|
WINDS konnten mich bereits mit ihrer MCD "Of entity and mind" vollends überzeugen und so durfte man auch vom neuen Machwerk "Reflection of the I" einiges erwarten, was glücklicherweise auch voll und ganz erfüllt wurde. Für ein Interview kontaktierte ich Keyboarder Andy Winter, der prompt Rede und Antwort stand.
|
 |
|
E. M. P.: Hallo Andy, erst einmal Gratulation zum neuen Album. Für mich ist es in diese Richtung das mit Abstand beste, was ich seit Ewigkeiten gehört habe. Wie ich gelesen habe, bist du ja der Initiator von WINDS. Wann hast du damit angefangen, nach geeigneten Mitstreitern für die Band zu suchen?
|
|
A. W.: Danke für deine Gratulationen und Begeisterung für WINDS. Es ist jetzt etwa vier Jahre her, als ich die Idee hatte, etwas Derartiges ins Leben zu rufen, es dauerte aber noch eine Zeitlang, bis WINDS sich in der heutigen Form darstellten. Man kann ruhig sagen, daß es einige Zeit in Anspruch nahm, aber mittlerweile nehmen wir die Band sehr ernst und jeder ist wirklich voll und ganz bei der Sache.
|
|
E. M. P.: Was hat dich dazu bewogen, mit dem Klavierspielen anzufangen und wie lange spielst du jetzt schon?
|
|
A. W.: Ich wurde, als ich neun Jahre alt war, dazu ermutigt, Klavierstunden zu nehmen, gab es aber kurz darauf wieder auf und es dauerte lange Zeit, bis ich wieder damit anfing. Mittlerweile ist das Klavier mein Hauptinstrument und meine einzige instrumentale Rolle, in der ich bei WINDS aktiv bin. Ich spiele auch andere Instrumente, allerdings nicht bei WINDS.
|
|
E. M. P.: Von wem, klassischen Komponisten oder welchen Bands aus dem Rock- und Metal-Genre oder welchem anderen Genres bist du beeinflußt worden?
|
|
A. W.: Diese Frage wird mir eigentlich bei jedem Interview gestellt und es ist für mich wirklich sehr schwer, mich auf irgendwelche Namen festzulegen. Es gibt logischerweise gewisse klassische Komponisten, die ich sehr respektiere und bewundere, aber wie weit sich deren Einflüsse in WINDS wiederfinden, ist wirklich sehr schwer zu beantworten. Auch die anderen Mitglieder können keine konkreten Einflüsse nennen, die sie für ihr Wirken bei WINDS heranziehen, sie denken in diesem Fall genau so wie ich.
|
|
E. M. P.: Wie würdest du die Musik von WINDS bezeichnen? Für mich stellt es jedenfalls nahezu ein Ding der Unmöglichkeit dar, sie mit irgendetwas anderem zu vergleichen.
|
|
A. W.: Die Musik, die wir bei WINDS spielen, ist ziemlich schwer zu beschreiben, weil sie aus zwei Hauptelementen, die eigentlich gänzlich widersprüchlich sind, besteht, was sie sehr von der gegenwärtig gängigen Musik abhebt. Unsere Musik kann man allerdings auf jeden Fall als klassisch inspirierte, aber gleichzeitig mit progressiven und technischen Elementen angereicherte ansehen. Der Schwerpunkt liegt bei uns jedoch eindeutig bei Feeling und Emotionen, und nicht, wie das bei vielen anderen Bands aus der Progressive-Ecke ist, beim Zurschaustellen der technischen Fähigkeiten. Ich glaube, die Hörer werden in unserer Musik etwas Einzigartiges finden, und wir hoffen, daß sie die ganze Mühe und harte Arbeit, die wir in die Kompositionen und Arrangements gesteckt haben, anerkennen werden, denn wir fühlen, daß es unsere bisher mit Abstand beste Leistung, die wir bisher auf einem derartigen musikalischen Level zustande gebracht haben, ist. Ich denke, die Leute müssen open minded sein, um es richtig zu schätzen zu wissen, und keiner sollte sich eine Scheibe erwarten, die ihre Aufmerksamkeit mit schweren Riffs und donnerndem Drumming auf sich zieht. Wir sind dem, da wir derartig über viele Jahre spielten, überdrüssig geworden und können uns jetzt in etwas viel Tiefergründigem und Aufrichtigerem, was eben WINDS darstellt, entfalten.
|
|
E. M. P.: Wer ist bei WINDS eigentlich für die Musik, und wer für die Texte verantwortlich?
|
|
A. W.: Das musikalische Fundament wird von Carl und mir zusammengesetzt, während Lars und Jan Axel vor allem bei den Arrangements mitwirken. Wenn es dann um die Lyrics geht, bin ich der einzige, der sich dabei einbringt, also kann man insgesamt ruhig sagen, daß ich derjenige bin, der im Endeffekt für beides, sowohl Musik als auch Texte verantwortlich ist, da normalerweise auch die ganzen Grundideen von mir stammen.
