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Die Verteidiger des wahren Metalls in Australien, PEGAZUS, haben ein neues Album, "The headless horseman", in neuer Besetzung herausgebracht. Gitarrist und Bandkopf Johnny stand mir am Telefon ausführlich Rede und Antwort. Dies ist übrigens mein zweites Interview mit der Band, das erste gab es in der allerersten Resurrection-Ausgabe zu lesen...
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J. S.: Wie ist die Stimmung in der Band derzeit?
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J. St.: Ehrlich gesagt, fühlen wir uns erst jetzt wie eine Band. Wir sind ein jeder sehr individuell, aber auch sehr bodenständig. Das Bandfeeling ist viel positiver und stärker als jemals zuvor. Deswegen hat auch das neue Album so ein positives Feeling, wir hatten viel Spaß dabei, es zu machen. Ich denke, das merkt man dem fertigen Produkt an.
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J. S.: Seid ihr noch in Kontakt mit Danny (Cecati, Ex-Sänger - Anm. d. Verf.)?
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J. St.: (kurze Pause) Ich? Nein... Nein...
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J. S.: Herrschen da Mißstimmungen?
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J. St.: Tja, er hat eine Zeitlang in einer anderen Band gespielt, ohne uns das zu sagen. Aber das ist Vergangenheit, jetzt stehen alle wie ein Mann hinter der Band. Wir wünschen ihm viel Glück, was immer er auch macht. Diese Band will sich vorwärtsbewegen, und das in einem positiven Sinne. Und das passiert gerade.
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J. S.: Ihr lebt also nicht in der Vergangenheit?
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J. St.: Musikalisch schon. (lacht) Aber körperlich und geistig nicht.
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J. S.: Habt ihr mit dem neuen Line Up schon mal live gespielt?
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J. St.: Ja, wir haben letztes Jahr, einen Monat, bevor wir ins Studio gegangen sind, einen Showcase Gig gespielt. Dabei haben wir fünf oder sechs Songs vom neuen Album gebracht und das vor einem Publikum, welches diese noch nie zuvor gehört hat. Und die Reaktionen waren sehr erfreulich für uns, die Leute waren neugierig auf unsere neuen Sachen. Das neue Zeug kickt ass, weil es ein wenig mehr "angry" klingt und mehr Ecken und Kanten hat. Aber es ist noch immer very traditional PEGAZUS und natürlich sehr melodisch. Ein Sängerwechsel ist immer eine heikle Sache für eine Band...
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J. S.: Ein schwerer Schritt...
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J. St.: Ja, aber die Reaktionen sind fantastisch!
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J. S.: Ich persönlich finde, daß man "The headless horseman" öfters als die alten Alben hören muß.
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J. St.: (kurze Pause) Hm. Klar, das sieht jeder anders, keine Frage. Möglicherweise ist es aber auch ein Qualitätskriterium, wenn eine Scheibe erstmal ein paar Durchläufe braucht.
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J. S.: Ich finde, es ist nicht so "catchy".
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J. St.: Nicht so "catchy". Ja, die meisten Leute finden, daß unser neues Album viel eingängiger als unsere alten Sachen ist. Ich glaube, die Refrains und Hooks in den Songs sind einfach besser.
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J. S.: Worin siehst du die Hauptunterschiede zwischen dem neuen Album und den Vorgängern?
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J. St.: Die neue Scheibe hat eine Art leidenschaftliches Feeling und eine sehr lebendige Produktion, also genau das, was wir schon immer einzufangen versucht haben. Ich denke, wir haben uns nicht von unserem "üblichen" Sound entfernt und der ist eben sehr melodisch. Aber wir sind eine Nuance aggressiver geworden. Ich glaube, wir wurden durch die Tatsache beeinflußt, daß wir einen neuen Sänger in der Band haben, der uns zeigen wollte, was er draufhat.
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J. S.: Habt ihr irgendwas in punkto Aufnahme, Songwriting etc. anders als früher gemacht?
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J. St.: Nein, nicht wirklich. Wir haben die Songs wie immer geschrieben und sind damit ins Studio gegangen. Ja, wir haben dort vielleicht etwas mehr Zeit verbracht als bei den vorigen drei Alben - um ein besseres Resultat zu erzielen. Und dieses Album hat diese Art von Leidenschaft, die wir mit den Vorgängern immer einzufangen versuchten, aber es nie schafften. Sie klangen immer zu (überlegt) poliert. Ich meine, eine solche Produktion ist nichts schlechtes, aber ich habe lieber eine mit mehr Feeling.
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J. S.: Eine "metal production".
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J. St.: A REAL metal production!!! (lacht)
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J. S.: Wie schauts heuer mit einer Europa-Tour bzw. den europäischen Festivals aus?
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J. St.: Wir haben unlängst mit dem Promoter, der die HAMMERFALL-Tour 1998 gemacht hat, gesprochen. Wir haben überlegt, eine kleine Headliner-Tour in kleinen Clubs durchzuziehen. Uns ist es wirklich egal, wie groß eine Tour ist - wichtig ist nur, daß wir nach Europa kommen können, um für unsere Fans zu spielen. Ja, und so eine Tour durch kleine Clubs ist bei uns gerade in Diskussion. Denn damals, auf der Tour mit HAMMERFALL sind wir durch das Equipment des Headliners etwas eingeengt worden und unser neuer Sänger Rob Thompson benimmt sich äh ein wenig verrückt auf der Bühne . (lacht) Wir wollen unbedingt wieder in Europa spielen!
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J. S.: Was sind eigentlich eure Eindrücke und Erfahrungen von dieser Europa-Tour anno 1998?
