CHRISTIAN DEATH, LOST DREAMS, ANGRY ANGELS & VANITAS
Innsbruck, Hafen
18.05.2001

Ein ziemlich komisches Konzert haben die LOST DREAMS auf die Füße gestellt. CD-Präsentationen ohne CDs hab ich noch nie gesehen, leider sind die Jungs mit dem Mischen noch nicht fertig geworden. Aber das war noch nichts verglichen mit all dem Streß, der noch kommen würde.
Die Hauptschuld daran traf die Dark Metaller von VANITAS, die sich ziemlich dilettantisch benahmen und den eigenen Start stark verzögerten. Am Auftritt selber gabs kaum was auszusetzen. Die Mannschaft war gut drauf, nur die nette Sängerin hörte man zu wenig. Ihren Set zogen VANITAS allerdings komplett durch - ich hab noch nie eine Band gesehen, die 34 Minuten überzieht. Da können sie doch froh sein, daß ihnen der Saft nicht abgedreht wurde, vor allem, wenn an bedenkt, welche Folgen diese Verspätung auf den Verlauf des Konzertes hatte.
Als nächstes mußten die bösen Engelchen sich derartig sputen, als wäre ihnen der Leibhaftige an den Hintern gegangen. Das "Princess of steel"-Intro durfte zwar nicht fehlen, dann legten die ANGRY ANGELS wieder mal so einen ihrer berühmt/berüchtigten Sets hin! Neben den eigenen Kompositionen huldigten sie an diesem Abend eineigen Größen, so kamen MOTORHEAD und SLAYER (dabei zockte Daniel Bachmaier von SIEGFRIED an der Gitarre) zu unverhofften Ehren. Das Publikum ging ab wie ein ICE und The Hood (inkl. Helm und Streitaxt) nutzte die Gelegenheit, um in seinen Ansagen mal der einen oder anderen Plattenfirma eins auszuwischen. Und weiter gings mit den tödlichen Geschossen höllischen Stahls, welche jedem einzelnen Metalfan das Herz durchborte. Wieder mal eine gewonnene Schlacht für die ANGRY ANGELS! Nur schade, daß sie in der knappen halben Stunde Spielzeit (danke VANITAS!) einige ihrer Songs, allem voran ihre sensible Ballade ("Animal" von W.A.S.P.) nicht spielen konnten.
Was haben die LOST DREAMS alles dazugelernt! Der Auftritt war echte Spitze, verglichen mit ihren guten, allerdings verbesserungswürdigen Gigs der Vergangenheit haben sie sehr, sehr viel draufgepackt; nun spielen sie definitiv in einer anderen Liga. Von der ersten bis zur letzten Minute packten sie das Publikum in ein diabolisches Klanginferno und kannten keinerlei Gnade, als sie ihre alten und neuen Songs auf das wehrlose Publikum losließen. Vor allem der Oberstampfer "Where god´s creation ends" trug die Schuld am Pogo, der sich im Raum entfachte. Geil! Fast eine Stunde lang gings hemmungslos weiter, und nicht nur die Anhänger schwarzer Zünfte applaudierten der jungen Band. Diese Gruppe hat Zukunft, definitiv, da freu ich mich schon gewaltig auf die CD!!
Nun wären CHRISTIAN DEATH drangewesen, aber als diese die Bühne besteigen wollten war es schon Mitternacht, auf gut Deutsch Sperrstunde. Und man glaubt es kaum, unsere Freunde und Helfer kamen vorbei und ordneten den sofortigen und unbedingten Abbruch des Konzerts an. Also, kein CHRISTIAN DEATH, keine weitere Band, nur noch WIRKLICH traurige Goths (*grins*). Schade, bleibt also nichts anderes übrig, als mit dem Rest des partygeilen Publikum im Keeper of Excalibur einen zu trinken. Prost!

S. R.