CHILDREN OF BODOM, SOILWORK & SUIDAKRA
Salzburg, Rockhouse
16.05.2003
Erstmal kamen wir (Birgit und ich) schon mal zu spät beim Rockhouse an. SUIDAKRA spielten ihre letzten Songs. Und anstatt reinzugehn und uns SOILWORK anzuhören, war der Ruf des Bieres stärker. Der Geist war willig, nur das Fleisch war schwach. So fiel SOILWORK wegen unserem Bierkonsum auch noch um.
In der Umbauphase schlenderten wir dann doch hinein, denn COB wollten wir unter keinen Umständen verpassen (so, ich dachte schon, ihr wärt nur zwecks Bierkonsum ins Rockhouse gegangen. - J. S.). Doch was uns im Rockhouse erwartete, hätte ich mein Leben nicht gedacht. Der kleine Saal platzte aus allen Nähten, okay, das Konzert war ausverkauft, aber soviel Leute habe ich im Rockhouse noch nie gesehen. Wir kämpften uns bis ins erste Drittel vor und mußten auch nur ein paar Minuten ausharren, denn die Kinder von Bochum (sorry, aber dieser kleine Insider am Rande mußte einfach sein... Greetings an Birgit & Hanzi & den Rest der Gang *g*) scharrten schon in den Startlöchern. Die Bühne wurde verdunkelt und in Nebel gehüllt. Mit "Needled 24/7", einer Nummer von neuen Album, wurde das Konzi schlagkräftig eröffnet. Was danach folgte, hätten wir in unseren kühnsten Vorstellungen nicht erwartet. Die Meute schrie, tobte, fing an zu moshen und zu bangen, drängten wie die Wilden nach vorne. Ein Hardcore-Konzi ist ein Scheiß gegen das, was da abging. Wir traten die Flucht auf die Seite an, ansonsten hätten uns spätestens zu diesem Zeitpunkt die ersten Stagediver, die die Bühne erklommen hatten, erschlagen. Die Securities hatten alle Hände voll zu tun, die Leute wieder in die Masse zu befördern, was sich durch den nicht vorhandenen Bühnengraben als schwierig erwies. Ein Song jagte den anderen und das "Wildchild", Alexi Laiho, hatte sichtlich seinen Spaß an der auszuckenden Menschenmenge. COB gaben einige der Song des neuen Albums "Hatecrew deathroll" zum Besten, unter anderem auch "Bodom beach terror", "Hatecrew deathroll" und "Chokehold". Klassiker wie "Hate me" und "Everytime I die", zu finden am Hammeralbum "Follow the reaper", wurden natürlich auch der tobenden Masse zum Fraß vorgeworfen, die diese mit einer unvergleichlichen Innbrunst verschlangen. Nach einer langen Phase von Killersongs stimmte Alexi leisere Töne an. Er erklärte, daß er den nachfolgenden Song (wenn ich mich richtig erinnere, war es "Angels don't kill") seinem verstorbenen Freund Teemu, Member der Band FINNTROLL, widmet, und daß er ihn nie vergessen werde. Die Leute würdigten diese Geste mit tosendem Applaus. Nach dieser eher ruhigen und leicht depressiven Stimmung machten COB abermals Druck und brachten die Leute an deren Grenzen. Der Geruch von Schweiß lag in der Luft, als Alexi und seine finnischen Mitstreiter das Konzert nach einigen Zugaben erschöpft aber glücklich ausklingen ließen. COB sind eine Band die einen in seinen Bann ziehen. Auch wenn dieses Konzert etwas anstrengend war, mußte man sich immer wieder vor den Stagedivern in acht nehmen, war es ein geiler Gig, mit einer Wahnsinns-Stimmung, die man wohl so schnell nicht mehr im Rockhouse erleben wird.

T. K.