Jack Frost (SEVEN WITCHES)
SEVEN WITCHES haben mit "Xiled to infinity and one" ein fantastisches neues Album herausgebracht, welches sich jeder Metalhead auf der Stelle in den Schrank stellen muß. Der Mainman und gerade von der SAVATAGE-Tour zurückgekehrte Jack Frost entpuppte sich am Telefon als wirklich netter und professioneller Zeitgenosse - man sieht, es geht auch anders (siehe ICED EARTH)!
J. S.: Es gab Line Up-Wechsel bei SEVEN WITCHES, bitte erzähl mir darüber!
J. F.: Unser Original-Sänger Bobby hat die Band ca. vor einem Jahr verlassen, und zwar aufgrund musikalischer Differenzen. Bobby ist ein phänomenaler Sänger und ein wirklich toller Kerl, aber wir waren uns über die musikalische Richtung nicht mehr einig und so einigten wir uns auf eine Trennung. Für ihn kam Wade Black, ex-CRIMSON GLORY, er sang auch das neue Album ein. John Osbourn, der Drummer, war nie ein fixes Bandmitglied. Er spielte die zweite CD ein. Wir hatten noch nie einen fixen Drummer, aber jetzt hat sich Brian Craig, ex-DESTINYS END, uns angeschlossen.
J. S.: Was ist die Bedeutung des Albumtitels?
J. F.: Der hat verschiedene Bedeutungen. Wenn man sich das Album-Cover ansieht, sieht man da diesen Vampir - und der ist ja quasi für alle Ewigkeiten im Exil, denn er kann untertags nicht leben und benötigt Blut zum überleben. Überhaupt sind heutzutage viele Leute im "Exil". Oder denke zurück ins Mittelalter, wenn Könige und Königinnen ihre Burgen Richtung Exil verlassen mußten. Du siehst, es kann viele verschiedene Bedeutungen annehmen und was ich daran mag ist, daß die Leute das selber so interpretieren können, wie sie darüber denken.
J. S.: Ist es ein Konzeptalbum?
J. F.: Nein, nicht wirklich. Das einzige Konzept ist "true real heavy metal"! (lacht) Darüber, wie der Metal die Welt regiert. Es ist ein traditionelles Metal-Album.
J. S.: Wieso nimmst du eigentlich für jedes SEVEN WITCHES-Album Cover-Versions auf? Auch habe ich auf diversen Tribute-Alben, auf denen du mitgewirkt hast, über 10 Cover-Songs gezählt.
J. F.: Ich bin ein riesiger Metal-Fan und es macht mir großen Spaß, Songs von all den Bands, die ich mag, zu covern. Ich stecke gern mein Herz in alte Songs, um sie dann moderner klingen zu lassen. Es ist irgendwie ein "Dankeschön" an die alten Bands und deswegen genieße ich es sehr, an Tribute-Alben mitzuwirken.
J. S.: Sind das also quasi deine All Time-Faves? Ich spreche von ACCEPT, DIO, MANOWAR, THE SCORPIONS,...
J. F.: Genau, das sind all die Bands, die ich schon seit jeher liebe. Die letzte Coverversion, die ich gemacht habe, war ja "See you in hell" von GRIM REAPER - ich liebe diesen Song!
J. S.: Hast du versucht, Steve Grimmett für die Aufnahmen zu bekommen?
J. F.: (lacht) Nein, das habe ich nicht gemacht, obwohl Steve es sicher genossen hätte, das zu tun!
J. S.: Meine persönliche Meinung über das neue Album ist, daß es um einiges heavier und powervoller als "City of lost souls" ist. Was sagst du dazu?
J. F.: Das ist es DEFINITIV! Ich wollte ein richtig traditionelles Metal-Album machen, ich wollte mehr Gitarren, mehr Gesang,... Bei den beiden ersten Scheiben bin ich einfach nicht auf den Punkt gekommen, weil ich durch andere Sachen abgelenkt war - aber diesmal habe ich das Album gemacht, das ich machen wollte, und das in dem Studio, wo ich es machen wollte.
J. S.: Ich finde, die Scheibe klingt zeitlos.
J. F.: Ich weiß genau, was du meinst! Und genau das wollte ich erreichen. Ein Freund von mir meinte, daß das Album klingt, wie wenn es 1980 aufgenommen worden wäre und wie ein altes Album klingt. Und ich hab gemeint "Willst du mich verarschen? Das ist ein Riesen-Kompliment für mich!" Und genau das war der Punkt, zu den Ursprüngen zurückzugehen.
