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Über eineinhalb Jahre mußte ich auf das Zustandekommen dieses Interviews warten... Zu "The house of Atreus, Act I." kam gleich überhaupt kein Phoner zustande, zum Release des zweiten Aktes zwar schon, Meister DeFeis rief dann aber aus "terminlichen Engpässen" nicht an, aber am 01.02.2001 klappte es dann endlich anläßlich des Wien-Gigs mit HAMMERFALL und FREEDOM CALL. Ganz reibungslos lief es aber auch nicht ab, da zwar um 19 Uhr Interviewtermin war, die Band mich aber aufgrund ihres Abendessens bis 19.25 Uhr warten ließ. Und dann gab es da noch ein paar Aussagen von Hrn. DeFeis, die sich im Nachhinein als schlicht unwahr herausstellten; von seiner Wortkargheit ganz zu schweigen - beides ist für mich als eingefleischten Fan der Band doch einigermaßen enttäuschend...
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J. S.: Wie siehts mit eurem neuen Bassisten aus, wer ist es?
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D. D. F.: Sein Name ist Joshua Block.
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J. S.: Der Name sagt mir nichts, hat er vor VIRGIN STEELE schon mal in einer bekannten Band gespielt?
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D. D. F.: Nein, Joshua ist neu in der Szene.
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J. S.: Was ist denn mit Rob DeMartino passiert?
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D. D. F.: Rob ist schon seit 1998 nicht mehr in der Band. Eigentlich war er nie wirklich Bandmitglied, denn Metal ist ganz einfach nicht sein Ding und somit ist er dann letztendlich ausgestiegen.
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Anmerkung: Bei der Gelegenheit wäre es vielleicht nicht ganz unangebracht gewesen, den Interviewenden darüber aufzuklären, daß auch Frank Girlchriest nicht mehr mit von der Partie ist und ein neuer Mann die Sticks bei VIRGIN STEELE schwingt, aber bitte...
J. S.: Stimmt es, daß ihr schon einen Ersatzmann hattet, dieser aber ein paar Tage vor eurem Auftritt am deutschen "Bang Your Head!!!"-Festival verhaftet wurde?
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D. D. F.: Ja, das ist korrekt, aber bitte hab Verständnis, ich möchte von diese Scheiße nichts mehr wissen und auch nicht mehr drüber reden... Auf jeden Fall mußten wir den Auftritt ohne Bassisten spielen...
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J. S.: Ja, ich war auf diesem Festival und habs miterlebt.
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D. D. F.: Oh, du warst dort, also brauch ich dir ohnehin nichts erzählen...
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J. S.: Wie läufts denn auf der Tour bis jetzt?
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D. D. F.: Naja, den Umständen entsprechend. Ich muß sagen, daß wir ziemlich verladen wurden. Wie du vielleicht weißt, wurde uns im Vorfeld der Tour Co-Headliner-Status zugesichert - was eigentlich der Grund war, wieso wir überhaupt auf dieser Tour mitgefahren sind. Aber am ersten Tag hieß es dann plötzlich, daß wir doch nur eine Dreiviertelstunde Spielzeit pro Abend hätten.
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J. S.: Ja, das hab ich schon mitbekommen, es steht draußen auf dem Schedule-Zettel zu lesen. Was erwartet uns in Anbetracht dieser Umstände heute?
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D. D. F.: Naja, wir mußten natürlich einiges streichen, versuchen aber trotzdem, von allem ein wenig was zu spielen. Außerdem werden wir deswegen die Setlist von Auftritt zu Auftritt variieren.
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Anmerkung: Zwei Aussagen, die schlichtweg nicht der Wahrheit entsprechen, denn 1. spielten VIRGIN STEELE bis auf "The burning of Rome" nur Songs der letzten 5 Alben, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf den "Atreus"-Scheiben lag und 2. unterschied sich die Setlist einen Tag darauf in Graz in keinster Weise von der in Wien!
J. S.: Laß uns ein wenig über die "Atreus"-Saga sprechen. Was hat dich eigentlich dazu inspiriert, eine Oper zu vermetallisieren?
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D. D. F.: Moment, vorher war es doch noch gar keine Oper! (lacht) In meinem Studium der Mythen und Sagen bin ich natürlich auch durch das antike Griechenland geschweift, und der "Atreus"-Stoff hat sich geradezu angeboten.
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J. S.: Wie kommt es eigentlich, daß dieses "Theme from Marriage of heaven and hell", welches erstmal in "I will come for you" aufgetaucht ist, bisher noch auf jedem nachfolgenden Album in abgewandelter Form wieder aufgetaucht ist?
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D. D. F.: Das hat den Grund, daß diese beiden Stories doch irgendwie zusammengehören. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß zwischen den "Atreus"-Charakteren und denen von der "Marriage"-Trilogie, nämlich Emalaith und Endyamon, sehr viele Ähnlichkeiten bestehen, sie sehr vieles gemeinsam haben, und genau das wollte ich damit unterstreichen.
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J. S.: Meiner Meinung nach ist der erste "Atreus"-Akt härter und progressiver als der zweite - was sagst Du dazu?
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D. D. F.: Naja, du hast recht, irgendwie verhält es sich wie bei den beiden "Marriage"-Teilen, "Marriage Pt. I" und "Atreus Act I." sind sich aus der Sicht irgendwie ähnlich, genauso wie es Parallelen zwischen den beiden 2. Teilen gibt.
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J. S.: Ich finde, daß "Invictus" das progressivste VIRGIN STEELE-Album ist...
