AUSTRIAN BLACK METAL FORCE II
Wien, Planet Music
08.12.2001

Nach dem Erfolg des ersten ABMF im Februar war der Besuch des zweiten Teils - unter Teilnahme von EMPALIGON, ASMODEUS, SANGUIS, CRYOSPHERE, DOMINUS SATANAS, ATENOUX und ALASTOR - natürlich ein Pflichttermin für mich. Gespannt war ich allerdings auch auf das Publikum, da die Wiener Szene momentan in einem eher leblosen Zustand verweilt - würden genug Leute diesem Event beiwohnen wollen?
Vom Opener ALASTOR hatte ich bisher noch nichts gehört, so war ich natürlich besonders gespannt, ob hiermit eine neue Hoffnung im Underground aufgeigen könne - und so unwahrscheinlich es für mich auch war: Sie konnten mich wirklich überzeugen. Obwohl das Publikum noch nicht wirklich in Stimmung war, boten sie ihren haßerfüllten Black Metal gekonnt und intensiv dar - verwunderlich für mich war nur, daß ich von den Rohrbachern bisher noch nichts gehört habe, schließlich können sie schon einige Demoaufnahmen verzeichnen. Ein positiver Auftakt von einer Band, die in Zukunft hoffentlich mehr Zuspruch bekommen wird.
Von ATENOUX habe ich auch nur die Hälfte sehen können, da ich meinem hungernden Magen etwas Gutes tun wollte - aber wirklich viel verpaßt habe ich dadurch nicht: Es mögen zwar ansatzweise einige gute Ideen vorhanden sein, aber in der Zusammenstellung haperts noch ein bißchen. Außerdem frage ich mich, was die holde Maid auf der Bühne zu suchen hatte, der weibliche Gesang wirkte dermaßen unpassend und rückte die Band in ein kitschiges Licht, das nicht mehr viel mit Black Metal zu tun hat. Zudem sollte die Gute wohl noch ein paar Gesangsstunden einplanen, sonst könnte man noch das Gefühl bekommen, sie würde nur als optischer Anreiz für die Männer fungieren. (D.E.)
Die erste Band, die ich mir an diesem Abend zu Gemüte führte, waren die Oberösterreicher DOMINUS SATHANAS und sie bildeten gemeinsam mit CRYOSPHERE eigentlich die große Ausnahme an diesem Abend. Nicht nur, daß sie - abgesehen von den Wienern - die einzige Band waren, die nicht angeschmiert die Bühne enterten, sondern auch musikalisch konnte man sie nur bedingt als Black Metal bezeichnen. Am ehesten würde ich die Linzer jetzt in den Graubereich aus Death- und Black Metal, wo sich eben Bands wie MYRKSKOG oder ZYKLON bewegen, einordnen. Vor allem die erstgenannten dürften einen ganz schönen Einfluß auf DOMINUS SATHANAS ausgeübt haben.
CRYOSPHERE, soviel kann ich schon mal vorwegnehmen, waren bestimmt die mit Abstand technischste Partie an diesem Abend. Ich hab ja die Band um Mastermind Markus Schlögl, die mittlerweile im Einheitsoutfit auftritt, schon einige Male gesehen, aber so gut wie an diesem Abend gefielen sie mir bisher auf noch keinem anderen Konzert, mittlerweile dürfte die Band ihr perfektes Line Up, das mittlerweile durch Gore von DEFENDER KFS kompletiert wird, gefunden haben. Für alle, die die Wiener noch nicht kennen, würde ich den dargebotenen Stil als Mischung aus COVENANTs "Nexus polaris" und OLD MAN’S CHILDs "Pagan prosperity" bezeichnen, von denen man dann auch "Millenium king" mit Harald von DEFENDER KFS als Gastsänger coverte. (E. M. P.)
Und nun begann endlich der Teil des Abends, auf den ich mich gefreut hatte, mit den Steirern SANGUIS, deren Auftritt ja doch noch in letzter Sekunde gerettet werden konnte, als Drummer Otwin beschloß, mit seiner gebrochenen Zehe zu spielen. Alle Achtung! Überzeugen konnte mich die Formation live schon immer, somit war es auch nicht verwunderlich, daß ein kleiner Fankreis mit angereist war, der das Planet Music innerhalb kürzester Zeit in ein Schlachtfeld verwandelte. Unter Beifallsstürmen wurden u.a. die Songs ihres Demos "Mortal art of blood" dargeboten, und besonders Bassist Aries ließ sich von der Menge wie ein Held abfeiern. SANGUIS haben mir mit ihrem Auftritt bewiesen, daß ich sie bedenkenlos in meine Aufzählung der besten Live-Underground Bands Österreich aufnehmen kann. (D.E.)
ASMODEUS sind eine der besten heimischen Black Metal-Bands und das stellten die Grazer an diesem Abend auch wieder eindrucksvoll unter Beweis. Das Publikum war zwar nach der schweißtreibenden Performance von SANGUIS zuvor schon ziemlich ausgepowert, aber trotzdem war noch immer genug Bewegung vor der Bühne zu vernehmen. In der Setlist fanden sich überwiegend Songs vom letzten, großartigen Demo "Embers of aeon" wieder, und somit hatten die Steirer bei diesem Black Metal Force schon gewonnen. (E. M. P.)
EMPALIGON aus Deutschland kannte ich nur von ein paar Songs, die ich allerdings allesamt als ziemlich vielversprechend empfand - so erhoffte ich mir auch eine gelungene Show. Leider wurde dieser Wunsch schon aufgrund der Tatsache vermiest, daß der zweite Gitarrist Havor nicht mitspielen konnte, weil er bei der "North American Black Metal Invasion Tour" in Deutschland als Session-Gitarrist für GODLESS NORTH mitwirkte und zu zweit kann wohl keine Band überzeugen. So entwickelte sich das Ganze eher zu einem Krampf, denn ich konnte mich einfach nicht wirklich damit abfinden, daß die sonst so guten Songs in diesem mickrigen Soundkostüm so mies rüberkamen. Das Publikum sah das ähnlich, so spielten die Beiden bald nur mehr vor einer kleinen Schar von Leuten, die extra wegen ihnen angereist waren. Bleibt nur zu hoffen, daß EMPALIGON uns mal wieder in voller Formation einen Besuch abstatten und somit einige miesgestimme Gemüter bekehren können.
Gegen 1 gings dann noch zur Aftershowparty ins Megiddo, und auch dieses war an dem Tag nicht wiederzuerkennen, gestopft voll wie seit Monaten nicht mehr... Somit war auch das ABMF2 ein voller Erfolg - meine Bewunderung geht an Phil von blackmetal.at, der das Unmögliche wahr gemacht hat, 252 Leute ins Planet Music zu bringen, weiter so! (D.E.)

D.E. & E.M.P.