Galder (OLD MANS CHILD)
Anläßlich des neuesten OLD MAN’S CHILD-Outputs "In defiance of existance" führte ich ein Interview mit OMC-Mastermind Tom Rune Andersen alias Galder.
E. M. P.: Hallo Tom, wann hast du eigentlich mit Metal angefangen, seit wann hörst du die Musik und seit wann spielst du Gitarre und Keyboard?
G.: Ich höre Metal, seitdem ich ihn das erste Mal im Radio gehört habe, so in der dritten Klasse. Ich war jedenfalls noch ein Kind. Durch das wurde ich darauf hellhörig. Das erste Album, das ich mir kaufte, war von W.A.S.P. Kurz darauf kam Thrash Metal auf und ich hörte Thrash, später dann, als der Death Metal kam, hörte ich ebendies. Ich kam mit der Zeit zu immer extremerer Musik. Mit dem Gitarrespielen hab ich so mit zwölf angefangen, mit Keyboard dann ein paar Jahre später.
E. M. P.: Wann hast du eigentlich angefangen in Bands zu spielen?
G.: Einige Jahre, bevor wir mit OLD MAN’S CHILD anfingen, spielte ich in einer Band namens REQUIEM, der Stil war damals Death Metal und wir spielten ihn ein paar Jahre lang. So 1993 oder Ende 1992 haben wir dann mit OLD MAN’S CHILD angefangen.
E. M. P.: Wer von OLD MAN’S CHILD war bereits bei REQUIEM aktiv?
G.: Neben mir waren noch Tjodalv und Jardar bei REQUIEM, wir hatten lediglich einen anderen Bassisten. Es war also im Grunde genommen fast das gleiche Line Up.
E. M. P.: Meiner Meinung nach habt ihr euren Stil seit euren Erstwerken "In the shades of life" und "Born of the flickering" hin zum aktuellen Album "In defiance of existance" doch relativ geändert, wie siehst du das?
G.: Ich würde das nicht so sagen, gerade das neue Album erinnert mich wieder mehr an "Born of the flickering". Auf "In defiance of existance" habe ich wieder diese ganzen Akustik-Passagen, die ich zu "Born of..."-Zeiten verwendete, eingebaut, die ich damals, so als ich sechzehn war, gern einbaute.
E. M. P.: Du warst erst sechzehn, als ihr "Born of the flickering" aufgenommen habt?
G.: Nein, da war ich schon älter, aber das ganze Material dafür hab ich so mit sechzehn geschrieben.
E. M. P.: Wie alt bist du denn mittlerweile?
G.: Ich bin sechsundzwanzig. Aber um wieder zum neuen Album zu kommen. Ich finde, daß es bei beiden einen Haufen Übereinstimmungen gibt. Was man allerdings auch berücksichtigen muß, ist, daß der Sound sehr viel bei einem Album ausmacht und der ist bei beiden Werken doch recht unterschiedlich. Du hast ja auch immer einen gewissen Stil, der mit dir als Musiker wächst, ob das jetzt nun zum Besseren ist oder nicht.
E. M. P.: Um jetzt beim neuen Album zu bleiben, warum fiel deine Wahl eigentlich auf das Fredman Studio?
G.: Ich hab schon immer gern die Studios gewechselt und daß diesmal die Wahl aufs Fredman fallen würde, war eigentlich nach den letzten Aufnahmen mit DIMMU BORGIR klar, da ich die Leute dort kenne, es ein sehr gutes Studio und nebenbei noch relativ billig ist.
E. M. P.: Auf dem neuen Album "In defiance of existance" ist ja gastweise auch Gus G. von FIREWIND und DREAM EVIL zu hören. Wie kam es zu der Zusammenarbeit, war dies vorher geplant oder eine spontane Aktion?
G.: Es kam so dazu, daß Gus Fredrik (Nordström, Produzent und Eigentümer des Fredman Studios, Anm. d. Verf.), mit dem er gemeinsam in einer Band (DREAM EVIL) spielt, besuchte und fragte, ob er ein paar Leads probieren könnte. Er setzte sich dann zehn Minuten hin und nahm ein paar auf und es klang killermäßig. Sie waren einfach vorherbestimmt, ein Teil dieser CD zu werden. Gus ist einfach ein großartiger Gitarrist.
E. M. P.: Ich hab so vor ein- bis eineinhalb Jahren Gerüchte gehört, daß es sich bei diesem Werk um das letzte von OLD MAN’S CHILD handeln soll, und das nur, weil es noch vertragsbedingt aufgenommen werden muß, was ist daran dran?
G.: Ich habe das jedenfalls nie gesagt, ich hab keine Ahnung, woher diese Gerüchte stammen. Ich habe jedenfalls noch einen Vertrag über zwei weitere Alben für die nächsten drei Jahre. Es birgt halt doch eine Menge Schwierigkeiten, in zwei Bands gleichzeitig zu spielen, OLD MAN’S CHILD ist mittlerweile wohl mehr ein Studioband, da wir bei weitem nicht so oft live spielten, beziehungsweise spielen. Mit DIMMU BORGIR hatte ich diesbezüglich bisher allerdings noch keine Probleme, da ich nicht mehr arbeiten gehe und daher eigentlich alle Zeit der Welt habe.
E. M. P.: Also darf man sich auf eine OLD MAN’S CHILD-Tour freuen, oder spielt sich in Bezug auf OMC wirklich nur mehr alles im Studio ab?
G.: Mit diesem Album wohl eher nicht, ich hatte bisher immer ein Pech, schlechte Mitmusiker im Line Up zu haben, wenn wir live spielten, aber wenn ich ein anständiges Line Up aufstelle, wäre es auf jeden Fall überlegenswert, wobei derzeit schauts eher nach einer reinen Studio-Band aus. Es wird mit Sicherheit auch in Zukunft eher eine Studio-Band bleiben, bei der ich mehr experimentieren kann.
E. M. P.: Das Material des neuen Werks kommt mir teilweise so vor, als ob du ausgelost hättest, ob du jetzt dieses oder jenes Riff für OLD MAN’S CHILD oder DIMMU BORGER verwenden sollst.
G.: Ja es ist schon klar, daß es immer wieder Riffs gibt, bei denen man sich für eine Band entscheiden muß. Da sich beide in einem sehr ähnlichen Stil bewegen, für mich stellt das aber kein Problem dar. Wir wurden ja schon bei "In the shades of life" mit DIMMU BORGIR verglichen.
E. M. P.: Diese Material ist aber meiner Meinung nach doch ganz schön weit von DIMMU BORGIR entfernt, schon sehr viel eher kann man das neuere Material ab "Revelation 666" mit DIMMU BORGIR vergleichen, du warst ja auf "Puritanical euphoric misanthropia" auch für ein paar Songs verantwortlich, weshalb ich dies auf jeden Fall behaupten würde.
G.: Naja, vielleicht, ich würde nicht unbedingt behaupten, daß die Songs von "Puritanical euphoric misanthropia" dem neuen OLD MAN’S CHILD-Material so ähneln, ich finde, daß sie doch ein ganzes Stück entfernt sind. Bei DIMMU BORGIR verwenden wir doch eine etwas andere Art von Riffing und sind auch insgesamt etwas bombastischer.
E. M. P.: Danke für das Interview!
E. M. P.