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Anläßlich des Erscheinens des brandneuen OLEMUS-Silberlings "PassionFall" (CCP Records) erklärten sich Robert (v.) und Manuel (b.) dazu bereit, mir einige Fragen per E-Mail zu beantworten.
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R. S.: Seit ihr mit dem Ergebnis eurer neuen Produktion "PassionFall" zufrieden?
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M. B.: Im Großen und Ganzen ja. Die Arbeit hat sich wirklich gelohnt und es ist ein geiles Gefühl, die fertige CD in den Händen zu halten.
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R. S.: Gibt es von euch aus irgendwelche Kritikpunkte, wenn ihr das fertige Album nochmals analysiert?
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M. B.: Die Produktion könnte druckvoller sein, aber ich bin nicht ein Mensch, der im Nachhinein kritisieren will. Ich vergeude hier keine Energie, sondern sage ganz einfach: "Das nächste Album muß noch heftiger klingen als dieses!"
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R. S.: Wie schauen die ersten Reaktionen aus?
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R. B.: Ja, die ersten Reviews sind da, und die sind eigentlich durchwegs gut ausgefallen. Komisch ist, das wir fast überall mit SENTENCED verglichen werden, was uns zwar sehr freut, weil wir selbst große SENTENCED-Fans sind. Speziell die "Amok" ist ein Hammer... Aber wir finden in der Musik trotzdem nicht allzuviele Parallelen.
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R. S.: Wie lange seit ihr im Studio gewesen? Gab es Unterschiede zu früheren Studioaufenthalten?
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R. B.: Die Produktion hat inklusive Aufnahmen, Mix usw. sieben Tage gedauert. Für die anderen Alben haben wir dieselbe Zeit gebraucht. Zwei Unterschiede gab es diesmal, wir haben weniger Bier gebraucht und für den Gesang haben wir uns mehr Zeit gelassen.
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R. S.: Bei "Bitter tears" dominierte das Keyboard noch ziemlich. Warum wurde dieses diesmal eher nur partiell eingesetzt bzw. stark in den Hintergrund gerückt?
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R. B.: Da steckt eigentlich gar keine fixe Idee dahinter. Die einzelnen Songs haben sich für Keyboard angeboten oder eben nicht, wir wollten nicht zwanghaft noch Keyboards draufpacken. Das hätte wahrscheinlich den Sound nur "überfüllt". Es kann aber leicht sein, daß bei der nächsten Scheibe wieder mehr synthetische Sounds zum Einsatz kommen. Ein anderer Grund könnte sein, daß wir gitarren- und gesangstechnisch in letzter Zeit mehr Gefühl für Melodie entwickelt haben und somit auf andere Mittel verzichten können.
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R. S.: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit THIRD MOON & MORTUS? (Anm.d.Verf.: Matias von THIRD MOON und Dominik von MORTUS übernahmen bei einem Song die klassische Gitarre; Wolfgang - auch THIRD MOON - stand für einige "Schreie" zur Verfügung)
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M. B.: Wir haben die Leute bei Konzerten und beim Fortgehen kennengelernt und verstehen uns prima mit ihnen. Wir wußten, daß Dominik und Matias sehr gut klassische Gitarre spielen können und wir hatten die Idee mit einem spanisch klingenden Solo. Sie besuchten uns öfters im Studio und da fragten wir einfach, ob sie das machen würden. Dasselbe war mit Wolfgang und Werner.
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R. S.: Nachdem "Bitter tears" über NSM erschienen war und ihr über einen internationalen Vertrieb verfügt habt, hörte man eigentlich recht wenig von euch (außer einigen Reviews in diversen Zeitschriften). Was war passiert?
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R. B.: Naja, wie jede Plattenfirma hoffte damals auch NSM, daß sie sehr viel CDs von uns verkaufen könnten. Als wir damals "Bitter tears" aufnahmen, war ja gerade ein Hoch in Sachen Gothic-Metal. Bands, die Keyboards und Frauengesang in ihren Reihen hatten, waren die, die im Bereich Metal die meisten CDs absetzten. Dadurch haben wir auch den Deal mit NSM bekommen.
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R. S.: Kam das Album nicht an?
