FREUND HEIN & BERSERK
Stockerau, Klim Bim
29.12.2001

FREUND HEIN sind mittlerweile zu einem Namen geworden, der sich verbreitet hat wie in England der Rinderwahnsinn, denn vergleichen kann man die irre Truppe wohl mit keiner anderen Band und nicht nur deswegen zählen sie für mich zu einer der Besten im öst. Underground. So war es natürlich Pflicht für mich, ins Klim Bim zu kommen, um der CD-Präsentation zum neuen Album "Subversive Revolution" beizuwohnen.
Eingeheizt wurde von den ortsansässigen BERSERK, die mit einen gekonnten Auftritt überzeugen konnten. Einzig die miese Anlage störte enorm, da sie Roberts markantem Gesang einen seltsamen Effekt beifügte, der die Stimme nicht so druckvoll zur Geltung kommen ließ, wie sie es eigentlich verdient hätte. Auch das ziemlich lahme Publikum dämpfte die Stimmung der paar Leute, die der Band in den ersten Reihen einheizte - ein Phänomen, das sich leider im Laufe des Abends nicht ändern sollte. Nach einigen neuen Songs - die deutlich ausgereifter klingen - und zwei Zugaben verabschiedeten sich die Fünf, um Platz für die Chaotentruppe FREUND HEIN zu machen.
Geschmackvoll gekleidet wie immer, betraten Sänger Rainer mit Weihnachtsmannmütze und pelzigen Moonboots und der Rest der Band die Bühne, um mit ihrem alten Hit "Black widow" loszulegen, was ein wahrer Ohrenschmaus war, da dieser Song normalerweise nicht mehr zum Liverepertoir gehört. Somit begann eine kleine Zeitreise von den Anfangstagen der Band, als sie noch CRAVING FOR VALUSIA hießen, bis hin zum eigentlichen Zwecke des heutigen Abends - der Präsentation einiger Songs von "Subversive Revolution". Mittlerweile kann ich schon viele FREUND HEIN-Gigs verzeichnen, jedoch wirkte die Band an diesem Abend so spielfreudig wie noch nie, so durften die berühmten Showeinlagen auch nicht fehlen, Sänger Rainer verbrachte einige Songs im Publikum, um den herumtobenden Musikern Platz zu machen. So wurde zwischen Songs wie "Personified shit" oder "Potential Maneater" verkündet, daß FREUND HEIN keine Satanisten seien, da Satan zu ihnen bete und nicht umgekehrt... Die enorme Spielfreude der Band ließ einen sogar das träge Publikum vergessen, und so verstrich eine Stunde im Fluge - den Schlußpunkt setzte das obligate AT THE GATES-Cover "Nausea" und die Vernichtung des Schlagzeugs.
Schade eigentlich, daß so wenig Musikinteressierte dem Spektakel beiwohnen wollten, waren 80% der Zuschauer wohl eher wegen dem guten Bier gekommen oder einfach zu faul, sich auch nur ein wenig vom Fleck zu bewegen. Andererseits hat mir dieser Abend wieder einmal bewiesen, daß FREUND HEIN wohl ein Aushängeschild für den öst. Underground sind - deshalb noch einmal die Aufforderung: Laßt euch keinen FREUND HEIN Gig entgehen!

D. E.