|
Das Power-Package SAVATAGE, BLAZE & VICIOUS RUMORS machte auch in Graz halt und dort nutzte die steirischen Resurrection-Abteilung die Gelegenheit, um sich die beiden SAVA-Hauptsänger Damond Jiniya und Jon Oliva vors Mikro zu holen - man sieht, auch Legenden wie der Mountainking sind sich nicht zu schade, einem Webzine Rede und Antwort zu stehen!
|
 |
|
Res.: Damond, warst du schon mit der Musik von SAVATAGE vertraut, als du Sänger geworden bist?
|
|
D. J.: Ja, war ich. Natürlich kannte ich schon die älteren Alben, und mochte speziell "Edge of thorns", das hat alles für mich erheblich erleichtert.
|
|
Res.: Wie hast du dich bis jetzt in die Band integriert?
|
|
D. J.: Großartig! Ich bin jetzt seit März letzten Jahres bei SAVATAGE, also schon fast ein Jahr. Es ist wie eine lustige, aufregende Reise, wenn du verstehst, was ich meine. Ich kann es immer noch kaum glauben. Ich wollte immer in einer Band wie SAVATAGE sein, weil ich sie schon von klein auf kannte und mochte, und dieser Traum ist nun für mich in Erfüllung gegangen! Wirklich großartig!
|
|
Res.: Was hat sich dadurch für euch verändert?
|
|
J. O.: Dadurch, daß wir ein neues Line Up haben, hat sich auch unser Sound verändert. Er ist heavier geworden als er noch mit Al und Zak war. Aber die Musik ist immer noch die gleiche geblieben. Eine Band hat nun einmal Wechsel der Mitglieder zu verkraften, und mit Damond und Jack ist eine viel metallischere Komponente in den SAVA-Sound eingeflossen. Al und Zak waren viel mehr melodieorientiert, während diese Jungs viel aggressiver zu Werke gehen. Es ist schwer zu erklären, im Grunde ist alles beim alten geblieben, aber wenn du die Band auf der Bühne siehst, merkst du den Unterschied. Wir haben viel mehr Energie, mehr Druck dahinter. Es ist alles ein bißchen härter und dunkler geworden, verstehst du?
|
|
Res.: Wie funktionierten live die mehrstimmigen Passagen?
|
|
J. O.: Weißt du, wir machen einfach alles auf der Bühne, manchmal hat man schlechtere Tage, dann wieder sehr gute. Es hängt von so vielen Sachen ab, wie du das live umsetzt, speziell der Monitor-Sound spielt einen große Rolle. Aber wir versuchen dabei immer, soviel Spaß wie möglich zu haben. Dies ist heute unsere sechste Show hintereinander, und ich bin heute schon ziemlich müde, da wir keinen Day Off hatten. Wir sind von Deutschland runter nach Griechenland gefahren und wieder zurück. Morgen werden wir unseren ersten Day Off haben, und dann gehts schon wieder weiter nach Florenz. Wie gesagt, wir sind ein bißchen müde. Die Stimme ist wie eine Gitarre, wenn du sie überstrapazierst und wenn die Stimme müde ist, muß man eine Pause einlegen. Aber wenn wir auf der Bühne stehen, ist das wie weggeblasen, und sobald du runterkommst, ist es plötzlich wieder da, du wirst wieder müde. Aber ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste! Vom neuen Album werden wir höchstens drei Nummern spielen, dafür mehr diese Medleys. Wir wollen eine Liste der Songs zusammenstellen, die die Fans hören wollen, dazu noch Songs, die wir schon sehr lange Zeit nicht mehr live gespielt haben. Ihr werdet sehen, die Show wird euch gefallen, alles dabei, von sehr alten Nummern bis hin zu dem neuen Material.
|
|
Res.: Was werden wir heute abend zu hören bekommen?
|
|
J. O.: Heute gibts einen guten, ausgewogenen Mix aus allem, ein paar Medleys, für jeden wird etwas dabeisein. Ihr wißt ja, wir haben ein paar exzellente Balladen wie "Believe" und "When the crowds are gone", dazu noch die härteren Songs wie "Sirens" oder "Hall of the mountainking". Und natürlich noch richtige Knaller wie "Chance".
|
|
Res.: Habt ihr Pläne für eine DVD?
