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Die Eisernen Jungfrauen, die maßgeblichen Anteil an der "New Wave Of British Heavy Metal" hatten, besuchten uns im Zuge ihrer kleineren Promotion-Tour für die aktuelle Doppel-DVD "Visions of the beast" wieder in Wien. Und diesesmal wurde als Tatort auch wieder die Stadthalle gewählt, was sich mit einer guten Besucherzahl durchaus rechnete, denn immerhin waren die Stehplätze ausverkauft und auch die offene Tribüne ziemlich voll. Mir wurde dann als Begrüßung auch gleich diese neue Doppel-DVD in die Hand gedrückt, worauf sich tatsächlich ganze 31 Songs befinden! Dabei enthalten sind ausschließlich alle Promo-Clips der Band, sowie noch einige Live-Clips. Außerdem gibt es zusätzlich noch 40 Minuten Bonus-Material und versteckte Extra-Features. Darunter finden sich auch komplett neue "Camp-Chaos-animierte" Video-Versionen von sechs MAIDEN-Klassikern. Abgerundet mit interaktiven Menüs und einer Discographie ist "Visions of the beast" eine ausgiebig unterhaltsame Sammlung der Metal-Legende. Nach dem netten Empfang in der wüstenreifen Hitze ging es dann weiter in den klimatisierten Listening-Bus, wo man an kalten und gehopften Gerstensäften nippt, und auch vier brandneue Songs vom kommenden Album "Dance of death" zu hören bekommt. Weiter geht es in den Backstage-Bereich, wo die einzelnen Mitglieder in getrennten Räumen Interviews geben. Mein Partner ist Lead-Gitarrist Adrian Smith, der 1980 zur Band kam, bevor er 1989 wieder ausstieg. Er wollte letztendlich weg vom typischen MAIDEN-Sound und sich musikalisch in Form einer (leider erfolglosen) Solo-Band verändern, und später geigte er bei der Solo-Band von Bruce Dickinson auf. Als der dann 1999 zu MAIDEN zurückging, wurde Adrian sozusagen auch gleich mitgeschliffen, und die Rückkehr war mehr als gelungen...
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M. L.: Hallo Adrian, es freut mich sehr, dich kennenzulernen!
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A. S.: Danke, gleichfalls!
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M. L.: Ist die Tour ordentlich angelaufen?
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A. S.: Ja, bis jetzt wirklich toll!
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M. L.: Ich habe die "Rock Am Ring"-Show vom Nürburgring vor zwei Tagen im Fernsehen gesehen, und sie war großartig! Tolle Set-List, tolle Bühne usw.
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A. S.: Ja genau, das war am Freitag. Haben die nur den Ton übertragen?
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M. L.: Nein, das komplette Konzert mit Bildern. Sie sendeten die Show, während ihr gerade noch den Zugabenteil gespielt habt.
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A. S.: Super! Dort gab es eine ziemliche musikalische Mischung, die CARDIGANS, der Typ von den SMASHING PUMPIKNS und so. Wir wußten also nicht so recht, was uns erwartet. Umso mehr waren wir dann über die unglaubliche Publikumsreaktion erstaunt.
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M. L.: Ihr habt vor kurzem eine neue DVD veröffentlicht.
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A. S.: Ja, sie heißt "Visions of the beast" und beinhaltet alle Video-Clips, sowie einige Extra-Animationen und einige Live-Tracks. Ein gutes Package auf jeden Fall.
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M. L.: Und ihr habt auch ein neues Album in den Startlöchern. Was können wir davon erwarten?
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A. S.: Wir sind schon sehr aufgeregt darüber. Es wird Anfang September veröffentlicht und heißt "Dance of death". Darauf sind elf neue Songs, wovon du wahrscheinlich vier schon gehört hast.
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M. L.: Genau, und sie gefallen mir wirklich sehr gut.
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A. S.: Danke! Wir werden später natürlich wieder einige Songs davon live spielen, und einen gibt es auch heute schon zu hören. "Wildest dreams" paßt ganz gut ins Programm.
