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Nachdem mich die Band am "Styrian Hordes Over Vienna" wirklich mitreißen konnten, da gute Bands im Bereich des rohen Black Metals in Österreich mit einer überdimensionalen Lupe zu suchen sind, bat ich Sänger Zhorn und Bassist Aries per Mail, mir einige Fragen zu beantworten.
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D. E.: Zum Anfang die obligatorische Aufforderung: Wie lange gibt es euch schon
und welche gravierenden Wechsel konntet ihr bis jetzt verzeichnen?
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A.: Die Gründung erfolgte im August 1999 von Wolf (v.), Aries (b.), Robert
(g.) und Otwin (d.). Zwei Monate spätern stieß Witchlord dazu, der die
zweite Gitarre spielte. Wir schrieben 2 Songs mit ihm, ehe er nach 3
Monaten wieder das Handtuch warf. Etwa zur selben Zeit mußte Wolf die
Band wegen musikalischer Differenzen verlassen und konnte von Zhorn bestens
ersetzt werden. Von nun an ging es mit SANGUIS steil bergauf und wir
werden sicher keine Besetzungswechsel durchführen, denn kein Mitglied wäre
jemals wegdenkbar.
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D. E.: Ihr habt ja jetzt euer Demo "Mortal art of blood" veröffentlicht - ist das
eure erste Aufnahme, die man kaufen kann?
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A.: Mortal Art of Blood" ist unsere erste Veröffentlichung, die wir der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben. Es gibt da noch eine Live-Aufnahme
und ein paar Proberaum-Tapes, die aber eigentlich gar nicht zu erwähnen
sind.
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D. E.: Wie waren die Reaktionen bis jetzt darauf?
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A.: Die Reaktionen waren durchwegs sehr positiv. Die Kritiken waren meist überdurchschnittlich bis euphorisch. Mit so vielen positiven Kritiken und jetzt auch einigen Interviews hätten wir nie gerechnet.
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D. E.: Ihr spielt ja Black Metal im Sinne der alten DARKTHRONE/GORGOROTH usw. Wie
kommt ihr dann dazu, eine nackte Frau als Cover zu verwenden? Diese Form des
Artworks wird doch normalerweise bei Gothic oder "melodischen" BM-Releases
verwendet.
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Z.: Wir wollten Titten am Cover, um einen Plattenvertrag mit Napalm Records zu bekommen. Ernsthaft, das Cover hat nicht einmal symbolischen Wert. Der einzige Grund, warum wir uns für das Cover entschieden haben ist, weil es Aufmerksamkeit erregt.
A.:Vergleiche zu GORGOROTH und DARKTHRONE sind meiner Meinung nach eher unpassend, da
wir um vieles mehr Melodien vorweisen können als wie die obengenannten Bands.
Auch produktionstechnisch sehe ich unser Material als besser an. (Anm. der Verf.: Gerade über diesen "guten" Sound hätte ich jetzt noch streiten können - verdammt, Black Metal gehört dreckig und roh produziert!)
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D. E.: Die CD ist ja auch im Mailorder von Red Stream zu erstehen, gabs da noch
nähere Angebote des Labels, oder hättet ihr da ein anderes Wunschlabel?
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Z.: Leider boten uns Red Stream "nur" einen Trade an, den wir aber dankbar
annahmen. Laut den letzten Meldungen verkauft sich unsere CD in Amerika aber
recht gut. Nicht umsonst konnten wir auch mit Fullmoon Productions einen
Tausch abschließen. Europa hängt ein bißchen hinterher. Christhunt waren
die Einzigen, die uns hierzulande einen Trade anboten.
Wuschlabel ist jedes, das seine Bands nicht bescheißt und/oder abzockt.
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D. E.: Was verbindet euch mit dem Black Metal der alten Schule? Wolltet ihr immer
schon in diese Richtung einschlagen?
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A.: SANGUIS hatten immer die Absicht, schnellen, harten aber melodischen Black
Metal zu machen, der auf jeglichen Keyboardeinflüsse scheißt.
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D. E.: Viele sogenannte "true Blackmetaller" sträuben sich ja dagegen, eine CD von
Bands wie CRADLE OF FILTH oder DIMMU BORGIR auch nur anzugreifen - wie steht
ihr dazu?
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Z.: Ich höre und kaufe mir das, was mir gefällt. Ob das jetzt Kommerz oder
möglicherweise politisch nicht korrekt ist, interessiert mich nicht. Ich
scheiße auf alle Weltverbesserer und True-Underground-vor-dem
Ausverkauf-Warner. Niemand hat das Recht, mir zu sagen, was ich tun oder
kaufen soll und was nicht.
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D. E.: Wenn man Interviews von norwegischen BM-Bands liest, erwähnen sie häufig,
dass ein Großteil ihrer Inspiration von der kalten Landschaft, den Wäldern
und den Fjorden Norwegens kommt und sie sich in einer anderen Umgebung gar
nicht vorstellen könnten, ihre Musik zu schaffen. Woher nehmt ihr eure
Inspiration?
