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Was für ein Traumpackage, das den ohnehin schon konzertreichen Monat April würdig beendete. Zusammen mit den Finnen STRATOVARIUS und THUNDERSTONE beehrten die US-Progressive Metal-Giganten SYMPHONY X zum ersten Mal die Alpenrepublik. Grund genug - und eine große Ehre für mich, Gitarrist Michael Romeo, Drummer Jason Rullo und Sänger Russell Allen vor der Show zu einem kleinen Plausch zu bitten.
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M. W.: Hallo! Wirklich schön, daß ihr es endlich einmal nach Österreich geschafft habt, zum ersten Mal übrigens! Wie geht es euch, und wie läuft die Tour?
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M. R.: Ganz gut, obwohl es auch ziemlich anstrengend ist. Wir hatten zum Glück gerade zwei Day Offs. Die Tour an sich läuft prima, und mit den anderen Bands verstehen wir uns ausgezeichnet. Vom Publikum gab es wirklich hervorragende Reaktionen, wir sind im Großen und Ganzen absolut zufrieden.
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M. W.: Laßt uns gleich über das neue Album "The odyssey" sprechen!
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M. R.: Nun, es ist definitiv härter als alle unsere bisherigen Alben, denn es war unsere Absicht, diesmal etwas anderes zu machen, es ist alles ein wenig dunkler und härter geworden als man es von uns gewohnt war, der Sound, die Produktion und die Vocals. Einfach deshalb, um es wieder interessanter zu machen. Die Songs sind meiner Meinung nach sehr ausgewogen, die harten Parts sind härter, die ruhigeren Songs noch melodischer geworden. Der Titeltrack befasst sich thematisch übrigens mit dem griechischen Epos des Odysseus (darauf wären wir NIE gekommen! - J. S.). Wir dachten einfach, daß sich wieder ein so langer, komplexer Song auf dem Album befinden sollte. Einer, der eine Geschichte erzählt.
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M. W.: Kann man das mit dem Titeltrack von "Divine wings of tragedy" vergleichen?
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M. R.: Doch, in gewisser Weise schon. Beide Tracks sind ziemlich ähnlich ausgelegt, obwohl ich persönlich momentan "The odyssey" ein bißchen besser finde. Wir haben diesmal viel herumexperimentiert, besonders bei den Vocals.
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M. W.: Ich denke, auch die Produktion ist diesmal erheblich anders ausgefallen. Wieso habt ihr euch für einen derart rauhen Sound entschieden?
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M. R.: Ja, das stimmt schon. Schon beim Entstehungsprozeß merkten wir, daß diese Songs einfach nach einer härteren Produktion verlangten und einen anderen Sound brauchten. Wir wollten auf keinen Fall hübsch glattpoliert klingen, denn das hätte die Songs kaputtgemacht.
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M. W.: Einige von Euch waren und sind in verschiedenste (Side-)Projects wie REDEMPTION, KOTIPELTO oder AYREON involviert. Sehr interessant ist für mich auch das RUSH-Tribute-Album, für welches ihr den Track "Analog kid" aufgenommen habt. Aus welchem Grund habt ihr euch für diesen Song entschieden?
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M. R.: Wir haben uns diesen speziellen Song gar nicht selbst ausgesucht, einfach deshalb, weil wir in diese RUSH-Tribute-Geschichte zu spät involviert wurden. Viele Songs waren schon an andere Künstler vergeben. Aber dies ist definitiv eine coole Nummer, und ich denke, wir haben die Umsetzung ganz gut hinbekommen. Wenn wir eine Wahl gehabt hätten, würden wir uns wohl für eine ältere RUSH-Nummer wie "Hemispheres" oder "Farewell to kings" entschieden haben.
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M. W.: Wie war denn die Zusammenarbeit mit Arjen Lucassen von AYREON?
