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ALICE COOPER
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Bad Reichenhall (D), Sternenzelt
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08.07.2003
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"Bare bones": So lautete das Motto der 2003er-Tour von Alice Cooper. Eine
Knochenschau von "School's out" bis "Dragontown" wolle er uns bieten, teilte
der Altmeister des Schock-Rock im Untertitel mit. Logische Folge: Die
Pilgerfahrt von Linz nach Bad Reichenhall war einfach Pflicht! Zumal Herr
Vincent Damon Fournier, wie es hieß, immer noch ein dreistündiges Programm inklusive sämtlicher schräger Show-Faxen fahren sollte.
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Nun, das mit den drei Stunden erwies sich im Nachhinein leider als exakte
Halbwahrheit. Nach genau 90 Minuten verließ Alice Cooper nämlich die
Sternenzelt-Bühne und ward nicht mehr gesehen. Zeitmäßig also doch ein
bisserl dürftig, qualitativ dafür über weite Strecken über jede Kritik
erhaben. Denn schon die Eckpfeiler der Show wären logischer nicht zu wählen
gewesen! "Hello hooray" als fulminante Begrüßung, "Welcome to my nightmare"
als beklemmende, in gespenstisch grünes Licht getauchte Post-Drumsolo-Wiederauferstehung und das prima zur Jahreszeit passende "School's out" als Schlußpunkt des regulären Sets.
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Auch in punkto Bühnenshow ließ sich Alice Cooper nicht lumpen. Grenzgenial
die Idee, bei "Billion dollar babies" die vorderen Reihen mit einem Degen
voll aufgespießter (falscher?) Geldscheine in Stimmung zu halten! Völlig
krank ging es hingegen bei der Ballade "Only women bleed" zu: In eine
Zwangsjacke gehüllt torkelte Alice über die Bühne und ließ sich von einer
Ballett tanzenden Krankenschwester züchtigen! Lustiger war da schon die
zweite Zugabe "Elected", bei der die Meute überdimensionale Luftballons als
Wahlkampfspende erhielt und diese übermütig über den Köpfen schweben ließ.
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Abgesehen davon hielt sich der Übermut des Publikums leider ziemlich in
Grenzen. Diese Zurückhaltung mag mehrere Ursachen gehabt haben: Ein
(relativ) hohes Durchschnittsalter, ein erstaunlich hoher Anteil an
bewegungsarmen "Normalos" und eine nach Jahrzehnten eher unausgewogene
Setlist. Denn zum Leidwesen vieler (auch mir) ignorierte ALICE COOPER seine
kommerziell so erfolgreiche Spätachtziger/Frühneunziger-Phase fast völlig.
So konnte kein "Hey stoopid", kein "Bed of nails", kein "Feed my
Frankenstein", kein "Freedom" und kein "He's back (the man behind the mask)"
für eine wirkliche Massenbegeisterung sorgen.
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Wie es gegangen wäre, zeigte Alice Cooper mit der wohl wirksamsten
Giftspritze, die es in der Welt des harten Rock je gegeben hat. Eine
Injektion "Poison", und sämtliche Zuschauer bekamen einen gröhlenden
Auszucker. Desmond Child fuckin' rules! Nicht ganz so euphorisch, aber
dennoch begeistert aufgenommen wurde zudem "Lost in america". Die Nummer vom
an sich nicht so beliebten 1994er-Werk "The last temptation" erwies sich in
der Live-Version nämlich als erstklassiges Rock`n´Roll-Groovemonster.
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Die Siebziger hingegen waren überpräsent: Neben den bereits oben erwähnten
Classicks servierte uns Herr Fournier unter anderem auch noch "I'm
eighteen", "No more mr. nice guy" und als allerletzte Zugabe eine
Killer-Version von "Under my wheels". Gegen diese geballte
Klassiker-Invasion mussten die an sich gar nicht üblen aktuellen Songs
zwangsläufig alt aussehen. Die Machwerke seines Image-Kopisten Marilyn M.
läßt das Original Alice Cooper aber nicht nur auf Konserve, sondern auch
live um Lichtjahre hinter sich. Zumal er auch über eine erstklassige,
relativ junge Begleitband verfügt, für die Trommel-Altmeister Eric Singer (ex-KISS, ex-BLACK SABBATH) das iedale Zugpferd ist.
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