BÖHSE ONKELZ & SUBS7EVEN
Wiener Neustadt, Arena Nova
25.05.2002

Nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums "Dopamin" gingen die ONKELZ wieder auf Tour und baten am 25.05. auch in Wr. Neustadt zum Tanz. Obwohl sie am Vortag auch in Wien eine Audienz abhielten, war die Arena Nova gut gefüllt und eine ansprechende Kulisse ließ auf einen hervorragenden Konzertabend hoffen.
Wie so oft war es mir leider wieder einmal durch diverse Hindernisse etc., die sich fast vor jedem Konzert auftun, nicht möglich, rechtzeitig anzukommen, und so mußte ich darauf verzichten, der Vorband SUBS7EVEN zu lauschen. Doch was man so hören konnte und erfuhr, war die Resonanz auf ihren Auftritt durchaus positiv, was bei dem "anspruchsvollen" ONKELZ-Publikum bestimmt nicht einfach war.
Schon vor dem eigentlichen Auftritt der BÖHSEN ONKELZ war die Stimmung am Kochen. Sprechchöre wurden angestimmt, und als die Band schließlich die Bühne betrat, war es für die Fans endlich daran, die Party, die schon lange vor dem Konzert vor der Halle begonnen hatte, so richtig auszukosten. So stürmten Stephan, Kevin und Co. mit "Die Firma" die Bühne und zeigten mit einem der flottesten Stücke in ihrem Repertoire gleich einmal ordentlich, wo der Hammer hängt. Wie es eigentlich zu erwarten war, standen am Anfang der Setlist eher neuere Stücke. "Narben", "Dunkler Ort" oder "Macht für den der sie nicht will" kamen durchaus gut an, auch wenn man feststellen konnte, daß viele der "alten" Fans nicht so vertraut damit sind. Als dann allerdings die alten Scheiben ausgepackt wurden, drohte die Arena Nova fast überzukochen. "Ich bin in dir", "Langer Weg", "Gehasst, verdammt, vergöttert" oder "Mexico" trafen mit voller Wucht auf die Gefolgschaft, die sich nicht lange bitten ließ und so richtig abfeierte. Während "Der Platz neben mir" befiel die Halle eine beinahe andächtige Stille, bevor die Stimmung mit "Kirche" und "Terpentin" wieder explosionsartig angehoben wurde. So wurde geschickt der Wechsel zwischen neueren Songs und den alten Krachern vollzogen, auch wenn, leider Gottes, doch auf einige der Kult-Nummern aus früheren Tagen verzichtet wurde. Kleiner Auszug der Songs, die nicht nur mir wirklich gefehlt haben: "Stunde des Siegers", "Signum des Verrats", "Könige für einen Tag", "Lieber stehend sterben", "Nur die Besten sterben jung" etc. Und angesichts der Tatsache, daß mit "Kann das sein" zum Beispiel die schwächste Nummer des neuen Albums "Dopamin" gebracht wurde, schmerzt das Fehlen dieser Tracks doch sehr. Abgesehen von der Songauswahl (die bei Bands mit einem solchen Repertoire immer für Diskussionen sorgt) boten die BÖHSEN ONKELZ allerdings eine wirklich beeindruckende Show. Musikalisch präsentieren sie sich besser und härter als je zuvor und auch Kevins Gesang ließ absolut nichts zu wünschen übrig. So gab es sowohl sound- wie auch spieltechnisch nichts zu meckern. Diese Performance wurde durch hervorragende Lichteffekte und drei Videoleinwände, auf welchen zu den einzelnen Songs passende Bilder eingespielt wurden, unterstützt. Nur leider kam das Ende dieser fabelhaften Show, das wie üblich mit "Erinnerungen" eingeläutet wurde, viel zu früh (2:20). Nicht nur ich hätte noch gut eine Stunde vertragen. ;-)
Man kann nur hoffen, daß uns diese Band noch lange erhalten bleibt und noch viele solcher Gigs spielen wird...

J. K.