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JUDAS PRIEST & FIRESTORM
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Wien, Pepsi Music Club
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29.03.2002
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Die britische Legende ging vier Jahre nach ihrer letzten Europa-Tour wieder auf die Reise, mit
ihrem aktuellen - höchst umstrittenen - Album "Demolition" im Gepäck. So konnte man beim Marsch durchs Publikum auch immer wieder Gespräche von Fans auffangen, die größtenteils einen gemeinsamen Tenor hatten: Hoffentlich spielen sie nichts von der Neuen! JUDAS PRIEST gingen übrigens ohne Support auf Tour und gaben lokalen Bands die Möglichkeit, vor ihnen aufzutreten - diesen sicherlich gefragten Job haben FIRESTORM aus Laa/Thaya ergattert.
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Von diesen habe ich allerdings, was das optische angeht, nicht wirklich viel mitbekommen, da es ganz und gar nicht einfach war, durchs dichtgedrängte Publikum nach vorne zu kommen. Meine Ohren hingegen waren dadurch nicht beeinträchtigt und diesen gefiel, was sie zu hören bekamen. Der Sound war ok, das Zusammenspiel auch, Davids Gesang war wie immer herausragend und den Zuschauerreaktionen zufolge haben sich FIRESTORM hier achtbar geschlagen. Die Band hat sich übrigens mit einer Keyboarderin verstärkt - über deren Qualitäten ich leider nichts sagen kann, da ich ja nicht wirklich in der Lage war, einen Blick auf die Band zu werfen und heraushören konnte man die gute Dame leider auch nicht wirklich...
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Doch nach einer ca. halbstündigen Umbaupause gabs dann die Band zu sehen, die ohne Zweifel als eine der wichtigsten unserer Musikrichtung angesehen werden muß. Das letzte Album "Demolition" muß zwar als höchst umstritten - noch viel krasser, als dies damals beim Comeback "Jugulator" der Fall war! - angesehen werden, aber JUDAS PRIEST haben die "New wave of british heavy metal" zusammen mit SAXON, MAIDEN und einigen anderen mitbegründet und in ihrer langen Karriere etliche unsterbliche Klassiker veröffentlicht. Und genau auf diese warteten die gut 1500 Leute (unter denen sich überraschend viele Frauen befanden!) im Pepsi Music Club. Und genau das sollten sie auch bekommen: "Diamonds and rust", "Green manalishi", "Beyond the realms of death", "Breaking the law" (natürlich), "Painkiller" (detto), als 1. Zugabe "Hellion/Electric eye" (sind meines Wissens immer das eröffnende Duo gewesen) und "Living after midnight" und als Abschluß "Hell bent for leather", und das alles im knackigem Soundgewand. Das unmittelbar vor "Painkiller" plazierte "Turbo lover" hat mich sehr überrascht, denn das gleichnamige Album ist ja als PRIESTs "Pop-Scheibe" verschrieen, der Song erzielte aber exzellente Resonanzen im Publikum. Von den letzten beiden Alben gabs jeweils zwei Songs, und zwar "Blood stained" und "Burn in hell" ("Jugulator" - wieso nicht "Bullet train" und "Death row"?) sowie "One on one" und "Hell is home" ("Demolition") - die ganz in Rot getauchte Bühnendekoration inklusive "Demolition"-Backdrop bot also unnötig Anlaß zur Sorge, ein zu großer Teil der Setlist würde von neuen Tracks dominiert werden. Die Saitenfraktion (Glenn Tipton, K.K. Downing und der unverwüstliche Ian Hill) war gut in Form, Scott Travis wirkte mit dem PRIEST-Material etwas unterfordert und Ripper Owens bot in gesanglicher Hinsicht eine fast schon überragende Show. Ob tiefe oder hohe Parts, der Junge brachte alles so dermaßen kraftvoll, daß sogar schon einer Legende wie Eric Adams der Angstschweiß aus den Poren treten müßte. Nur outfitmäßig hats Owen auch diesmal nicht optimal erwischt - nach der kitschigen Silber-Rüstung von den Festivals letzten Jahres versuchte sich der Ripper in Lederjacke, einem viel zu kurzen schwarzen Hemd und schwarzer Baseballkappe, was irgendwie nicht recht zum Rest der Band paßte. Das und die Tatsache, daß nach nur 80 Minuten - von solch einer Legende, die soviele Klassiker im Gepäck hat, sollte man sich schon zumindest ein zweistündiges Programm erwarten können - schon wieder Schluß war, waren aber die einzigen Minuspunkte dieser PRIEST-Show.
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