Derek Greene (SEPULTURA)
A. H.: Hallo Derrick, wie gehts euch soweit ?
D. G.: Danke, gut. Wir sind jetzt seit 2 Wochen auf dieser kleinen Promo-Tour, auf der wir nur kleine Clubs spielen, und dann, wenn die neuen Alben rauskommen, gehts auf US-Tour mit VOIVOD. Dann kommen wir wieder nach Europa für ein paar Festivals. Die "Revulvsongs"-Cover-EP wird übrigens als Bonus-CD an die reguläre neue "Roorback"-CD angehängt werden.
A. H.: Spielen VOIVOID mit Jason Newsted (ex-METALLICA)?
D. G.: Ja - Jason spielt jetzt bei VOIVOD und bei Ozzy Osbourne.
A. H.: Also fast schon ein Wechselspiel wie beim Fußball - bist du eigentlich von den Brasilianern schon infiziert worden? Als Amerikaner hat man ja mit Fußball normalerweise eher wenig am Hut.
D. G.: Ich komme immer mehr und mehr rein. Ich lebe jetzt seit ein paar Jahren fix in Sao Paolo, und du kannst dir vorstellen, was dort beim WM-Titel los war. Aber auch die US-Boys werden immer besser. Ich hätte mir so gewunschen, daß sie die Deutschen rauswerfen, und fast hätte es ja auch geklappt. Wir spielen auch untereinander immer wieder. Ich hab auch ein Jahr in Holland gelebt, und dort ist ja Fußball auch recht groß. Aber vorher hab ich die meiste Zeit in New York verbracht.
A. H.: Fühlst du dich wohl in deiner neuen Heimat?
D. G.: Definitiv - die Leute in Sao Paolo haben mich sehr nett aufgenommen, und es ist auch sehr gut für die Band, daß wir alle beieinander leben. Auch mit den Fans geht es schon viel besser. Dieser Druck, der durch die Nachfolge zu Max entstanden war, wird immer leichter, und die Leuten haben auch mittlerweile den nötigen Abstand. Außerdem machen SEPULTURA mittlerweile doch wieder etwas anderes, eigenständiges. Das ist auch der Grund, warum wir nicht mehr bei Roadrunner sind, da die eher ein Album in der alten Machart wollten. So ist es, denke ich, besser für beide Seiten. Im allgemeinen kommen immer mehr und mehr Leute auf härtere Musik. So bekommen wir auch sehr viele ganz neue Fans, die die alten SEPULTURA-Sachen gar nicht so kennen und mit den neuen Songs einsteigen. Das "Roorback"-Album ist auch wieder recht anders im Vergleich zu z.B. "Nation" geworden, wir wollten wieder mal sehr viel rohe Energie freilassen.
A. H.: Spielst du auch noch Gitarre?
D. G.: Ja, das ist auch eine Änderung. Ich spiele jetzt viel mehr als früher, da ich langsam, aber sicher besser werde. Ich spiele so ungefähr den halben Set Gitarre und die andere Hälfte singe ich nur.
A. H.: Warst du noch in New York, als die Terroranschläge vom 11.09.2001 stattfanden?
D. G.: Nein, ich war schon in Brasilien. Aber es ist schon recht bizarr, wenn du dort lange gelebt hast.
A. H.: Und wie sehen das die Leute in Brasilien - kümmern sie sich überhaupt über diesen US/Islam-Konflikt?
D. G.: Ja, schon. Sie denken auch viel darüber nach, aber auf der anderen Seite haben sie selbst so viele Probleme im eigenen Land mit all der Korruption und Armut.
A. H.: Kommen wir wieder zu einem etwas erfreulicheren Thema. Eine Frage, die ich immer stellen muß - kennst du die Band KING’S X, meine Lieblingsband?
D. G.: Natürlich! Ich bin ein großer KING’S X-Fan! Vor allem "Out of the silent planet" und "Gretchen goes to Nebraska" haben damals in New York einen ganz schönen Eindruck hinterlassen. Eine super Band, die leider, warum auch immer, nie den richtigen kommerziellen Durchbruch geschafft hat. Die sind wirklich ein ultimatives "Live Power Trio".
A. H.: Wie war die "Tattoo the earth tour" in den USA?
D. G.: Grandios! Wir tourten mit SLAYER und teilweise SYSTEM OF A DOWN. Dort haben uns wirklich viele Kids gesehen, die überhaupt keine Ahnung von SEPULTURA hatten. Wir konnten sicher einen ganzen Haufen neuer Fans gewinnen, die uns sonst vielleicht nie gesehen hätten. Ich hoffe, daß es die Tour auch einmal nach Europa schafft.
A. H.: Warum glaubst du, daß die Medien immer SOULFLY größer darstellen als SEPULTURA, obwohl zu SOULFLY auch nicht gerade mehr Leute kommen?
D. G.: Ich weiß es nicht, aber wir versuchen, uns da nicht einzumischen und einfach die Musik sprechen zu lassen. Ich kümmere mich lieber darum, mit der Band ordentlich zu wachsen.
A. H.: Ok, ich denke, das war das passende Schlußwort und danke nochmal für das nette Gespräch. Ihr spielt doch heute Abend "Inner self", oder?
D. G.: Ja sicher!
A. H.: Super! Na dann paßt ja sowieso schon alles - c ya!
A. H.