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M. L.: Und den hast du gemeinsam mit Steve geschrieben.
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A. S.: Ja genau, obwohl ich normalerweise nicht so viel mit Steve komponiere, sondern eher mit Bruce. Aber die Songs, die ich diesesmal mit Bruce geschrieben habe, wurden nicht verwendet.
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M. L.: Obwohl ihr in der Vergangenheit einige Klassiker zusammengebraut habt, sowie "2 minutes to midnight".
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A. S.: Unsere Songs waren diesesmal sehr langsam und heavy. Nicht unbedingt moderner, aber sicherlich aggressiver. Und so paßten sie nicht wirklich zum Rest des Albums, welches eher mehr melodiös ist.
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M. L.: Vielleicht landen die Stücke ja auf einem Solo-Album?
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A. S.: Oder auf dem nächsten MAIDEN-Album.
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M. L.: Bruce hat ja mit dir auch sehr tolle Solo-Alben eingespielt.
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A. S.: Ja, das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht.
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M. L.: Kevin Shirley hat "Dance of death" gemeinsam mit Steve wieder produziert, also seid ihr mit seiner Arbeit auf "Brave new world" scheinbar zufrieden gewesen?
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A. S.: Er hat dabei gute Arbeit geleistet und ist ein großartiger Engineer, was Sounds anbelangt. Er probiert oft mehrere Varianten und manchmal kommt Steve dazu und verändert ein paar Sachen als Co-Produzent. Also von unserer Seite aus klappt das wirklich gut.
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M. L.: Habt ihr niemals daran gedacht, Roy Z als Produzent für IRON MAIDEN zu verpflichten?
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A. S.: Wir hatten vor den Aufnahmen zu "Brave new world" ein Meeting, wo wir einige Produzenten ausdiskutierten, und da ist Roy Z genauso wie Martin Birch und ein paar andere ins Gespräch gekommen. Aber Steve wollte mit Kevin arbeiten. Ich mag diese DREAM THEATER-Sachen und er hat auch das erste Album von SILVERCHAIR produziert. Das waren 15 Jahre alte Kids und sie klingen unglaublich, also mußte er doch gut sein. Und er machte vom ersten Tag an einen brillianten Job.
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M. L.: Außerdem finde ich, daß "Brave new world" besser klingt als die Alben zuvor, welche in Steves eigenem Studio aufgenommen wurden.
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A. S.: Ja, die Technik und alles war jetzt wohl anscheinend besser.
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M. L.: Und habt ihr auch schon Pläne für eine weitere Tournee mit "Dance of death"?
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A. S.: Ja, ich hoffe, daß wir später in diesem Jahr wieder auf Tour gehen können, denn diesesmal ist es nur eine kleine Promo-Tour mit ein paar Auftritten.
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M. L.: Und dann spielt ihr hoffentlich auch wieder in Wien, denn ich selbst bin MAIDEN-Fan seit meinem zehnten Lebensjahr und möchte euch als eine meiner absoluten Lieblingsbands natürlich immer wieder live sehen. Und es ist auch absolut großartig, daß du und Bruce wieder in der Band seid.
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A. S.: Danke vielmals, und es macht mir auch wirklich richtig Spaß. Ich habe mich halt als Solokünstler probiert, aber es hat nicht wirklich funktioniert, und bei MAIDEN ist natürlich alles viel besser und professioneller.
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M. L.: Weißt du, ob es jemals den Gedanken gab, Janick wieder aus der Band zu nehmen, seit du zurückgekehrt bist?
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A. S.: Nein, überhaupt nicht. Blaze hat die Band verlassen und Bruce ist zurückgekommen, und dabei hat Steve vorgeschlagen, auch mich wieder zurückzuholen. Aber live sollte natürlich nicht ich eine halbe und Janick eine halbe Show spielen. Und da Jan, Dave und ich miteinander sehr gut auskommen, ist es auch kein Problem, daß wir gemeinsam auf der Bühne spielen. Außerdem mußte ich die alten Sachen erst wieder neu lernen, und so nutzten wir die Gelegenheit und arbeiteten alles zu dritt aus. Und Janick ist ein guter Songwriter, der auch gut zur Band paßt.
