AMON AMARTH, VOMITORY, CALLENISH CIRCLE & SINS OF OMISSION
Wien, Arena
12.05.2002

An und für sich handelte es sich bei diesem Package um die Vollbedienung für jeden Schweden Death-Freak, allerdings fielen DIABOLICAL leider aufgrund einer Panne eines der beiden Tourbusse aus und so enterte mit rund einer Stunde Verspätung SINS OF OMISSION die Bühne der kleinen Arena. Der Sound war alles andere als klar und auch sonst hatten die relativ jungen Schweden mit einigen Problemen zu kämpfen, bei denen lediglich Ex-A CANOROUS QUINTET-Sänger Mårten Hansen den Altersschnitt auf Mitte zwanzig anhob. Eröffnet wurde der Set mit "The secret agenda", in, wie schon weiter oben erwähnt, recht schwachem Klanggewand, bei der zweiten Nummer gabs dann schon die ersten Probleme, da Gitarrist Matte Eklund gleich eine Seite riß und er die gemeinsame Ersatzgitarre nehmen mußte. Im Laufe des rund 30-minütigen Gigs fanden sich dann noch unter anderem "Pound for pound", sowie die älteren Tracks "The creation", "Eager for the pray" und "Let them march". Beim Abschlußtrack "Sinners redemption" riß gleich zu Beginn dem zweiten Gitarrist Martin Persson eine Seite, aber es gab keine Gitarre mehr, also bangte er sich, anstatt sinnlos neben der Bühne zu stehen, die Wirbel wund.
Die Niederländer CALLENISH CIRCLE, die ich bisher nur vom Namen her kannte, waren für mich die positive Überraschung des Abends. Im Vergleich zu SINS OF OMISSION davor war der Sound um einiges besser und vor allem transparenter, und auch von Seiten der Spiellaune der Band gabs nichts auszusetzen. Klarerweise überwog bei der Setlist das Material des neun Albums "Flesh_power_dominion" und so fanden sich unter anderem "Obey me!", "Your final swansong", "For what’s it good for?" sowie das überragende DEATH-Cover "Pull the plug" in jener wieder.
VOMITORY erwischten an diesem Abend zweifelsohne nicht ihren besten Tag, das mag zum einen daran gelegen haben, daß der Sound ziemlich elendig war, aber auch sonst wirkte die ganze Performance etwas unmotiviert. Das Material der Schweden ist zugegebenermaßen auch recht eintönig, wobei an und für sich Tracks wie "Chaos fury", "When silence conquers", "Eternity appears", "Forever in gloom" oder "Revelation nausea" ziemlich cool kommen, nur eben nicht an diesem Abend.
AMON AMARTH waren trotz der makellosen Vorstellung von CALLENISH CIRCLE die klare Nummer eins an diesem Abend. Das hatte mehrere Gründe: Erstens hatten die Schweden einen sehr guten Sound, zweitens hatten sie mit Johan Hegg den mit Abstand besten und vor allem auch Entertainment-mäßig begabtesten Frontmann, drittens kommt die Band verdammt kompakt rüber und viertens besitzen sie einfach das ausgereifteste und abwechslungsreichste Songmaterial. Den Auftakt vollzogen sie mit "Bleed for ancient gods" und die rund 120 Anwesenden gingen vom ersten Takt an ordentlich mit, also war auch stimmungsmäßig hier alles im Lot. Weiter gings dann mit "Bastards of a lying breed" bevor Sänger Johan Hegg das Publikum mit einer Ansage in deutscher Sprache überraschte, was er auch für den Rest des Gigs fortsetzte und was immer wieder recht witzig rüberkam. In die gute Stunde Spielzeit zwängte die aus dem Großraum Stockholm stammende Band dann noch Hymnen wie "The last with pagan blood", "Masters of war", "The dragons’ flight across the waves", "The avenger" "Annihilation of Hammerfest", "Friends of the suncross", "God, his son and holy whore" und abschließende und auch mehr als abgefeierte "Victorious March", mit dem AMON AMARTH ihre Vormachtstellung als die Viking-Death Metal-Band schlechthin unterstrichen.

E. M. P.