JUDAS PRIEST & HIGHLIGHT
Graz, Orpheum
01.04.2002

Nachdem mich JUDAS PRIEST auf ihrer letztjährigen Festival-Tour nicht besonders überzeugen konnten, war ich sehr gespannt, wie sich die Metal Gods auf ihrer zweiten Tour mit Ripper Owens präsentieren würden. Denn gerade bei ihrem Auftritt am Bang Your Head!!!-Festival letzten Juni war mir vor allem der nicht wirklich live klingende Gesang ein Dorn im Auge. Heute würde sich zeigen, ob ich mich, so wie ich hoffte, getäuscht hatte.
Wie üblich traten vor Konzertbeginn wieder einmal alle möglichen Probleme auf, sodaß ich die Vorband HIGHLIGHT leider verpasste. Doch an diesem Abend galt sowieso alle Aufmerksamkeit dem großen Headliner JUDAS PRIEST. Und kurz nach 21.00 Uhr enterten Tipton, Downing und Co. mit "metal Gods" furios die Bühne. Und was war das für ein Einstieg. Wie eigentlich fast immer im Orpheum stach der wirklich tolle Sound hervor und wie ein Unwetter zogen die Metal-Urgesteine über die Meute her. Einzig das neue Bühnenoutfit des Rippers war nun doch etwas gewöhnungsbedürftig. So bedient ein schwarzes Worker-Hemd und ein Baseball-Cap nicht unbedingt die gängigen Metal-Klischees. Doch abgesehen davon boten er sowie der Rest der Band eine wirklich einwandfreie Leistung. Gnadenlos hämmerten sie Song um Song in die aufgewühlte Menge. Und diese Kost ließ sich keiner zweimal vorsetzen. Mit Göttergaben wie "Touch of evil", "Burn in hell" oder "Turbo lover" wurde der Menge heftig eingeheizt. Auch die Songs der neuen Scheibe "Demolition" wurden recht gefällig angenommen und konnten live aufgrund ihrer Aggressivität auch ordentlich punkten. Als JUDAS PRIEST gegen Ende des Gigs schließlich "Painkiller", "Breaking the law", "Living after midnight" und zum Abschluß "Hell bent for leather" auspackten, rastete der Mob absolut aus und feierte die Band fast abgöttisch. So war dann dieser wirklich geniale und energiegeladene Gig auch schon wieder, viel zu früh, vorbei. Denn das einzige wirkliche Manko an diesem Abend war die für eine Band vom Kaliber PRIEST doch ein wenig kurze Spieldauer von 1 Stunde und 50 Minuten. Da hätte ich mir doch ein wenig mehr vorgestellt. Und es fehlten auch einige, ich will mal sagen, "Muß-Songs" wie "The ripper", "Metal meltdown" oder "The sentinel". Aber man würde wohl auch nach einer Spielzeit von 3 Stunden noch den einen oder andern Song finden, den man unbedingt hören wollte... Es war trotzdem schade, daß die Spielzeit doch recht knapp bemessen war.
Doch abgesehen davon boten JUDAS PRIEST eine fantastische Show und ein wirklich gutes Konzert. Jetzt müßten sie es nur noch schaffen, mal wieder ein anständiges Album zu veröffentlichen...

J. K.