J. S.: Ihr habt auch das Label gewechselt, wie hat sich das ergeben?
J. F.: Es gab keinerlei Streit mit Massacre, es war nur so, daß die ihre Richtung hatten und ich meine. Dann haben mich Noise/Sanctuary angerufen und ich nahm ihr Angebot an. Massacre haben viel für uns getan und uns keine Steine in den Weg gelegt. Jetzt sind wir beim besten Label der Welt, die haben uns Geld in die Hand gedrückt, ins Studio geschickt und gesagt "mach!" - welches andere Label tut das schon? Ich darf ich selbst sein und dafür danke ich Noise.
J. S.: Was ist "The Coven"?
J. F.: Ah, damit ist die SEVEN WITCHES-Website gemeint und ebenso alle Freunde und Fans von Bands wie SEVEN WITCHES, SAVATAGE usw., quasi ein anderer Name für "Brothers Of Metal" (lacht). Eine Art "Familie".
J. S.: In welchen Bands spielst du jetzt eigentlich zur Zeit?
J. F.: Ich bin ein fixes Mitglied von SAVATAGE und natürlich SEVEN WITCHES. Ich spiele auch für THE BRONX CASKET CO. Gitarre, aber SAVATAGE ist meine Priorität und SEVEN WITCHES mein "Baby".
J. S.: Würdest du dich als Workaholic bezeichnen?
J. F.: Definitiv! (lacht) Der Tag hat für mich einfach nicht genug Stunden. (lacht)
J. S.: Denkst du, daß deine Kreativität darunter leiden könnte, wenn du soviel arbeitest?
J. F.: Schau, wenn ich was machen will, dann mache ich es. Ich veröffentliche kein Album, nur damit es heraußen ist. Ich muß das Gefühl haben, daß es etwas Großartiges ist. Ich verlasse das Studio nicht, bevor ich nicht 100%ig zufrieden damit bin. Alles andere wäre unfair den Bands gegenüber.
J. S.: Was ist mit SPEEED?
J. F.: Ich hatte sehr viel Spaß, diese Scheibe einzuspielen! Ich möchte irgendwann ein zweites Album rausbringen, aber zur Zeit haben weder Aaron noch Ray genügend Zeit zur Verfügung. Die Zeit muß reif sein, dann machen wir eine neue Scheibe. Ich kann dir nicht sagen, ob sich das dieses oder nächstes Jahr ausgehen wird, ich hoffe, daß es sich ausgehen wird, aber da wir derzeit nicht einmal einen Plattenvertrag haben, kann man nur abwarten, was die Zukunft bringen wird.
J. S.: Was wird deine nächste Platte sein?
J. F.: Es sieht so aus, als würde das ein neues SAVATAGE-Album sein.
J. S.: Ich habe gehört, daß du auch auf dem Solo-Album des Ex-PEGAZUS-Sängers Danny Cecati Gitarre spielen wirst, stimmt das?
J. F.: Ja, ich hab mit ihm vor ca. 8 Monaten darüber gesprochen. Ich würde das wirklich gerne machen, denn er ist ein großartiger Sänger. Er war übrigens in der Auswahl für SEVEN WITCHES. Ich hab ihm meine Nummer gegeben und wenn er anruft, werden wir weitersehen.
J. S.: Wirst du in den Songwriting-Prozeß vom nächsten SAVATAGE-Album involviert sein?
J. F.: Ja, die nächste SAVATAGE wird eine Sache der ganze Band, ganz sicher. Wir werden uns wie in alten Tagen treffen und jammen und ein tolles Album herausbringen!
J. S.: Und kann man sagen, wann es soweit sein wird?
J. F.: Wir hoffen, noch vor Weihnachten.
J. S.: Oh, so früh schon?
J. F.: Ja, wir werdens versuchen, denn die Leute wollen Damond hören. Es ist überhaupt fast eine "neue" Band und die Leute wollen diese "neue Band" hören.
J. S.: Was ist dein Lieblingsalbum, auf dem du mitgewirkt hast?
J. F.: Definitiv die neue SEVEN WITCHES. Ich weiß, viele Musiker bezeichnen das jeweils neue Album als das beste, aber für mich ist das die erste Scheibe, von der ich 100%ig sagen kann, daß sie so geworden ist, wie ich es wollte. Da steckt wirklich mein Herz drinnen.
J. S.: Seit wann spielst du Gitarre?
J. F.: Ernsthaft seit ca. 15 Jahren.
J. S.: Spielst du auch andere Instrumente?
J. F.: Ja, ich kann Klavier spielen, Schlagzeug, ich kann singen,...
J. S.: Abschlußfrage - Wie bist du zum Metal gekommen?
J. F.: Durch KANSAS, als ich "The wall" gehört habe, hat das mein Leben geändert. Dann kamen BLACK SABBATH und JUDAS PRIEST und änderten mein Leben ein zweites Mal. (lacht) Danke dir vielmals für dieses Interview, ihr Typen von den Magazinen tut soviel für den Metal!
J. S.