|
|
E. M. P.: Sind eigentlich irgendwelchen Live-Aktivitäten für die Zukunft geplant, oder handelt es sich bei WINDS um ein reines Studioprojekt?
|
|
A. W.: Gegenwärtig sind keine Live-Aktivitäten in Planung, aber wir sind nicht nur ein Studioprojekt. Wir betrachten WINDS als richtige Band und möglicherweise werden wir auch in der Zukunft Gigs bestreiten, aber derzeit wollen wir uns nur voll und ganz auf das neue Material konzentrieren. Live zu spielen wird wahrscheinlich nie unsere Hauptpriorität sein, da wir uns in der Studio-Situation weitaus wohler fühlen als bei ausgedehnten Touren.
|
|
E. M. P.: Kanntest du eigentlich die anderen Mitglieder von WINDS vor der Gründung oder warst du in irgendeinem Kontakt mit ihnen? Wenn ja, wie lange kennst du denn schon die Anderen?
|
|
A. W.: Einige der Mitglieder kenne ich noch von früher, schon seit etlichen Jahren, andere widerrum wurden mir durch gemeinsame Freunde vorgestellt, in etwa zu dem Zeitpunkt, als das Projekt anfing. WINDS wäre auf keinen Fall das, was man jetzt darin sieht, wenn nicht so gute Beziehungen innerhalb der Band wären. Das ist der Hauptgrund, warum alles so großartig läuft und warum wir uns dazu entschlossen, unsere Priorität auf die Band zu legen, weil jeder in der Band sich sehr wohl dabei fühlt und wir eine Menge gemeinsam haben, sowohl musikalisch als auch auf persönlicher Ebene.
|
|
E. M. P.: Was ist eigentlich mit Paul S. und K. Haugen passiert, warum haben sie WINDS verlassen?
|
|
A. W.: Ihr Mitwirken auf dem Erstwerk war nur auf Projektebene. Es dauerte nicht erst bis zum Album, daß wir uns entschlossen, aus WINDS eine richtige Band zu machen, und als die Zeit für die Aufnahmen unseres zweiten Werks kam, entschlossen wir uns, die beiden nicht mehr einzubeziehen, da sie schon zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr in die Bandaktivitäten involviert waren.
|
|
E. M. P.: In welchen anderen Projekten oder Bands bist du, abgesehen von WINDS, noch aktiv, ich weiß eigentlich nur über Hellhammer und Carl August Tidemann bescheid, die ja innerhalb der Metalszene vor allem durch ihr Wirken bei MAYHEM und ARCTURUS bekannt sind?
|
|
A. W.: Nun ja, da du ja über Jan Axel und Carl Bescheid weißt, werde ich das Ganze nicht weiter vertiefen. Lars war in verschiedenen Bands, die ein breites musikalisches Spektrum abdeckten, aktiv. Diese Bands waren, nur um einige zu nennen, unter anderem JACK IN THE BOX, SENSA ANIMA, DAWG, KHOLD und ein ganzer Haufen anderer. Er hat desweiteren schon Musik für das Norwegische Theater, in dem er schon sehr früh zu spielen begann, geschrieben. Und um auf mich zurückzukommen, ich war bisher in dieser Hinsicht eher faul und war in keiner bedeutenderen Band, von der du jemals gehört hättest, aktiv. Ich arbeite ansonsten als Komponist für Musik für Cartoons und Animationsfilme, allerdings war auch da bisher nichts allzu Bekanntes dabei.
|
|
E. M. P.: Was sind eigentlich deine Pläne für die Zukunft, allgemein und mit WINDS im Speziellen?
|
|
A. W.: Ich plane eigentlich an meinen Bands und Projekten so weiterzuarbeiten wie bisher, bei WINDS planen wir, weiter Alben zu veröffentlichen und als Band respektiert und anerkannt zu werden.
|
|
E. M. P.: Ich habe auf eurer Homepage gelesen, daß du weiters auch noch Bass und Gitarre spielst. Beherrschst du eigentlich noch weitere Instrumente?
|
|
A. W.: Ich spiele mehr oder weniger jedes Instrument, allerdings wie gut, liegt immer am jeweiligen.
|
|
E. M. P.: Was machst du eigentlich abseits von Musik, oder anders gesagt, worin liegen deine sonstigen Interessen?
|
|
A. W.: Bei mir gibts eigentlich kaum etwas, was ich tue, das nichts mit Musik zu tun hat. Darin liegt meine Hauptpriorität und auch ein Großteil meiner Zeit ist der Musik gewidmet. Hin und wieder schau ich mir ganz gern einen Film an, aber ich gehe ehrlich gesagt sehr selten aus. Musik stellt für mich so etwas wie ein Lifestyle dar, und sie ist das, was ich nahezu vierundzwanzig Stunden am Tag mache, in was für einer Form auch immer.
|
|
Danke für das Interview - E. M. P.
|
|