Thomas "Dark" Backelin (LORD BELIAL)
Nachdem LORD BELIAL mit ihrem neuesten Album "Angelgrinder" ein wahres Meisterwerk im Niemandsland zwischen Black- und Death Metal abgeliefert haben, welches sich im Grunde genommen mit nichts vergleichen läßt, nahm ich die Möglichkeit wahr, ein Interview mit LORD BELIAL-Mastermind Thomas "Dark" Backelin zu führen.
E. M. P.: Hallo Thomas, erzähl mir einmal über die Geschichte von LORD BELIAL, wann habt ihr angefangen?
T. D. B.: Micke und ich spielen jetzt schon seit 1987 konstant zusammen, 1990 holten wir dann unseren Cousin Anders am Bass und wir machten unsere ersten Songs, die ganz klar Old School-Death Metal waren. Ein paar Jahre später, genauer gesagt 1992, stieß dann Pepa (ein langjähriger Freund meines Bruders, mit dem er zusammen bei SADIST gespielt hat) zu uns. Er kam eines Abends bei Micke vorbei, wir waren dann schon ziemlich besoffen und beschlossen noch proben zu gehen. Jedenfalls schon spät in der Nacht entschlossen wir uns dann endgültig, LORD BELIAL zu gründen. 1994 haben wir dann das "Into the frozen shadows"-Demo aufgenommen, mit dem wir den Vertrag bei No Fashion ergatterten.
E. M. P.: Was sind deine Haupteinflüsse und welchen Bands haben dich überhaupt dazu bewogen, mit Gitarrespielen anzufangen?
T. D. B.: Als ich so etwa elf Jahre alt war, brachte mich mein sechs Jahre älterer Bruder Micke mit Bands wie VENOM, BATHORY, CELTIC FROST, W.A.S.P. und so weiter zum Metal. Diese Bands entfachten in mir die Metalflamme, die mittlerweile stärker brennt als je zuvor.
E. M. P.: Wie würdest du den Sound von LORD BELIAL beschreiben?
T. D. B.: Eine massive Wand aus Gewalt und ungestümer Atmosphäre mit antichristlichen Texten! Ich glaube nicht, daß sich LORD BELIAL mit irgendeiner anderen Band vergleichen lassen! Wir klingen, um es kurz und bündig auszudrücken, eben wie LORD BELIAL!
E. M. P.: Wessen Idee war es eigentlich, die Flöte und das Cello einzubauen, was vor allem zu dem Zeitpunkt, als ihr damit angefangen habt, etwas wirklich Einzigartiges war?
T. D. B.: Daß wir Flötenlinien draufpacken könnten, war meine Idee, das war ziemlich am Anfang, so 1993, als wir unser erstes Demotape aufgenommen haben. Das mit den Celloparts, die wir auf "Enter the moonlightgate" verwendet haben, ist auf Pepa zurückzuführen. Pepa sah damals im Nachbargebäude des Studios (Studio Fredman, Göteborg - Anm. d. Verf.), in dem wir aufnahmen, eine Frau, die gerade am Cello übte und er fragte sie ganz einfach, ob sie nicht vielleicht ein paar Celloparts für das Album einspielen würde, und sie hat glücklicherweise sofort zugestimmt.
E. M. P.: Der "Angelgrinder"-Output war die erste Veröffentlichung mit einem veränderten Line Up. Warum hat eigentlich Pepa die Band vor den Aufnahmen zu besagtem Album verlassen, und warum ist er kurz darauf wieder zurückgekehrt?
T. D. B.: Er hat uns damals aus persönlichen Gründen verlassen, er wollte oder mußte mehr Zeit in seine Arbeit investieren. Wir haben dann eben Fredrik rekrutiert, mit dem wir zusammen die letzten Songs für das Album zusammengefügt haben. Ein paar Monate später jedenfalls, als wir ein paar Gigs in Göteborg, Pepas Heimatstadt, spielten, kam er auch zu dem Gig und wir zogen in Erwägung, daß er doch beim letzten Song mitspielen könnte. Jedenfalls ging das so einige Konzerte lang, daß er jeweils beim abschließenden Song mitwirkte und es funktionierte wirklich großartig und Pepa fragte nach einiger Zeit an, ob er nicht vielleicht wieder einsteigen könnte und wir entschlossen uns, es einmal ganz einfach mit drei siebensaitgen Gitarren zu versuchen. Zwei Wochen später war er jedenfalls wieder fixes Mitglied bei LORD BELIAL!
E. M. P.: Wie funktioniert das Songwriting bei LORD BELIAL, schreibst und arrangierst du die Songs nur mit dem jeweils anderen Gitarristen, oder ist beim Arrangieren die ganze Band involviert?
T. D. B.: Die meisten Riffs stammen von mir, Fredrik und Pepa bauen dann noch ihre Ideen und Riffs ein und danach arrangiert die gesamte Band den jeweiligen Song. Die Texte schreib ich dann erst, wenn ein Song fertiggestellt ist, also der Hauptanteil kommt von mir.
E. M. P.: Ich habe auf eurer Homepage gesehen, daß alle drei Gitarristen von LORD BELIAL siebensaitige Gitarren verwenden. Ist dieses Instrument für den Sound von LORD BELIAL essentiell?