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R. B.: Wirklich negative Kritik kam nur vom Rock Hard. Die betraf aber nicht die Musik, sondern nur unsere Herkunft und unsere Vergangenheit.
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R. S.: War damals nicht auch eine Tour geplant?
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R. B.: Meines Wissens nicht. Wir haben zwar live sehr viel in dieser Zeit gespielt, aber eine Tour zu organisieren, hätten die Leute von NSM nie zusammengebracht.
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R. S.: Wieviel Exemplare wurden von "Bitter tears" verkauft?
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R. B.: Das würde uns selbst interessieren. Das wollen uns die aber auch nicht verraten. In Oberösterreich und Bayern haben wir selbständig 1000 Stück verkauft.
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R. S.: Und wie ging es weiter?
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R. B.: Als wir dann die zweite CD aufnehmen wollten, haben uns NSM klargemacht, daß sie nicht mehr hinter uns stehen. Sie sagten, wir wären zu schlecht für eine weitere Aufnahme. Darauf sagten wir ihnen, daß sie uns können und kündigten den Vertrag. In dieser Zeit war dann auch ein Bruch in der Besetzung. Wir wollten neu starten und brauchten dafür Musiker, die diese Art von Musik auch "leben".
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R. S.: Es folgte dann meines Wissens noch eine Mini-EP. Kannst du mir darüber was erzählen?
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R. B.: "Psycho-path" haben wir selbst im Welser Noise Art Studio unter der Regie von Boban Milunovic produziert. Wir wollten weg von dem Gothic-Klischee und verzichteten fast vollständig auf Keyboards und Frauengesang. Finanziell war es unser Ruin. Wir haben ja auch für "Bitter tears" alle Kosten selbst getragen, bevor die Herren aus Wiener Neustadt (Anm. d. Verf.: NSM) die CD einfach übernahmen. Wir haben bis heute keinen Groschen dafür bekommen. Das heißt, die haben keine Kosten gehabt und trotzdem dafür kassiert. Ich möchte zwar heute noch diesen Herren in den Arsch treten, aber ich glaube, daß es jeden Musiker mal aufs Maul hauen muß, um daraus zu lernen. Mit dem besagten Mini-Album "Psycho-path" erhofften wir uns dann einen neuen Deal, aber es kamen keine Reaktionen.
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R. S.: Wie seit ihr zu CCP gekommen? Was gab es für Alternativen? Habt ihr es auch bei anderen in- (Napalm, NSM, Demonware) oder ausländischen Labels probiert?
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M. B.: NSM??!! Wir haben im April 2000 ein Demo aufgenommen und dieses dann an alle möglichen Plattenfirmen geschickt. Es meldeten sich zwar ein paar Firmen, aber den eindeutig besseren Deal bekamen wir bei CCP. Außerdem hatten wir schon im Vorfeld ein gutes Verhältnis zu Claus und Eva von CCP aufgebaut und vor allem ist auch der Sound, den Claus in seinem Studio fabriziert, einfach geil... Höre SEPTIC CEMETERY, THIRDMOON, JACK FROST, ASTAROTH, MORTUS,... Für die anderen Labels wäre der Sound wahrscheinlich zu wenig "Underground". Außerdem ist CCP in Linz und da drei Leute von OLEMUS in Linz wohnen, kann man ein besseres Verhältnis zu der Plattenfirma aufbauen, da wir auch persönlich hinschauen können, um Geschäftliches zu besprechen.
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R. S.: Wie seit ihr bisher mit CCP zufrieden?
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M. B.: Ich könnte mir zur Zeit nichts besseres vorstellen. Wir bekommen Kritiken, Werbung und Interviews in allen möglichen Magazinen. Vielleicht ist auch die Möglichkeit einer kleinen Tour gegeben.
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R. S.: Wie seht ihr eure Zukunft?
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R. B.: Wir hoffen, daß wir möglichst viele Konzerte spielen können, um auch anderswo Metaller kennenzulernen und daß wir in dieser Besetzung noch einige Jahre spielen werden.
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R. S.: Wieviele Alben dürfen wir noch erwarten?
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R. B.: Hoffentlich viele. Das nächste möchten wir bereits diesen Sommer einspielen.
