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GOTTHARD & KINGDOM COME
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Linz, Posthof
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28.03.2003
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In ihrer Heimat stürmen sie regelmäßig die Charts, bei uns
locken GOTTHARD hingegen gerade einmal knapp 300 Fans in den Linzer Posthof.
Diesen stand dennoch ein vielversprechender Konzertabend bevor: Nicht nur,
weil die Schweizer mit ihrem aktuellen Album "Human zoo" endlich
wieder etwas härtere Töne angeschlagen haben. Sondern auch, weil
sich mit der deutschen Semi-Legende KINGDOM COME und den Ennser AORlern KING SIZE interessante Vorbands angekündigt hatten.
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Leider aber blieb es im Falle von KING SIZE bei der Ankündigung,
weshalb KINGDOM COME bereits um punkt 20 Uhr auf die Bühne mußten. So
hatten Mastermind Lenny Wolf und seine Mitstreiter bei meinem Eintreffen im
Posthof bereits vier Songs gespielt! :-( Und der Rest des knapp
einstündigen Gigs ließ nur mehr in Ansätzen erkennen, daß
die Band einst als LED ZEPPELIN-Klon verschrien war. Zu MTVIVA- und
elektro-lastig war nämlich das Soundgewand der Nummern des aktuellen
Albums "Independent". Wie wohl tat es da, als KINGDOM COME am Ende
den Synthie-Ballast abwarfen und mit "What love can be" eine wunderschöne Halbballade vom 1988er-Debüt zelebrierten.
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Derlei Probleme gibt es zum Glück bei GOTTHARD nicht. Auch wenn die
Eidgenossen mit "Open" und "Homerun" zwei eher softere
Alben geschrieben haben: Der klassischen, positiven Rock`n´Roll-Schule sind
sie im Songwriting stets treu geblieben. Und auch live sind GOTTHARD eine
der wenigen verbliebenen Bands, die gleichermaßen Spaß haben wie
machen! So entwickelte sich der gesamte Gig vom eröffnenden "Human
zoo" weg zu einem einzigen Triumphzug für die Schweizer.
Die klug gewählte Setlist tat ein übriges, um die Stimmung im
Publikum noch weiter anzuheizen. Zwischen die tendenziell wieder
härteren neuen Stücke (genial: "Top of the world" und
"Long way down") platzierten die Vollblut-Rock'n'Roller
nämlich immer wieder krachiges Material von ihren ersten drei Alben.
Vor allem "Sister moon" und "Movin' on" vom
legendären "G."-Werk von 1996 versprühen auch heute noch
eine unglaubliche Energie.
Absoluter Höhepunkt war jedoch, als Leo Lioni und Mandy Maurer ihre
Akustik-Gitarren auspackten und "In the name" anstimmten.
"Leider ist diese Nummer aktueller denn je", kommentierte
Frontmann Steve Lee den ergreifenden Song, der im Original
stromverstärkt ist und sich gegen Kriege im Namen jeglicher Religion
wendet. Nach dem ebenfalls akustischen, begeistert mitgesungenen "One
life, one soul" gaben GOTTHARD aber wieder Gas. Unter anderem machten
"Mountain mama" vom 1994er-Zweitling "Dial hard" und
das JOE SOUTH-Cover "Hush" vom selbstbetitelten 1992-er Debüt
noch einmal mächtig Stimmung.
Folgerichtig ließ das Publikum GOTTHARD nach dem finalen
"Homerun" auch noch nicht heim rennen: Drei Zugaben, darunter die
allererste Single "Firedance" und die (nicht nur von mir)
sehnsüchtig erwartete Kickass-Version von BOB DYLANs "Mighty
quinn" setzten einen fulminanten Schlußpunkt. Die letzten Worte (wenn
auch vorgezogen) gehörten aber einmal mehr Steve Lee. Der meinte
nämlich locker-lässig zu seinem Gitarristen: "Sag mal, Leo,
warum haben wir eigentlich nicht schon früher in Linz gespielt?"
Keine Ahnung, Steve! Aber ihr dürft, ja MÜSST unbedingt wiederkommen!
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