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D. D. F.: Nein, da muß ich dir widersprechen! "Atreus II." ist eindeutig am progressivsten und auch am symphonischten!
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J. S.: Waren eigentlich die Aufführungen in Memmingen ein Erfolg?
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D. D. F.: Das kann man wohl sagen! Wir waren echt überrascht davon! Am 07.06. gehts übrigens wieder los in Memmingen mit neuen Aufführungen.
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J. S.: Die "Atreus"-Saga ist abgeschlossen, was können wir als nächstes von VIRGIN STEELE erwarten?
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D. D. F.: Als nächstes würden wir gerne eine Live-CD veröffentlichen.
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J. S.: Echt? Da freue ich mich jetzt schon drauf! Ich hoffe aber sehr, daß es doch eine Doppel-CD wird!
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D. D. F.: Mindestens, eher wahrscheinlich ist eine Dreifach-, wenn nicht Vierfach-CD. Außerdem wollen wir auch ein Video und ganz sicher auch eine DVD veröffentlichen.
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J. S.: Was, auch eine DVD?
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D. D. F.: Ja, denn DVD ist das Medium der Zukunft und dem können wir uns nicht verschließen!
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J. S.: Und aus welchem Zeitraum werden die auf der Live-CD enthaltenen Aufnahmen stammen, auch von vor dieser Tour?
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D. D. F.: Nein, nur von dieser Tour an. Wir haben übrigens auch vor, auf kommenden Gigs einige unplugged-Songs zu spielen, die dann auch für das Live-Album verwendet werden.
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J. S.: Gibts schon Pläne fürs nächste Studio-Album?
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D. D. F.: Nein, denn so wie´s aussieht, liegt das angesichts dessen, was ich Dir gerade erzählt habe, noch in ganz weiter Ferne - ganz zu schweigen von den Re-Releases der ersten beiden Alben...
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J. S.: Oh, dazu wollte ich dich eigentlich extra befragen...
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D. D. F.: (lacht) ...kein Problem, dann kommen wir halt später darauf zurück.
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J. S.: Kannst du mir zumindest sagen, ob das nächste Album wieder so ein Konzept wie "Atreus" oder "Marriage" haben wird?
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D. D. F.: Nein, das glaube ich eher nicht, mir dröhnt nämlich jetzt noch der Schädel, ich glaube nicht, daß ich mir das nochmal antue... (lacht)
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J. S.: Ok. Kommen wir zu eurer Live-Performance. Ich hab euch 1994 im Vorprogramm von URIAH HEEP gesehen ("Marriage Pt. I."-Tour) und dann 1998 auf der "Invictus"-Tour. Ich bin der Ansicht, diese beiden Auftritte waren nicht zu vergleichen...
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D. D. F.: (überrascht) So? In welcher Hinsicht?
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J. S.: Naja, 1994 kam eure Performance irgendwie etwas bieder, nett rüber und 1998, kein Vergleich, da wart ihr um einiges aktiver und energiegeladener!
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D. D. F.: Wirklich? Das freut uns aber zu hören, daß wir uns gesteigert haben! Ich kann mich übrigens noch gut an den Gig 1998 in Wien erinnern.
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J. S.: Ja? Gut oder schlecht?
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D. D. F.: Das war im Prater, auf diesem Prater-Fest. Es war toll, es hat alles zusammengepaßt, wunderschönes Gelände, ein wunderschöner Abend, ein paar Tausend Leute waren vor der Bühne... (Anm.: Naja, ganz so viele warens doch nicht...)
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J. S.: Und an den Gig in Graz, 5 Tage später?
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D. D. F.: Ja, das war auch ein sehr guter Gig!
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J. S.: Stimmt, aber im Gegensatz zu Wien habt ihr dort vor nur 80 Leuten auftreten müssen...
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D. D. F.: Ja, aber diese 80 Leute haben eine tolle Stimmung verbreitet, außerdem haben wir uns im Orpheum sehr wohl gefühlt!
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J. S.: Das kann ich mir gut vorstellen, denn schließlich ist das ein ehemaliges Theater.
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D. D. F.: Stimmt, das wurde mir damals auch gesagt - wunderschöne Location, für VIRGIN STEELE wie geschaffen. (lacht)
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J. S.: Gut, nun zu den Re-Releases.
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D. D. F.: Wie gesagt, werden wir die ersten beiden Alben wiederveröffentlichen, neu gemastered, mit neuem Cover-Artwork, Booklets mit Liner-Notes und einige Bonustracks.
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J. S.: Und auch mit geänderter Tracklist, so wie beim "Age of consent"-Re-Release?
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D. D. F.: Nein, die Tracklist bleibt diesmal unverändert.
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J. S.: Gibts eigentlich für dich sowas wie ein Lieblingsalbum unter den vielen VS-Scheiben?
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D. D. F.: Hm, das ist schwer zu sagen, ich mag sie eigentlich alle, denn sie unterscheiden sich alle voneinander.
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J. S.: Also auch nicht sowas wie ein "schlechtestes Album"?
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D. D. F.: Nein, nicht wirklich!
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J. S.: Und was ist mit "Life among the ruins"?
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D. D. F.: Halte ich heute noch für ein gutes Hardrock/Blues-Album und ich verspüre nicht die geringste Reue oder schlechtes Gewissen, weil wir es damals aufgenommen haben. Ich stehe zu dieser Scheibe wie zu allen anderen auch.
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Ok, vielen Dank für das Interview. - J. S.
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