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M. L.: Und stört es dich auch nicht weiter, daß er einige Gitarrensolos spielt, die du im Original gespielt hast?
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A. S.: Nein, im Grunde ist das doch ziemlich egal. Wir haben einfach die Solos aufgeteilt. Jetzt spielen wir auch wieder "Revelations", wo ich normalerweise das Solo spiele, aber so wie die Set-List im Moment aussieht, hätte ich eine Menge Solos hintereinander gehabt. Wir haben da auch kein weiteres Ego-Problem damit, vielleicht ein bißchen, aber wir arbeiten einfach nur gut miteinander.
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M. L.: Aber um ehrlich zu sein, sind deine Solos meiner Meinung nach mehr ausgearbeitet und haben mehr Hand und Fuß. Janick ist vielleicht flinker, aber du hast dafür einen sehr eigenständigen Stil.
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A. S.: Ja, ich denke auch, Jan und Dave spielen möglicherweise ein wenig ähnlich. Sie spielen irgendwo in dieser Ritchie Blackmore-Richtung.
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M. L.: Stimmt, obwohl ich Daves Sachen mit Sicherheit bevorzuge, und deine Sachen geben eben einen sehr guten Kontrast dazu. Es ist wie bei JUDAS PRIEST mit Glenn Tipton und K. K. Downing, beide spielen einen eigenen Stil, die sich zusammen hervorragend ergänzen.
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M. L.: Letztes Jahr gab es diese silberne Box mit sechs CDs, "Eddie's Archive", welche anscheinend ziemlich limitiert war.
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A. S.: Ja, es war auch als streng limitierte Auflage gedacht. Ich denke, die CDs werden wieder herauskommen, aber ohne der Box.
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M. L.: Viele Leute hier in Österreich konnten keine bekommen, da sie überall ausverkauft war, und sogar viele Händler konnten keine einzige von der Plattenfirma auftreiben. Während man die CDs der "First ten years"-Serie noch ewig in den Plattenläden herumstehen sah.
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A. S.: Wirklich, dann war die wohl nicht gerade sehr limitiert, haha!
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M. L.: Mir ists egal, ich habe eh alles! Also im September gibts das neue Album, danach eine Tournee, und gibt es vielleicht auch schon weitere Pläne?
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A. S.: Nein, wir wollen dann auf jeden Fall bis nächstes Jahr auf Tour gehen und uns voll darauf konzentrieren. Nächstes Jahr gehen wir auch nach Südamerika und Japan, und dann werden wir weiter sehen.
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M. L.: Vielleicht arbeitet ihr dann gleich wieder an einem neuen Album?
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A. S.: Hoffentlich, aber jetzt ist dieses noch nicht einmal veröffentlicht, haha!
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M. L.: Da können wir wohl erst nächstes Jahr darüber weiterreden, haha! Wann habt ihr das letzte mal in Japan gespielt?
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A. S.: Vor einigen Jahren, ich glaube auf der Reunion-Tour.
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M. L.: In Japan läuft es ja für viele Metal-Gruppen ziemlich gut.
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A. S.: Ja, da drüben war es auch für uns immer super. Die haben den Metal immer gemocht.
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M. L.: Und wie siehts mit Australien aus?
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A. S.: Australien ist nicht so gut, zumindest was eine Tournee betrifft. Ich meine, es ist so weit weg, und dort können wir nicht so viele Shows spielen, da die Nachfrage nicht so groß ist. Du müßtest also mit einem anderen Equipment spielen, da du dein eigenes aus Kostengründen nicht mitnehmen kannst.
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M. L.: KISS waren immer sehr groß dort und spielen sehr gerne in Australien. Sie haben auch ihr kommendes Live-Album in Melbourne aufgenommen.
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A. S.: Wir haben dort schon lange nicht mehr gespielt, obwohl ich das Land grundsätzlich sehr mag.