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M. R.: Phantastisch, obwohl ich persönlich nur einen Song mit ihm aufgenommen habe, nämlich für sein STAR ONE-Project. Er hatte uns schon vorher ein Tape von AYREON geschickt. Er ist ein unglaublich talentierter Musiker und weiß wirklich, was er tut.
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M. W.: Was kannst du mir denn in Bezug auf REDEMPTION erzählen?
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M. R.: Nun, da ist eigentlich hauptsächlich Jason, unser Drummer, dabei. Wir arbeiteten mit Ray Alder und Mark Zonder von FATES WARNING und Rick Mythiasin (Ex-STEEL PROPHET), machten ein paar Songs zusammen und Jason spielte die Drums für dieses Albums ein. Es ist vor kurzem erschienen.
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M. W.: Jason, du bist ein sehr vielseitiger Drummer. Welche musikalischen Einflüsse haben dich besonders geprägt?
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J. R.: Als ich jung war, mochte ich besonders Alex van Halen, RUSH natürlich, dieser ganze progressive Kram eben. Außerdem bin ich ein großer Jazz-Fan, ich mag Fusion, afro-kubanische Musik, Schlagzeuger wie Vinnie Colaiuta, auch gegen ein wenig Klassik hab ich nichts. Ich mag soviel unterschiedlichste Musik, denn es gibt sehr viel Interessantes.
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M. W.: Mike, auf eurer Homepage steht was von diesem "Big in Japan"-Syndrom. Hältst du Japan für einen wichtigen Markt für eure Musik? Bekanntlich sind die Japaner große Freunde des Melodic- und des Power Metals...
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M. R.: Ich denke, das kann man schon sagen. Als wir 1998 das erste Mal dort auf Tour waren, merkten wir schnell, daß Musik für die Japaner einen total hohen Stellenwert hat. Unsere Scheiben haben sich sensationell dort verkauft und wir hatten unglaubliche Reaktionen von den Leuten. Ich glaube, wir waren dort sogar in den Charts!
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M. W.: Wie siehst du die Situation des Progressive Metals in Amerika?
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M. R.: Nun, eigentlich ist das noch immer eine Form von Underground. Aber nach der Tour, die wir mit BLIND GUARDIAN absolviert hatten, merkten wir, daß sehr wohl eine große Fansbasis existiert, und es kommen viele Leute zu Konzerten von Bands dieser Richtung. Die Situation bessert sich zunehmends, früher war das schon anders.
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M. W.: Wenn du Amerika und Europa vergleichst, wo fühlst du dich wohler, wo ist die Akzeptanz eurer Musik gegenüber größer?
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M. R.: Definitiv Europa, ich liebe es, hier live zu spielen! Aber es war auch in Amerika zuhause nicht so übel, wie wir es befürchtet hatten. Wir waren vor dieser BLIND GUARDIAN-Tour nicht sicher, wie es beim Publikum ankommen würde. Aber in den größeren Städten wie beispielsweise New York oder Montreal waren ziemlich große Hallen, die eigentlich fast alle ausverkauft waren. Im September 2003 werden wir auf dem "Prog Power"-Festival in Atlanta spielen, wir waren schon einmal dort, und das ist auch ein recht großes Ereignis.
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M. W.: Für die Lyrics des Songs "King of terrors" habt ihr eurch von E. A. Poe inspirieren lassen? Habt ihr eine spezielle Vorliebe für diesen Autor?
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R. A.: E. A. Poe ist einer meiner Lieblingsschreiber überhaupt, er besitzt diese ganz eigene, dunkle, mystische Atmosphäre in seinen Werken. Für mich verkörpert er am besten die klassische Horrorliteratur. Es lag auf der Hand, für "King of terrors" seine Texte heranzuziehen, da der Song einige sehr harte und dunkle Stellen besitzt, und ich denke, das hat gut funktioniert.
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M. W.: Hat es! Ich danke euch allen für Eure Zeit. Viel Glück für die Tour!
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