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R. S.: Kannst du mir noch etwas über das Video erzählen? (Anm. d. Verf.: Ist auch auf der neuen CD drauf)
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R. B.: Das Video habe ich gemacht. Es zeigt halt die Band und soll die Geschichte des Songs "Dead heart goddess" erzählen. Da ich in den Texten fast immer das gleiche Thema behandle, fiel es mir leicht, eine passende Geschichte für das Video zu schreiben. Die Produktion des Videos war eine gute Erfahrung für uns und der Dreh war auch eine spaßige Sache.
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R. S.: Ich nehme mal an, daß ihr (noch) nicht von eurer Musik leben könnt. Was macht ihr "im wirklichen Leben" ("hackeln", studieren,...?)
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R. B.: Ich mache eine Fachhochschule für Medientechnik und Design. Manuel studiert Wirtschaftsinformatik, Cunzla ist Erzieher, Vera möchte Medizin studieren und unsere beiden Gitarristen Simon und Eugen sind technische Zeichner.
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R. S.: Habt ihr eine musikalische Ausbildung?
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R. B.: Zwei von uns haben Klarinette gelernt und zwei Akkordeon. Alles andere haben wir uns in den letzten 8 Jahren OLEMUS selbst beigebracht.
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R. S.: Wie oft probt ihr?
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M. B.: Hauptsächlich an den Wochenenden. So meistens Samstag und Sonntag. Da wir im ehemaligen österreichisch-deutschen Grenzhaus proben und gegenüber eine Kneipe ist, kann es schon mal vorkommen, daß wir überhaupt zu nichts kommen.
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R. S.: Wie entstehen eure Songs?
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M. B.: Tja, eigentlich ist es so, daß wir nach einigen Bier zu jammen anfangen und dann heißt es: "He, das klingt gut". Am nächsten Tag - wenn wir wir alle ausgenüchtert sind - und uns die Lieder noch immer gefallen, werden sie zu einem amtlichen OLEMUS-Song gemacht. Jede(r) trägt etwas mit seiner(m) musikalischen Einflüssen zur Musik bei. Und falls es Tage gibt, wo wir vorher nichts trinken, kommt Robert mit einem Grundgerüst und alle zusammen machen einen Song daraus.
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R. S.: Robert, was willst du mit deinen Texten ausdrücken, vermitteln?
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R. B.: Hauptsächlich geht es um Leidenschaft und Liebe. Auf der einen Seite werden diese Sachen immer mehr durch die Technik verdrängt, und auf der anderen Seite sind das die Sachen, die dich am meisten verletzen können. Wenn du dich in eine Beziehung fallen läßt und du dann draufkommst, daß dich diese Hure nur verarscht, dann ist das was, was dich fast umbringt. Es sind also persönliche Sachen, die ich dadurch verarbeite, indem ich sie schreibe und live bringe.
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R. S.: Wieso habt ihr am 01.03. den Gig mit DORNENREICH gecanceled? Soll eine ziemlich mysteriöse Geschichte gewesen sein... Angeblich habt ihr am Tag der Veranstaltung unter seltsamen Gründen abgesagt.
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R. B.: Das Konzert haben wir aus finanziellen Gründen absagen müssen, weil wir kaum Karten verkauft hätten, und wir hätten 50 Karten bezahlen müssen. Das ist immer so eine Sache, wenn du wo spielen willst, ist es den Veranstaltern meist egal, wie du spielst, es geht immer nur darum, wie viele Leute du mitbringen kannst, also wieviel Geld sie rausholen können. Und du kannst nicht einmal von "Die-hard-Fans" erwarten, daß sie mit dir jede Woche zu einem anderen Konzert fahren und eine Menge Kohle für den Eintritt ablegen müssen... Ist halt blöd, daß es genau in Wien soweit war, daß wir aus diesem Grund absagen mußten, weil der Andreas von LOST DREAMS sich den Arsch aufgerissen hat, um das Konzert zu organisieren, und wir dann kurzfristig abgesagt haben. Wir spielen echt gerne und überall, egal vor wievielen Leuten... Wenn es sein muß, auch für nur ein paar Bier... Aber wenn wir draufzahlen müssen, ist es halt scheiße.
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Thanx für das Intie und viel Erfolg all eurem musikalischen Schaffen! - R. S.
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