GRAVEWORM, SHADOWCAST, THE SHAPE & SILENTIUM NOCTIS
Steinhaus (I), Vereinshaus
28.06.2003

Nach der Österreich-Tour und dem Konzert in Slowenien sollte der heutige Gig der letzte der "Near LIVE Experience Tour" der Österreicher SHADOWCAST darstellen und zugleich als CD-Release-Party der Südtiroler GRAVEWORM dienen, die dem Publikum ihren Neuling "Engraved in black" auch auf der Bühne präsentieren wollten.
Den Auftakt machte eine junge Südtiroler Band namens SILENTIUM NOCTIS, die gleich zu Beginn des Sets für Aufsehen sorgten. Der Sänger, der um mindestens 2 Köpfe kleiner als der Bassist war, betrat in Umhang und Corpsepaint die Bühne und ließ gleich beim Intro das Kunstblut aus seinem Mund fließen (und was ist daran so aufsehenerregend?! - J .S.). Wer jetzt gedacht hat, es würde jetzt rauer Black Metal erklingen, hatte sich getäuscht, denn die Musik hörte sich eher an wie eine verweichlichte Version von CRADLE OF FILTH, die besonders durch die lieblichen Keyboardklänge der Aggressivität beraubt wurde. Dazu kamen einige "lustige" Satansbeschwörungsformeln, die der Sänger in voller Inbrunst dem Publikum entgegenschleuderte und ganz böse Songtitel wie "Krieg" oder "Blutzeugnis", die ganz und gar nicht zu den fröhlichen Tönen des Keyboards passen wollten. Ein sehr erheiternder Anfang, auch wenn diese Band wohl jedem von uns entbehrlich gewesen wäre.
Was dann kam, paßte so gar nicht in das Programm: Eine Rock`n´Roll-Band namens THE SHAPE, die dem größtenteils aus Metallern bestehenden Publikum einheizen sollte - dies aber klarerweise nicht wirklich schaffte. Trotzdem Respekt an die Band, die sich an den nicht vorhandenen Publikumsreaktionen nicht störte und trotzdem mit vollem Einsatz ihre Songs herunterspielte.
Leider verhielt sich das Publikum auch bei den extra aus Österreich angereisten SHADOWCAST nicht anders, einige wenige versammelten sich zwar zu Beginn des Sets vor der Bühne, im Laufe des Auftritts wurden diese Leute aber immer weniger. Eigentlich traurig, denn die vier Recken rund um Clemens Mayr (AMORTIS) wußten an dem Abend mit ihrem Cyber Classic Space Metal durchaus zu gefallen und lieferten wie immer eine gekonnte Show ab - aber anscheinend ist das Südtiroler Publikum zu engstirnig, um auch andere Einflüsse in der Musik zu ertragen.
Nun war es Sache von GRAVEWORM, das Publikum für sich zu gewinnen und obwohl der Vereinssaal zum Bersten gefüllt war, gelang es den Ortsansässigen nicht wirklich, viel Stimmung in die Menge zu bringen. Mich persönlich schreckt das musikalische Schaffen der Band ja eher ab, weswegen ich dazu auch nicht viel sagen will, aber wenn bei einem rappelvollen Saal der Sänger erst etliche Versuche unternehmen muß, um die Leute im Publikum zu animieren, ist das wohl eher ein trauriges Zeugnis. Zum Schluss gaben die Grabwürmer dann auch noch ihr Cover von "Fear of the dark" zum Besten - meiner Meinung nach eine wirklich unnütze und absolut schlechte Version.
Summa summarum ein etwas seltsamer Abend, der aufgrund des laschen Publikums wohl nicht ganz das gebracht hat, was von den Bands erhofft wurde.

D. E.