Keith CAPUTO (LIFE OF AGONY)
"River runs again" - unter diesem Motto hat sich die New Yorker Kult-Band LIFE OF AGONY wiedervereinigt, um an ihre damaligen großen Triumphe anzuknüpfen. Ca. 1995 hatte man die Band mehr oder weniger aufgelöst. Jeder Einzelne versuchte sich mit sonstigen Projekten, aber den großartigen Vorsprung, den man damals geschafft hatte, konnte keiner auch nur annähernd einholen. Die Vorgruppen FONY und BREED 77 boten wenig aufregenden Crossover Alternative Rock oder so ähnlich. Es wartete aber sowieso alles nur auf LOA. 90 Minuten lang bot man dann bei sehr gutem Sound ein super Best Of-Programm, außer den Überhits "Pretend" und "Don´t you" - wobei vor allem niemand versteht, warum sie "Pretend" nicht spielten. Fast alle Konzerte dieser Tour sind ausverkauft, und die Nummer rennt immer noch auf allen Partys dieser Welt. Aber das ist wohl das berühmte "Das Konzert wär super genial, wenn nur der größte Hit nicht gefehlt hätte..." Sonst gibts wirklich nix an dem Auftritt auszusetzen. Vorher hatte ich noch die Ehre, mit Sänger und "Front-Zwerg" Keith Caputo zu plaudern. Er war zwar sehr nett, aber auch sehr verkühlt, leise und irgendwie eigenartig - ein Wunder, wie er sich auf der Bühne auf einmal verwandeln kann. Dennoch habe ich versucht, ihm zumindest ein paar interessante Statements zu entlocken.
A. H.: Wie lange seid ihr jetzt schon auf Tour?
K. C.: Ich war solo seit August unterwegs - und jetzt seit Mitte Oktober mit LOA.
A. H.: Wann und warum hat der "Fluß wieder zu fließen" begonnen?
K. C.: Der Fluß ist immer geflossen. Nur manchmal trockener und manchmal in Regenzeiten. Manchmal in verschiedene Richtungen und jetzt wieder alle zusammen. Wir waren immer in Kontakt. Und heuer im Frühjahr haben wir die ersten Konzerte gegeben. Der Rest hat sich automatisch entwickelt.
A. H.: Wo lebst du im Moment?
K. C.: Die Straße ist mein zu Hause. Leute wie ich müssen überall leben. Der Planet ist mein Zuhause. Eine Zeit lang hab ich in Amsterdam gewohnt.
A. H.: Wie siehts mit deinen Solo-Alben aus?
K. C.: Ich hatte ein Album. Und jetzt wohl eher EPs, um die Songs zu veröffentlichen.
A. H.: Welche Bands magst du persönlich gerne?
K. C.: Viel verschiedenes. PINK FLOYD, COLDPLAY, TRAVIS, APHEX TWIN etc...
A. H.: Seid ihr alle Freunde vor der Band gewesen?
K. C.: Ja, wir kannten uns alle teilweise aus der Schule und dann halt von ersten Bands.
A. H.: Wann hast du begonnen, so zu singen wie bei LOA?
K. C.: Weiß nicht mehr so genau. Früher hab ich eher irgendwie so Punk-mäßig gesungen, wenn man das so nennen kann.
A. H.: Kennst du eigentlich die Band KING’S X , die waren ja auch in New York einmal recht bekannt. Außerdem haben sie, denke ich, Parallelen zu LOA, wenn man an den Ausdruck sehr persönlicher Momente und Gefühle denkt. Sie versuchen auch, ihre Vibes so ehrlich wie möglich durch Musik auszudrücken.
K. C.: Ja, KING’S X kenne ich. Echte Gefühle sind für mich der einzige Weg, um wirkliche Kunst auszudrücken. Ich halte auch LOA nicht grad für Metal. Weit weg von all den Klischees - einfach viel persönlicher. Ich mag auch Metal nicht so gerne. Ich wundere mich auch, denn viele Metaller sind privat eher schüchtern. Ich mag einfach die Klischees nicht so gerne.
A. H.: Hattet ihr irgendwelche besonderen Tourneen?
K. C.: Wir haben schon so viel gespielt. Ich würde überall auftreten, wenn es gut für die Band ist. KORN waren super. Eine unserer erste Tourneen war mit den GENITORTURERS, das war geil. Ziemlich strange, aber cool. Mit METALLICA würde ich auch touren, wenn ich in einem Loch schlafen müßte und sie uns wie Dreck behandeln würden. Nur, um vor so vielen Leuten spielen zu können. Aber Joey (g.) ist eigentlich ein Freund der Band. Vielleicht wirds ja mal was. Aber es ist auch ein Unterschied, ob wir über LOA oder über mich solo sprechen. Solo würd ich gerne mit vielen ganz unterschiedlichen Künstlern spielen. Mit LOA wollen wir nur große passende Tourneen spielen. Mittlerweile kommen auch sehr viele neue Fans, die sogenannte 2. Generation. Es läuft sehr gut.
A. H.: Magst du Festivals?
K. C.: Sicher! Das einzige, was ich nicht mag, sind so kleine Löcher, die keine Ventilatoren haben, dann erstickt man förmlich auf der Bühne. Das ist tödlich für die Stimme. Gestern war so ein Tag, deshalb klinge ich heute so. Ich war ziemlich angefressen. Aber da muß man leider manchmal durch.
A. H.: Macht ihr jetzt auch was neues?
K. C.: Kann gut sein. Wir werden wahrscheinlich ein paar Demos versuchen. Nebenbei mache ich mein Solo-Zeug weiter.
A. H.: Noch irgendwelche letzten Worte?
K. C.: Ja, grüß MOMO von mir - and I wish her love! Und ich möchte mich bei all den treuen und neuen Fans für die Unterstützung bedanken.
A. H.: Danke und auf bald.
AXELANDA "da HUHN" Posergott