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Z.: Die Inspiration kommt aus der Kälte in unseren Herzen. Den negativen
Momenten im Leben und Folgewirkungen dieser. Hasse und nenne es Macht!!!
Abgesehen davon haben wir hier auch genug Wälder. Wir leben nicht umsonst in
der "grünen Mark". Auch mit Seen können wir dienen. Es steckt aber kein
heidnischer, naturverbundener Gedanke hinter unserer Musik oder den Texten.
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D. E.: Euer Live-Auftritt am "Styrian Hordes Over Vienna" war ja meiner Meinung
ziemlich überzeugend, besonders, da es ja bei uns nicht viele Bands gibt,
die dieses schwarze Genre in ihrer pursten Form repräsentieren. Ihr hattet
aber, wenn ich mich nicht irre, vor, noch mehr auf der Bühne darzustellen.
Was stellt ihr euch dabei vor?
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A.: Live geben wir immer alles, was in uns steckt. Auf der Bühne können wir
unsere Emotionen, die sich im Laufe der Zeit stauen, abbauen. Es ist unser
größtes Anliegen, unsere Musik so vielen Metallern wie nur möglich
darzubieten. Wir überlegen immer was wir beim nächsten Gig besser machen
oder verändern können, da SANGUIS eine absolute Live-Band ist und das auch
immer bleiben wird. In Wien hatten wir uns eigentlich eine bißchen größere
Location vorgestellt, leider mußte ich dadurch auf das Feuerspucken verzichten.
Die Fans in Wien waren aber voll in Ordnung und ließen uns nach dem Gig nur
positive Reaktionen zukommen. Wer uns in Wien nicht erleben durfte,
kann gespannt auf das Austrian Black Metal Force 2 warten.
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D. E.: Inwiefern lebt ihr euer misanthropisches Image auch im privaten Leben aus?
Es soll ja Bands geben, die auf der Bühne ihre Hymnen an Satan
runterratschen und daheim der Engel der Stadt sind...
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Z.: Satan kommt in meinen Texten höchstens als Metapher vor. Keiner von uns
hat/wird je behaupten, daß wir Satanisten sind. Der wahre (blödes Wort) bzw.
geschichtliche Satanismus ist doch ein sehr eingeengtes Feld. Weiters denke
ich auch, daß jeder dieser Satanisten die Bibel gelesen haben muß, um von
seiner gewählten Religion auch die Hintergründe bzw. den Ursprung zu kennen.
Den modernen Satanismus aber, wie ihn beispielsweise die LaVey-Jünger
praktizieren, ist da schon eher interessant. Der Mensch als sich selbst als
einziger Gott geht mir persönlich aber schon wieder zu weit in die Aleister
Crowley-Richtung. Ich halte nicht sehr viel von ihm.
Geht man mit offenen Augen durch die Welt, wird man zwangsläufig zum
Misanthrop.
Noch am ehesten trifft der Begriff Okkultisten auf uns zu, aber da hier
jeder wieder eigene Ansichten hat,....
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D. E.: Welchen Bezug habt ihr zur österreichischen Szene? Gibt es Bands, die ihr
empfehlen könntet?
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A.: Wir hatten in letzter Zeit das Vergnügen, mit vielen Undergroundbands zu
spielen. Es waren keine "Ungustln" dabei und wir konnten uns mit jeder Band
sehr gut unterhalten und ein oder mehrere Biere trinken. Gut sind wir alle!
We know what we are!!!
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D. E.: Eine ziemlich oft besprochene und vielleicht schon totgeredete Frage, die
mich aber trotzdem immer interessiert: Wie steht ihr zu der Thematik
"NS-Black Metal"?
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Z.: SANGUIS wird niemals ein politische Band sein und abgesehen davon, wird eine derartige Nischenmusik wie NS-Black Metal sich auf die Dauer auch nicht durchsetzen. Klarerweise wird es immer wieder die eine oder andere Band geben, die in diese Richtung drängt, aber man kann den Leuten nicht ihren Lebensweg vorschreiben oder ihre Gedanken. Jeder muß selbst wissen, was er tut und dann auch die Konsequenzen daraus ziehen. Dr. Mengele wird sie nach ihrem Tod erwarten.
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D. E.: Dann bleibt mir nicht mehr viel, als euch noch Platz zu lassen, für was
immer ihr noch zu sagen habt.
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A.: Ich möchte allen Fans, die uns bei unseren Konzerten unterstützten, ein
kräftiges "Bang your head" zurufen!
Testet uns live und holt euch "Mortal art of blood"!!!!
Anfang nächsten Jahres werfen wir dann den nächsten Hammer auf euch.
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Dann bin ich mal gespannt, ob es diesmal gelingt, die ausgereifte Bühnenperformance auch gerecht auf CD zu bannen, da besagter "guter" Sound doch irgendwie die Gewalt einschränkt und wünsche der Band weiterhin viel Erfolg! - D. E.
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