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J. St.: Es war fantastisch!!! Ich meine, mit der ganzen Band viereinhalb Wochen in einem Tourbus zu leben, war eine tolle Erfahrung. Wir sind mit den anderen Bands wirklich gut ausgekommen, speziell HAMMERFALL waren so cool. Die ganzen Städte sehen, mit den Fans dort quatschen, ich wünschte mir, wir könnten das länger als vier oder fünf Wochen machen. Wir spielen Alben ein, die wir dann auch live bringen wollen - einem Publikum, welches das zu schätzen weiß.
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J. S.: Bitte erzähl mir die Geschichte von "Ballad of a thin man". Ich denke, das ist was sehr persönliches, stimmts?
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J. St.: (lacht) Ja, ich denke schon. Nuclear Blast haben uns gefragt, ob wir einen Song von THIN LIZZY für ein Tribute-Album covern wollen. Und das war zu einer Zeit, wie Rob Thompson noch nicht in der Band war, wie wir noch zu dritt waren. So wurden wir gefragt, ob wir in der Lage wären, das mit mir als Sänger und Gitarristen zu machen. Ich sagte ja, und wir nahmen "Warriors" und "Jailbreak" auf. Wir schickten Nuclear Blast die Songs und die mochten sie. Dann hatten wir die Idee, etwas spezielles zu machen, nicht einfach einen Song nachzuspielen. So schrieb ich den Text zu "Ballad of a thin man" und als ich dann noch ein Riff dazu hatte, spielte ich das ganze den anderen vor und die mochten es. Der Song half uns auch die Sänger-lose Zeit zu überbrücken, das mit mir am Mikro war also von vorneherein beabsichtigt. Wir haben den Song dann Phil Lynotts Mutter geschickt, um zu sehen, was sie dazu sagt, denn ich denke, die kann darüber urteilen. Und sie liebte den Song! Was für mich natürlich ein riesiges Kompliment ist. Und Blast meinten sofort, daß er auf dem nächsten PEGAZUS-Album stehen muß. (lacht) Und wir bekommen viel Feedback von den Fans wegen "Ballad of a thin man".
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J. S.: Sind THIN LIZZY einer deiner Haupteinflüsse?
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J. St.: Für mich persönlich sicherlich. THIN LIZZY, IRON MAIDEN,... Sachen mit Melodie also. Genauso JUDAS PRIEST, BLACK SABBATH,... Richtigen Metal halt.
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J. S.: Wo wir gerade von Einflüssen sprechen - kann es sein, daß du ein großer Film-Freak bist?
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J. S.: Speziell von Mel Gibson-Filmen. Da sind ein paar Songtitel...
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J. S.: Ich denke, du weißt, was ich meine.
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J. St.: Yeah. Das hat mich natürlich bei ein paar Songs inspiriert. "The patriot" und "Braveheart" sind sehr von den beiden Filmen beeinflußt. Ich bin ein riesiger Film-Fan, ich gehe sicher jede Woche 2, 3 Mal ins Kino. Neben dem Musikmachen ist Kino meine zweite große Leidenschaft. "The headless horseman", der Titeltrack des neuen Albums, ist natürlich vom Film "Sleepy hollow" inspiriert.
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J. S.: Gibts da noch andere außer den drei Songs?
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J. St.: Hm, ja, ein paar von den älteren Songs, z.B. "Apache warriors" ist von einigen Indianer-Filmen inspiriert, die die Situation der Indianer und wie sie in den USA behandelt werden, schildern - das hat mich berührt und deshalb habe ich den Song geschrieben. Oder "Bastards of war" von diversen Kriegsfilmen. Man kann aber nicht sagen, daß ich bei diesen Songs von einem bestimmten Film beeinflußt wurde, so direkt, wie das eben bei "Braveheart" und "The patriot" war.
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J. S.: In unserem ersten Interview 1998 hast du über die australische Metal-Szene gesagt, daß sich da nicht viel tut, daß sie stagniert,... Hat sich das mittlerweile geändert?
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J. St.: Ja, definitiv. 1998, wo wir bei Nuclear Blast unter Vertrag kamen, mit HAMMERFALL auf Tour gingen und als erste australische Band in Wacken spielten, hat sicherlich ein paar Türen für einheimische Metal-Bands geöffnet. Das war ein Zeichen für die Bands, etwas ernsthafter in Bezug auf sich selbst zu werden und ein Auge auf den europäischen Markt zu werfen. Als wir dann von der Tour mit HAMMERFALL zurückkamen und "Breaking the chains" in Angriff nahmen, entwickelte sich schön langsam eine kleine Metal-Szene mit ein paar Bands. Ich denke, einige Bands würden gerne HAMMERFALL sein... (lacht) Aber das ist ja in Europa nicht anders.
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J. S.: Weißt du eigentlich, was mit MORTAL SIN los ist? Ich frag das, weil die immer zu meinen Lieblingsbands zählten.
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J. St.: Ja, die haben sich vor ein paar Jahren reformiert...
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J. S.: Genau, davon hab ich gehört, aber es gab dann weder ein neues Album noch eine Tour...
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J. St.: Das stimmt, die haben nichts gemacht und sich wieder aufgelöst. Vor 6 Monaten oder so hab ich gehört, daß es wieder Aktivitäten gibt, aber Konkretes weiß ich auch nicht... Ja, MORTAL SIN haben in den 80ern cooles Zeug veröffentlicht...
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J. S.: Ja, ich mag die beiden ersten Alben sehr.
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J. St.: Das war richtig gute Old School-Thrash Metal... Es gibt da eine richtig gute neue Band, ANALYSER (soweit ich das verstanden habe - Anm. d. Verf.), die was ähnliches macht und uns bei einer Release-Party supportet hat.
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J. S.: Haben die schon ein Album veröffentlicht?
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J. St.: Ja, haben sie. Das war eine Eigenproduktion.
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