|
|
J. O.: Ja, wir werden wahrscheinlich im Oktober eine DVD herausbringen. Durch die Tragödie am 11. September mußten wir unsere Tour verschieben, wodurch wir einige Locations verloren haben, die wir ursprünglich einhalten wollten. Aber das wird jetzt alles nachgeholt, auch die Festivals, auf denen wir spielen wollten. Leider bekamen wir den Platz in Griechenland nicht mehr, an dem wir die DVD aufnehmen wollten, und so müssen wir uns nun nach etwas anderem umsehen. Denn dies war die perfekte Location: Wir hätten sie für drei Tage gebraucht, zwei Tage mit Publikum und einen Tag ohne. Aber unser Management arbeitet daran. Wenn das nicht funktioniert, werden wir zuerst unser nächstes Studio-Album aufnehmen und danach dann die DVD. Vielleicht werden wir aber auch in Deutschland oder Holland Material für die DVD aufnehmen. Viele Leute in den Staaten haben uns gesagt, sie wollen unbedingt ein neues Album, was wir auch sicher machen werden, da wir jetzt zwei neue Mitglieder haben. Aber wir werden auch sicher das DVD-Ding durchziehen, das ist etwas, was wir schon seit Jahren machen wollen. Wir haben genug Material dafür gesammelt, Live-Aufnahmen und anderes Zeug, ihr werdet sehen.
|
|
Res.: Gibt es von Damond schon Ideen für die neue Platte?
|
|
J. O.: Absolut! Wir spielen ja schon fast ein Jahr mit ihm zusammen, und er wird auf dem neuen Album seine Einflüsse und Ideen miteinbringen. Wir haben schon genug Material beisammen, auch ältere Sachen, die es bis jetzt nicht auf die Alben geschafft haben und das wir jetzt benutzen. Zum Beispiel der 11. September, nach dem praktisch nichts mehr wie es vorher war und der für uns alles verändert hat. Das letzte, an das du denken willst ist, was hätte mit der Band passieren können, wenn du dasitzt und über die Tausenden Toten nachdenkst. An Musik denkst du überhaupt nicht mehr. Es war ein großer Schock für uns alle. Ich habe immer noch Angst, in ein Flugzeug zu steigen. Terroristen benutzen Flugzeuge als Bomben, das ist alles eine riesen Scheiße! Wir werden all unsere Erfahrungen und Eindrücke in die neue Platte einfließen lassen, natürlich.
|
|
Res.: Seid ihr immer noch mit Zak in Kontakt?
|
|
J. O.: Ja, sind wir, ich sehe ihn die ganze Zeit. Er arbeitet gerade an seinem Solo-Album. Er wollte immer Musik machen, aber nur dann, wenn er gerade Lust dazu hatte. Er brachte es nicht mehr, die erforderliche Zeit in die Band einzubringen. Er wollte nur ein paar Wochen im Jahr arbeiten, und das wäre entschieden zu wenig gewesen. Er begann das Interesse zu verlieren, und als sein Kind auf die Welt kam, wußten wir, daß es nur noch eine Frage der Zeit sein würde. Das ist eben so: Man heiratet, bekommt Kinder, das Leben geht weiter, ob man in einer Band spielt oder nicht. Zak mußte sich zwischen seiner Familie und seiner Karriere entscheiden, und er entschied sich eben für seine Familie. Musik nur als eine Art Hobby zu betrachten, kam nicht in Frage, denn wir wollen nun mal reisen, auf Tour sein, arbeiten, und beides konnte nicht gutgehen. Aber wenn ihn das glücklich macht, und das tut es, ist es ok, und Gott segne ihn dafür. Auch mit Al war es ähnlich: Er hat eine Scheidung hinter sich, dazu hat er drei Kinder, und dann kam die Chance mit MEGADETH, die ihm natürlich viel mehr bezahlen können als wir. Niemand von diesen Jungs verließ die Band, weil es Streit gab, sondern ihre persönliche Lebenssituation hatte es einfach erfordert und sie hatten Entscheidungen zu treffen. Mit Jack und Damond kam eine völlig neue Facette zu SAVATAGE. Im Gegensatz zu Al und Zak haben sie einen völlig anderen Hintergrund, und ich denke das ist gut so, denn "Dead winter dead" und "Wake of Magellan" zum Beispiel waren ziemlich ähnliche Alben. Alles hat irgendwie seinen Grund, und vielleicht war das für uns vorbestimmt. Als wir begannen, waren wir ständig am Touren, spielten diese ganzen Festivals, und unser Leben spielte sich nur in der Band ab. Was die Band jetzt brauchte, war ein Tritt in den Arsch, und genau den bekamen wir mit Damond und Jack.
