?
M. L.: Es gibt keine bestimmte Botschaft, die wir damit vermitteln möchten. Ich sehe Musik als Entertainment. Es sollte sich jeder selbst ein Bild von unserer Musik machen.
A. P.: Bist du der Ansicht, daß sich sehr viel in der Black Metal-Szene verändert hat in den letzten Jahren? Anfang der 90er-Jahre gab es ja einen Konflikt zwischen der norwegischen Szene und Bands aus anderen skandinavischen Ländern. Heute ist Black Metal im Allgemeinen sehr angesagt und ich habe den Eindruck, daß es viele Mitläufer gibt und nur noch wenige Bands den Spirit des wahren Black Metal verstehen und mit ihrer Musik auch vermitteln. Stimmst du mir zu?
M. L.: Grundsätzlich kümmere ich mich nicht besonders um die sogenannte Black Metal-Szene. Ich bevorzuge die Musik, mit der ich aufgewachsen bin, sprich alte Thrash-, Speed-, Death- und Black Metal-Bands. Es war völlig klar, daß Black Metal eines Tages zu einem Trend werden würde und einige Bands, die diesem Trend gefolgt sind, ändern nun ihr Image, da es darum geht, einem neuen Trend nachzurennen. Die stärksten und besten Bands werden überleben, ich höre mir z.B. DARK FUNERAL, MARDUK oder altes DARKTHRONE-Zeugs an.
A. O.: Kannst du ein bißchen etwas über die finnische Metal-Szene berichten? Wie denkst du über die österreichischen Bands?
M. L.: Metal ist ziemlich groß in Finnland, in unseren nationalen Top 40 haben wir die ganze Zeit finnische und auch ausländische Metal-Bands, die wirklich gut sind. Die Dinge haben sich hier verbessert. Es ist im besonderen STRATOVARIUS zu verdanken, die hier vor 4 Jahren den Durchbruch schafften. Ich kenne auch einige österreichische Bands, aber es ist bei euch nicht so, daß da drei Typen zwanzig verschiedene Bands bei Napalm Records unter Vertrag haben? (Anmerkung der Verfasserinnen: Wir wissen nicht ganz genau, was Mika damit meint, glauben aber, daß er eventuell von ABIGOR und SUMMONING spricht)
A. P.: Ich habe ein Video, welches sich "666 - Calling at death" nennt. Auf diesem Video befindet sich auch ein Interview mit dir. Kannst du dich dran erinnern? Was denkst du heute über diesem Film bzw. was denkst du über Bücher wie z.B. "Lords of chaos"?
M. L.: Ich hasse dieses fucking Video. Es ist nichts anderes als ein Bootleg, wir wußten nicht, daß es veröffentlicht werden würde. Es ist einfach Scheiße! Ich habe "Lords of chaos" gelesen und mir war danach völlig klar, daß es ein Buch ist, das wirklich nur für den amerikanischen Markt geschrieben wurde. Es enthält so viele falsche Fakten und sie haben den finnischen Black Metal nicht einmal ansatzweise erwähnt, obwohl wir hier in Finnland viel früher mit dieser Musik begonnen haben als die Norweger. Okay, MAYHEM waren natürlich die ersten, aber dann kamen schon wir mit unserer Musik!
A. P.: Kommen wir zurück zu IMPALED NAZARENE. Wer ist bei euch der Hauptsongwriter? Womit befassen sich eure Texte?
M. L.: Wir schreiben alle an der Musik, aber unser Drummer erledigt den größten Teil des Songwritings. Ich schreibe alle Lyrics und sie handeln meist davon, daß man sich nicht wirklich um sein Gewissen kümmern darf, wenn man innerlich frei sein möchte. Außerdem beinhalten sie unseren Haß auf die Gesellschaft und noch viele andere Themen.
A. P.: Was bedeutet Black Metal für dich? Ist es nur ein Begriff für eine sehr extreme Musik oder siehst du mehr dahinter? Für mich ist Metal im allgemeinen ein Lebensstil, es beginnt mit der Musik und zieht sich durch mein gesamtes Weltbild und meine Anschauungen hindurch.
M. L.: Metal ist ein Schlüsselwort. Wir sind alle Metalheads und wir leben diesen Stil in jeder Hinsicht total aus!
A. O.: Wie denkst du eigentlich über die vielen Religionen auf dieser Welt? Glaubst du, daß es gut ist, wenn die Leute an irgendwelche Religionen glauben?
M. L.: Schwache Menschen brauchen Religionen. Das Christentum ist längst tot. Die wahre Bedrohung für uns ist der moslemische Glauben, diese Leute wollen den ganzen Planeten für sich erobern!
A.P.: Mika, du hast lange Zeit in Belgien gelebt. Ist der Lebensstil anders dort als der in Finnland?
M. L.: Ich kehrte im Juli 2000 nach Finnland zurück. An sich war das Leben in Belgien nicht anders als das in Finnland, nur ist in Belgien der Alkohol erheblich billiger.
A.P.: Bist du noch in Kontakt mit ANCIENT RITES? Ich glaube, deren Sänger Gunther ist ein sehr guter Freund von dir, oder?
M. L.: Natürlich bin ich noch in Kontakt mit Gunther. Wir absolvierten unsere allererste Europa-Tour mit ANCIENT RITES und wir kennen die Jungs schon sehr lange. Sie sind eine coole Band und wirklich tolle Jungs!
A. O.: Was tut sich in der nächsten Zeit bei IMPALED NAZARENE? Welche Pläne habt ihr für diess Jahr noch?
M. L.: Wir werden demnächst einige Shows in Finnland, Schweden und der Tschechei spielen. Ende Juli werden wir dann ins Astia Studio gehen und unser neues Album, das siebente, aufnehmen. Der Titel lautet "Absence of war does not mean peace" und es wird unter anderem folgende Tracks beinhalten: "Nyrkillä tapettava huora", "The madness behind", "Hardboiled and still hellbound", "Absence of war does not mean peace", "The lost art of goat sacrificing". Die Scheibe wird frühestens im Oktober 2001 veröffentlicht.
A. O.: Spielst du neben IMPALED NAZARENE auch noch in einer anderen Band?
M. L.: Unser Leadgitarrist spielt auch noch bei FINNTROLL. Ich selbst werde mit zwei kanadischen Jungs zusammenarbeiten. Sie haben eine pure Death/Black Metal-Band, die stilistisch weit von dem entfernt ist, was wir machen, aber mir gefällt dieser Scheiß. Ich werde die gesamten Vocals und die Lyrics übernehmen. Ich weiß nur nicht, wann ich zur Hölle Zeit dafür haben werde.
A. O.: Möchtest du speziell deinen österreichischen Fans noch etwas mitteilen?
M. L.: Check the website and the new album will crush, kill and destroy!!!
Hoffentlich lassen sich die Finnen bald wieder live in unseren Gefilden blicken, damit sie auch unsere Konzerthallen mit ihren Brachialattacken zum Beben bringen werden! - A. O. & A. P.