DEEDS OF FLESH, DISGORGE, MALIGNANCY, GODLESS TRUTH, PYAMIA & CEPHALIC
Wien, Planet Music
14.05.2002

Den Anfang machten an diesem Dienstag abend die Oberösterreicher CEPHALIC, die leider einen recht undifferenzierten Sound aufgebrummt bekamen, so daß das recht brutale Gebolze ziemlich monoton rüberkam, mal abgesehen von den cleanen Passage, wie beispielsweise dem Outro von "Henkersbeil". Vor allem dominierten in der knappen halben Stunde Tracks des Demos "The inquest", aber auch Stücke neueren Datums von der 7", sowie zwei brandneue Tracks wurden dargeboten, insgesamt, von Seite der Performance, auf jeden Fall beide Daumen nach oben, der Tontechniker verdient sich allerdings ein Hörgerät, da man, wenn man keinen Hörschaden hat, garantiert keine Band dermaßen abmischen würde.
Nach kurzer Umbaupause enterten PYEMIA die Bühne und hier vollbrachte es der Soundmann beim ersten Track, daß so gut wie kein Schlagzeug zu hören war. Von musikalischer Seite tendieren die Niederländer ganz klar in die Brutal Death-Ecke, wobei sich immer wieder Vergleiche zu CANNIBAL CORPSE oder den beiden Hauptacts dieses Abends ziehen lassen. Der Sound wurde übrigens im Laufe des Gigs richtiggehend annehmbar und so lärmten Tracks wie "Carried in proboscis", "Gorging on mucus and bile" oder "Everlasting torture" sehr anständig aus den Boxen.
GODLESS TRUTH waren übrigens die einzige Band an diesem Abend, die ich schon einmal gesehen hatte und ich mußte zweimal auf die Bühne schauen, bis ich erkannte, daß es sich tatsächlich um die Tschechen handelt, da sie erstens einen neuen Schlagzeuger haben und zum zweiten die gesamte Band zu Kurzhaarigen mutiert ist. Das tat der Sache allerdings keinen Abbruch, denn nach zwei sehr heftigen Bands paßte der etwas gemäßigtere Death Metal ganz gut in das Billing. Auch hier überwogen logischerweise wieder Tracks des letzten Albums "SelfRealization", wie "Worthless human being", "He’s not?" oder "Next step", aber auch ein paar ältere Tracks wie beispielsweise "Feebleminded" fanden ihren Weg in die Setlist.
Der MORTICIAN-Ableger MALIGNANCY war mit Sicherheit die zerfahrendste Band des Abends, hier werden die Takte noch öfter und willkürlicher gewechselt als bei CRYPTOPSY. Sänger Danny Nelson erwies sich dabei mit sehr witzigen Ansagen als wahrer Entertainer und auch das Songmaterial, das wohl selbst hier für die Hälfte der Anwesenden zu stressig und anstrengend war, konnte überzeugen. Mit Songtiteln tu ich mir an dieser Stelle zwar etwas schwer, da ich von den bei mäßigem Sound vorgetragen Stücken außer "Profitable extinction", "Motivated by hunger" und "Intrauterine cannibalism" keinen Song klar erkennen konnte.
DISGORGE lieferten dann eine Brutal Death-Show der Spitzenklasse ab. Allerdings schon wieder mit neuem Sänger, denn A. J. Magana, der auf dem eben erst erschienenen Album "Consume the forsaken" als Nachfolger von Matti Way sang, präsentierten die Kalifornier bei dieser Tour Jaimie Baily von BRODEQUIN als neuen Frontmann. Die Setlist dominierte auch in diesem Fall der neueste Output, als Beispiele seien hier einmal "Demise of the trinity", "Denied Existence", "Manipulation of faith" oder "Consume the forsaken" genannt, aber vor allem bei den etwas älteren Tracks wie "She lay gutted", "Womb full of scabs" und "Compost devourment" wußte man die etwa 60 Anwesenden bei mittlerweile schon recht gutem Sound zu begeistern.
Der würdige Headliner waren dann deren Labelmates DEEDS OF FLESH, die ein Lehrbeispiel in perfektem und tightem Zusammenspiel lieferten. Genauer gehts einfach nicht mehr, selbst Bands wie FEAR FACTORY kamen nicht an so eine Leistung heran. Das, was die Herren Lindmark, Kingston und Hamilton aufführten, war schlicht und einfach unmenschlich. Vom optischen wurde ich ein ums andere Mal an PROFANITY erinnert und der Sound war im Fall der Kalifornier als perfekt zu bezeichnen, es war fast kein Unterschied zur letzten CD "Mark of the legion" auszumachen, von der in diesem Fall natürlich ein Großteil der Songs innerhalb der Setlist stammte, zum Beispiel "Cleansed by Fire", "Contest of wills", "Mark of the legion" und noch etliche mehr und dazu noch Stücke älteren Datums wie "Path of the wickening".
Fazit: Für jeden Fan heftigen Death Metals waren diese fünf Stunden so etwas wie der Himmel, oder in diesem Fall wohl besser gesagt die Hölle auf Erden.

E. M. P.