|
|
Res.: Damond hat das ältere Material einfach besser drauf als Zak, der mehr melodie-orientiert war.
|
|
J. O.: Zak ist ein außergewöhnlich guter Sänger, aber er konnte nie mein Material so singen, wie ich mir das vorstellte. Das ist der große Unterschied zwischen Damond und Zak: Damond ist genauso gut im Umgang mit Melodien, aber er schafft es, in Extreme zu gehen, die es benötigt, um Songs wie "24 hours ago" oder "Beyond the doors of the dark" zu singen.
|
|
Res.: Was ist der Grund, weshalb ihr nun verstärkt auf Medleys zurückgreift?
|
|
J. O.: Einfach deshalb, weil es uns Spaß macht. Natürlich wissen wir, daß wir nicht immer jeden einzelnen zufriedenstellen können, denn manche Leute wollen einfach die Songs komplett ausgespielt hören. Wir machen ein Titeltrack-Medley, mit "Handful of rain", "Dead winter dead", "Wake of Magellan" und "Edge of thorns". Manche Songs sind ein wenig gekürzt, aber die meisten werden vollständig zu hören sein. Wenn wir alle Hits spielen sollten, müßten wir jeden Abend vier Stunden auf der Bühne stehen, denn wir haben schließlich 14 Alben. Mit den Medleys können wir dem Publikum einfach mehr bieten. Auf der letzten Tour haben wir "Chance" nie vollständig gespielt, immer irgendwo etwas weggelassen, auch bei anderen Songs, aber diesmal spielen wir es in der kompletten Länge. Meistens ist aber nie genug Zeit, denn es gibt schließlich ein Zeitlimit. Aber wir wollen immer alle glücklich machen, was aber nicht immer leicht ist, schließlich haben wir sehr viele Alben gemacht. Wir geben immer das Beste, einfach weil es die Fans verdienen. Wir wollen nicht, daß jemand enttäuscht nach Hause geht. Wenn die Setlist zu lang wird, kann es passieren, dass es die Leute langweilt. Wir haben zwei Support-Bands mit auf Tour, und wir wollen nicht, daß jemand vorher schon müde nach Hause geht.
|
|
Res.: Wie stehts mit TRANSSIBERIAN ORCHESTRA? Tut sich hier was neues?
|
|
J. O.: Nun, TRANSSIBERIAN ORCHESTRA wächst und wächst. In den Staaten ist es sehr erfolgreich, und die Menschen lieben es. Dieses Jahr hatten wir 5.000er Hallen, nächstes Jahr werden wir die 10.000 überschreiten. Wir tourten einen Monat lang, vom 24. November bis 24. Dezember, in 65 Städten, das alles an der West- und an der Ostküste. So hatten wir zwei Projekte, zwei Bands, und viele Freunde waren mit dabei. Musiker, die schon mit Leuten wie Paul McCartney, Elton John, Billy Joel gespielt hatten, sowie Alex Skolnick, Chris Caffery, Al Pitrelli, alles sehr gute Musiker. Wenn wir in einer Stadt spielten, benutzten wir immer auch das örtliche Orchester, auf Tour waren nicht so viele Geiger mit dabei. Aber es ist immer noch eine Riesen-Sache, ein großer Aufwand jedesmal, verschiedene Trucks voll mit dem Bühnen-Equipment. Wir werden voraussichtlich nächstes Jahr mit dem TRANSSIBERIAN ORCHESTRA auch nach Europa kommen, geplant sind einmal fünf Shows, vielleicht auch mehr. Auch wahrscheinlich nach Österreich, denn ich liebe Österreich, es ist wirklich schön hier bei euch!
|
|
Res.: Heute findet ja bekanntlich der Superbowl statt. Werdet ihr ihn anschauen, wo sind eure Sympathien verteilt?
|
|
J. O.: Wir werden ihn nicht anschauen. Ich finde beide Teams wirklich ätzend, und unser Lieblings-Team, die Tampa Bay Buccaneers, sind ja schon vor längerer Zeit rausgeflogen, wie üblich. Ich mag auch noch die New York Jets ganz gerne, nur sind die auch nicht mehr dabei. Also was solls! Wir werden unsere Show spielen, danach noch ein paar Drinks zu uns nehmen, uns in den Bus legen und morgen in Florenz aufwachen.
|
|
Res.: Vielen Dank euch beiden für das Gespräch, alles Gute für die Show und die Zukunft! - M. W. & J. K.
|
|