T. D. B.: Es ist wirklich großartig mit den siebensaitigen Gitarren, wir können jetzt unsere alten Songs, die auf der normalen E-Stimmung sind, genauso spielen, wie das neue, tiefer gestimmte Material, das auf H basiert. Es gibt jetzt auch kein Problem mit den Soli zu den alten Tracks, weil eben die höheren sechs Saiten die normale Stimmung aufweisen und wir diese genauso wie damals reproduzieren könne. Um es auf den Punkt zu bringen, sie sind essentiell!
E. M. P.: Ihr habt euch kürzlich von eurer langjährigen Plattenfirma No Fashion getrennt, was waren die Gründe dafür, ist der Vertrag ausgelaufen oder wart ihr ganz einfach mit ihrer Arbeit und Promotion unzufrieden?
T. D. B.: Wir wollten aus vielen Gründen nicht mehr bei No Fashion unter Vertrag stehen, vor allem wegen der Geschichte mit dem Track "Purify Sweden", andere Gründe waren, daß sie für von ihnen zugesicherte Sachen wie Promos, Posters und so weiter kein Geld aufbringen wollten und diese dann auch nicht gedruckt wurden.
E. M. P.: Um noch einmal zu Song "Purify Sweden" zurückzukommen, No Fashion wollte dieses Stück also wirklich aufgrund des Songtitels nicht veröffentlichen?
T. D. B.: Ja, es war wirklich so, sie haben uns quasi hinterhältig in den Rücken gestochen. Ich habe ein Mail von ihnen bekommen, in dem stand, daß sie sich weigern, dieses Stück zu veröffentlichen und "Angelgrinder" mit einem Track weniger zu veröffentlichen. Black/Death Metal ist dazu beabsichtigt, rau, provokativ, kontrovers und dreckig zu sein, also kann ich keinen plausiblen Grund dafür finden, warum sie diesen speziellen Track vom Album verbannt haben - laut ihnen könnte man deshalb als Rassist oder Nazi klassifiziert werden, aber nur aus dem Grund, weil sie offensichtlich den Text nicht gelesen haben und einfach nur vom Titel an sich ausgegangen sind. Wer den Text dazu gelesen hat, wird schnell feststellen, daß es sich hierbei nicht im Entferntesten um etwas Rassistisches oder Nationalsozialistisches handelt! Es geht vielmehr um die ganzen verdammten, schwachen Religionen wie Islam, Christentum und so weiter - Fuck ´em!
E. M. P.: Habt ihr eigentlich derzeit irgendwelche Liveaktivitäten in Planung, vielleicht auf Festivals oder eine Tour mit einem größeren Package, sodaß auch einmal die Fans in Österreich die Möglichkeit haben, LORD BELIAL livehaftig zu sehen?
T. D. B.: Wir werden vielleicht gegen Jahresende eine kleine Europatour absolvieren, möglicherweise auch in Österreich, aber es gibt derzeit noch keinerlei Daten dazu. Unser Manager kümmert sich um diese Angelegenheiten und versucht gerade eine Tour zusammenzusetzen, wenn irgendjemand uns für diese Tour buchen möchte, soll er nicht zögern und unseren Manager unter manager@lordbelial.com kontaktieren. Wir wollen wirklich einmal auch in anderen Ländern als immer nur Deutschland, Belgien oder Holland, wo wir sowieso immer spielen, auftreten. Also wenn wir nach Österreich kommen, wirds auf jeden Fall großartig werden. Meet some crazy headbanging metalheads in Austria to party with after the show!
E. M. P.: Bist du eigentlich in irgendwelche Projekte oder andere Bands involviert, so wie Pepa mit VASSAGO und SACRAMENTUM?
T. D. B.: Bei uns sind keine Sideprojects mehr erlaubt, wir konzentrieren uns mittlerweile alle zu 100% auf LORD BELIAL. Wir hatten in der Vergangenheit insgesamt rund 15 Sideprojects laufen, haben uns aber jetzt dazu entschlossen, diese sein zu lassen und dafür unsere ganze Energie in LORD BELIAL zu stecken!
E. M. P.: Übrigens, da wir grad bei SACRAMENTUM waren, hast du eigentlich eine Ahnung, ob sie noch existieren, weißt du über irgendetwas genauer Bescheid?
T. D. B.: Also existieren tun sie schon noch, aber sie hatten etliche Probleme, so haben sie seit mittlerweile über einem Jahr nicht mehr geprobt und Schlagzeuger haben sie auch keinen mehr. Ich würd mal sagen, daß sie derzeit auf Eis liegen.
E. M. P.: Hast du eigentlich noch irgendwelche anderen Interessen außer Musik?
T. D. B.: Metal ist mein Leben und mein einziges Interesse!

Last words:
Support Lord Belial and we will remember you all in the end! Hopefully we will see each other in Austria as Lord Belial will tour Europe, and then we want to see LOTS of DRUNK metalheads HEADBANGING!!!!! CYA!!!

And thank you for a great interview!!

E. M. P.: Danke für das Interview!