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M. L.: Okay, dann laß uns mal ein wenig in deine Vergangenheit zurückblicken. Mit welchen Bands bist du aufgewachsen und was hat dich am meisten beeinflußt?
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A. S.: Als ich ein kleines Kind war, stand ich natürlich auf die BEATLES. Ich hatte auch eine BEATLES-Perücke und eine Plastik-Gitarre zum Nachahmen. Und als ich dann so um die 15 Jahre alt war, entdeckte ich DEEP PURPLE und BLACK SABBATH, und das wars dann. Und jetzt höre ich gar nicht mehr so viel Musik. Ich mag zum Beispiel Instrumental-Musik, wie Satriani oder so.
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M. L.: Und wie stehst du zu den heutigen Trends, die man so im Radio verfolgen kann?
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A. S.: Also MTV läuft bei mir zu Hause immer, da meine Kinder mich damit quälen, und somit kenne ich schon einige Bands. Viele Gruppen klingen leider ziemlich ähnlich, aber ein paar sind schon ganz gut, wie zum Beispiel LINKIN PARK.
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M. L.: Ich stehe beim Metal fast nur auf die älteren Sachen.
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A. S.: Es wäre gut, wenn wieder neue Bands kommen, die wieder mehr Metal spielen, mit einem großartigen Sänger und guten Gitarren. Die würde ich auch gerne unterstützen.
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M. L.: Irgendwie gibt es heute kaum mehr diese tollen und klassischen Metal-Sänger, so wie früher?
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A. S.: Es gab niemals genug gute Sänger. Als ich meine Solo-Band startete, mußte ich auch viele Monate nach einem Sänger suchen. Aber ich denke, daß sich die heutigen Bands grundsätzlich nicht so lange oben halten werden. Sie bekommen gute Plattenverträge, und machens dann für ein paar Jahre. Aber solange sie ihr eigenes Ding durchziehen, ist das auch okay, nur Rock`n´Roll sollte nicht zu technisch sein.
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M. L.: Und dann ist es umso besser, Bands wie euch oder AC/DC zu sehen, die sich niemals großartig verändert haben, und nach all dieser langen Zeit noch immer richtig groß im Geschäft sind.
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A. S.: Ja, und ich denke da auch zum Beispiel nur an unsere eigenen Songs. Als ich die Aufnahme von "Rock am Ring" hörte, dachte ich, daß es immer noch total frisch klingt, obwohl wir natürlich nicht jünger werden. Aber wenn wir was von "The number of the beast" spielen, dann klingt das immer noch fast wie damals, da wir unseren Prinzipien und Stil relativ treu geblieben sind. Hätten wir die Songs erst vor ein paar Wochen aufgenommen, dann hätten wir sie wohl genauso wie damals gespielt. Und wir haben immer versucht, oft und lange auf Tournee zu gehen und denn Leuten eine tolle Show zu bieten. Das hat uns wohl oben gehalten.
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M. L.: Ist es richtig, daß du mit Dave Murray in die Schule gegangen bist?
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A. S.: Nein, aber wir sind ungefähr am selben Ort aufgewachsen. Ich habe Dave getroffen, als ich 15 Jahre alt war, und wir waren sozusagen die zwei langhaarigen Rocker in unserer Umgebung. Dave spielte damals im Gegensatz zu mir schon Gitarre, und ich hörte ihn und sagte nur wow! Dann zeigte er mir, wies geht und wir gründeten gemeinsam eine Band.
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M. L.: Und warum bist du 1977 mit Dave dann nicht auch bei IRON MAIDEN eingestiegen?
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A. S.: Dave und ich hatten verschiedene Bands, aber er war irgendwie ambitionierter und ist dann aufgrund einer Zeitungsanzeige von Steve, "Guitarist wanted", bei MAIDEN eingestiegen. Und ich habe mit anderen Leuten weitergemacht. Dann ist er von MAIDEN wieder ausgestiegen und zu meiner Band gegangen, und dann kehrte er wieder zu MAIDEN zurück. Später folgte ich ihm und so weiter. Wir kannten uns alle, da wir von derselben Umgebung waren.
