|
Seit gut einem Jahr ist das "Keeper of Excalibur" in Innsbruck das Zentrum der Tiroler Szene. Aus der Asche des "Hardware" erschuf Peter Trötscher mit seinen Freunden ein Lokal, das weit mehr ist als eine bloße Kneipe. Zusammen mit den Fans bastelten sie an die Hütte, um diese wieder "metalgerecht" prasentieren können. Die Fans danken es ihnen, denn oft bleibt der Laden weit über die offiziellen Öffnungszeiten auch bis sieben, acht Uhr morgens oder noch später offen. Dazu nun mehr.
|
 |
|
S. R.: Vor gut einem Jahr war es mit dem "Hardware" schlecht bestellt. Wie seid ihr drauf gekommen, am selben Ort ein Metallokal zu eröffnen?
|
|
P. T.: Das war ganz einfach: Der Besitzer des Hardware hat geschlossen und das Lokal war zu dem Zeitpunkt preisgünstig zu bekommen. Zudem war es schon seit jeher mein Wunsch, eine Metalbar zu betreiben, in der sich die wahren Metalfans treffen und feiern können. Aber welcher Mensch mit einem gesunden Verstand würde das nicht wollen? *g*
|
|
S. R.: Hattet ihr aber keine Angst, wie das Hardware seinerzeit zu versagen?
|
|
P. T.: Ja, klar, wir waren uns der Gefahr bewußt. Ich wußte zwar, daß unsere Stammgäste ins Excalibur gekommen wären, aber das Risiko war dennoch nicht zu unterschätzen.
|
|
S. R.: Das "Hardware" verzeichnete zwar einen guten Start, zuletzt ging es aber total unter. Einer der wichtigsten Gründe dafür waren die ganzen Nazis, die immer mehr Besucher verscheuchten. Welche Linie habt ihr diesbezüglich angenommen?
|
|
P. T.: Politik kommt nicht ins Keeper of Excalibur rein! Wir spielen keinen politischen Sound, und Radikale sind unerwünscht, egal ob es sich nun um Rechte oder um Linke handelt. Für sie endet der Weg an der Tür!
|
|
S. R.: Warum eigentlich der Name "Keeper Of Excalibur"?
|
|
P. T.: Willst du die offizielle Version oder die inoffizielle? Die offizielle lautet: Er paßt gut zur Inneneinrichtung. Wir haben tagelang nachgedacht, viel, viel gegrübelt und uns noch mehr überlegt, bis endlich der Keeper rauskam. Die inoffizielle geht ein wenig anders: Wir haben in der Gruppe gekübelt, bis wir nicht mehr stehen konnten. Ein Kollege dachte an "Keeper" und ich an "Excalibur" und so kamen wir drauf.
|
|
S. R.: Weil wir schon beim Thema Inneneinrichtungen angekommen sind. Jeder Besucher erkennt deutlich, wie viel Mühe ihr euch mit der Ausstattung gegeben habt. Die ganzen Schwerter, Lampen, Bilder und Wandmalereien waren sicher teuer.
|
|
P. T.: Alles, was an unseren Wänden hängt haben die Fans, alle zusammen, ermöglicht. Viele Freunde haben ihre Zeit geopfert und Bilder an die Wände gemalt, uns mit allen möglichen Sachen beliefert und und und... Ich bedanke mich auch an dieser Stelle nochmals bei ihnen für all das, was sie geleistet haben. Denn ohne sie wäre das Excalibur nie der Treffpunkt für Fans, der es heute ist.
|
|
S. R.: Ihr gebt euch mit eurer Ausstattung auch nicht zufrieden, denn dauernd bekommen die Besucher irgendwo neue Schwerter oder Maleieren zu sehen.
|
|
P. T.: Stimmt. Wir arbeiten ständig am Lokal, damit sich die Metalfans noch wohler fühlen können. Alle paar Wochen fügen wir was neues hinzu, bis wir keine freien Flecken mehr an den Wänden haben, haha!
|
|
S. R.: Das Excali ist mittlerweile ein Jahr alt. Was kannst Du im Rückblick dazu sagen?
|
|
P. T.: Schon ein Jahr? Das ist aber schnell vergangen! Es war echt toll! Bis jetzt ist es gut verlaufen, und wir alle, Betreiber wie auch die Fans, konnten unsere Erwartungen erfüllen. Es ist nun einmal ein wunderbares Gefühl, wenn uns die Leute fur unsere Mühen danken, indem sie zu uns kommen und hier geile Abende verbringen. Wir hoffen, es geht auch in Zukunft so weiter.
|
|
S. R.: Derzeit punktet ihr bei den Metallern sehr stark mit den Aftershow-Parties, in denen die Bands, die vorher im Hafen ihre Gigs gespielt haben, noch ins Excalibur mit den Fans einen trinken gehen und dabei so richtig feten.
|
|
P. T.: Da gehts rund und wie! Danken will ich hier dem Wurzer Roly, der mit viel Mut die Konzerte im Hafen organisiert und dann die Bands noch ins Excalibur führt. An diesen Abenden ist einfach die Hölle los! Auch wenn die Konzerte an Werktagen stattfinden, haben die Fans so viel Spaß, daß sie im Lokal bleiben, bis es draußen heller ist als drinnen! Und nicht nur Bands wie THEATRE OF TRAGEDY, LACUNA COIL, J.B.O., VINTERSORG, GRAVEWORM oder MORBID ANGEL kommen nach ihren Konzerten ins Excali, auch Mitglieder bekannter lokaler Bands wie die ANGRY ANGELS zählen zu unseren regelmäßigen Besuchern. Kommen die bösen Engelchen, bleibt auch keiner mehr nüchtern.
|
|
S. R.: Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?
|
|
P. T.: Das sag ich dir morgen Abend.
|
|
S. R.: Wieso, was machst du morgen Abend?
|
|
P. T.: Dasselbe wie jeden Abend: Ich versuche, die Weltherrschaft an mich zu reißen, haha! Im Ernst: Unser Ziel ist es, die Metalszene zu erweitern. Das Keeper of Excalibur hat sich im vergangenen Jahr als Treffpunkt bewährt und wir werden nun neue Leute zuziehen, um einen Wachstum der Szene zu ermöglichen. Außerdem erwägen wir, ob wir in Zukunft mit dem Wurzer Roly Konzerte organisieren und dadurch jungen Bands die Chance geben, auf der Bühne ihr Können zu zeigen.
|
|
S. R.: Ihr habt eine kleine Homepage (www.keeperofexcalibur.com). Darin hab ich gelesen, daß Leute bei euch gratis schlafen können. Dies kommt vor allem jenen gelegen, die von weit weg kommen und die Rückreise einigermaßen ausgeschlafen und nüchtern antreten wollen. Wieviele haben denn Platz und wo genau können sie schlafen?
|
|
P. T.: Oberhalb des Lokals befindet sich ein Matratzenlager, da haben so 12 - 15 Leute schon Platz. Allerdings sollten sie schon einen Schlafsack mitnehmen (alle Achtung, DAS nenne ich Service!!! - J. S.).
|
|
Ich danke für das Gespräch. - S. R.
|
|