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M. L.: Und du bist dann Ende 1980 dazugekommen.
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M. L.: Im "Metal Hammer" stand einmal, daß dein erster Auftritt mit MAIDEN am 21. Dezember 1980 im Rainbow-Club war.
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A. S.: Nein, der war an der Brunel University in Uxbridge, ich glaube im Oktober 1980 (21.11.1980 - Anm. d. Verf.). Dort gehen ungefähr 2.000 Leute rein, und es war randvoll. Ich erinnere mich,, ziemlich nervös gewesen zu sein, da ich noch nie vor so einem großen Publikum gespielt habe. Vor der Show ging ich raus zu einigen Leuten, um zu sehen, wie sie auf mich reagieren. Und da grunzte mich so ein riesiger Typ an: "Bist du der neue Gitarrist?" Und ich sagte "ja". Daraufhin meinte er drohend: "You better be good." Und ich dachte mir, auf was zum Teufel habe ich mich da bloß eingelassen, haha.
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M. L.: Sicherlich auf nichts Schlechtes, haha!
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A. S.: Nein, das stimmt, haha! Ich bin im September 1980 eingestiegen und danach machten wir eine kleine Tournee, um mich richtig zu integrieren.
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M. L.: Hast du MAIDEN schon zuvor gut gekannt und auch gemocht?
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A. S.: Ja, wir haben desöfteren miteinander Konzerte gespielt. Manchesmal war meine Gruppe Support von MAIDEN und manchmal supporteten sie uns. Wir borgten uns gegenseitig unser Equipment und hatten eine gute Zeit.
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M. L.: Ich erinnere mich an diesen Clip vom "12 wasted years"-Video, wo du diesen Song "She's a roller" singst.
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A. S.: Haha! Diese Band hieß URCHIN und wir brachten ein paar Singles heraus. Aber wir hatten es als Rock-Band in den späten Siebzigern ziemlich schwer.
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M. L.: MAIDEN hatten es aber doch richtig gemacht.
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A. S.: Ja, aber URCHIN war keine Metal-Band, sondern eine normale Rock-Band, so wie THIN LIZZY. Also haben wir nicht zu den Pop-Bands gepaßt, und auch nicht zu den Metal-Bands. Aufgrund des Mißerfolges hat sich die Band nach langem schlußendlich aufgelöst, und genau zu der Zeit traf ich Steve und Dave auf der Straße. Sie sagten mir, daß sie einen Gitarristen suchen und fragten, ob ich Interesse hätte. Und nachdem ich schon viel früher einmal dieses Angebot abgeschlagen hatte, sagte ich diesesmal schlußendlich zu.
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M. L.: War wohl eine gute Entscheidung, haha!
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A. S.: Mit Sicherheit, haha!
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M. L.: Und wie geht es Clive heutzutage so?
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A. S.: Ihm geht es leider nicht so gut, er ist ziemlich krank. Das ist sehr traurig, da er grundsätzlich voller Lebensfreude wäre und immer noch sehr engagiert agieren möchte. Er schaut eigentlich auch noch so aus wie früher.
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M. L.: Warum hat er die Band eigentlich seinerzeit verlassen?
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A. S.: Um ehrlich zu sein, er ist damals zu sehr dem Lebensstill des Rock`n´Roll verfallen. Wir haben sehr viel getourt und reisten viel umher, und er war immer in irgendeiner Form high. Wir hätten ihm mehr Zeit geben müssen, damit er sich wieder fängt, aber damals ging alles Schlag auf Schlag. Wir spielten eine Tour nach der anderen und dazwischen waren wir im Studio, ohne jegliche Pause. Und wir konnten nicht einfach sagen, wir unterbrechen einmal für sechs Monate usw. Ich hatte auch so meine Problemchen, hatte aber trotzdem alles recht gut in den Griff bekommen. Bei Clive hat das nicht so gut funktioniert.
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M. L.: Dann danke ich dir vielmals für das ausführliche Interview und wünsche dir alles gute für die Show heute Abend!
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A. S.: Danke und hoffentlich bis zum nächsten Mal!
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