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KORIA ROLL FESTIVAL
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Iitti (F), Festivalgelände
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21.07.2002
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Völlig planlos und todmüde verließen wir das Appartment und machten uns auf den Weg zum Busbahnhof, um unseren Bus nach Kouvola zu erreichen, denn heute stand das Koria Roll am Plan.
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Besagtes Festival findet in einem kleinen Ort namens Iitti statt, was ca. 150 km von Helsinki entfernt, zwischen Kouvola und Lahti, liegt. Die ca. 2 Stunden Busfahrt gehörten nicht gerade zu den angenehmsten Stunden des Urlaubs, was aber nicht etwa an dem schlechten Fahrstil des Busfahrers oder an schlechten finnischen Straßenverhältnissen lag, sondern eher daran, daß unsere Mägen das Schaukeln des Busses noch nicht wirklich verkraften konnten, da es doch bis 07.00 früh dauerte, bis wir uns mal schlafengelegt hatten und unser Bus schon so gegen 11.00 in Helsinki losfuhr. In Kouvola angekommen, checkten wir im Hotel ein und saßen auch kurze Zeit darauf schon wieder im Bus, der uns aufs Festivalgelände bringen sollte.
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Das Festival befand sich auf einem riesen Areal, welches von einem Wald geteilt wurde. Leider hatten es die Organisatoren versäumt, das Ganze wenigstens ein bißchen zu beschildern und so machten wir einen eher unfreiwilligen längeren Spaziergang, bis wir endlich die MainStage gefunden hatten.
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Keine 15 Minuten später stand dort auch schon die 1. Band, um ihr Bestes zu geben. Vor leider nur ein paar sehr wenigen Leuten startete die NEW DAWN FOUNDATION die Show. Die Band rund um den Ex-TO/DIE/FOR-Bassisten Miikka Kuisma nahm Ende letzen Jahres ihre erste selbstfinanzierte CD mit dem Titel "So damn lost again" auf. Da wir die CD bereits zu Hause hatten, war die Spannung auf die Live-Umsetzung doch sehr groß und wir wurden positiv überrascht.
Los gings erst mal mit dem RAMMSTEIN-Song "Du haßt mich", welchen der Keyboarder Juska Salminen (bis 2001 Keyboarder bei H.I.M.) in perfektem Deutsch zum Besten gab. Dann wurde mit dem eigenen Material losgelegt, was live einen ganz anderen, einen besseren Eindruck wie auf CD vermittelte. Die Songs rockten live um einiges mehr und die Jungs hatten so wie es aussah, Spaß beim Spielen, trotz der wenigen Zuschauer. Stilmäßig ist es schwer, diese Band einzuorden. Die Band selbst sagt, ihre Musik sei irgendwas zwischen RAMMSTEIN und ROXETTE. :-) PARADISE LOST sind auf jeden Fall die großen Vorbilder des Liedtexters Mikka, was bei den Songs doch ab und zu zu hören ist.
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Die nächste Band, die wir uns ansahen, waren TO/DIE/FOR. Nachdem sich die Band aus einigen Gründen heuer fast aufgelöst hätte, war dies einer der 2 einzigen Gigs, den die Band heuer spielte und es gab auch einige Überraschungen. Eine davon war auf alle Fälle, daß der ehemalige Gitarrist, der die Band eigentlich letztes Jahr verlassen hatte, mit von der Partie war sowie daß der Bassist Make und der Drummer Tonmi mit bemalten Oberkörpern auf die Bühne kamen. Der Gig war soundtechnisch erste Klasse und die Jungs gaben ihr Bestes. Es wurden hauptsächlich Songs vom 2. Album "Epilog" gespielt, aber natürlich verzichteten die Jungs nicht auf ihren wohl bekanntesten Song, das SANDRA-Cover "In the heat of the night", wozu 2 finnische Porno-Darstellerinnen(!!!) auf die Bühne kamen um ein bißchen mit ihren Titten (Tschuldigung für diese Wortwahl) und Hintern zu wackeln und auch ein Feuerspucker ging seiner Tätigkeit während dieses Songs auf der Stage nach. 2 neue Nummern wurden auch gespielt, die sich vielversprechend anhörten und die schon sehr aufs neue Album hoffen lassen, welches nächstes Jahr erscheinen soll. Das, was diesen Gig aber sicherlich für uns unvergeßlich gemacht hat, war daß Tonmi Lillmann, der Drummer, so stockbesoffen war, daß er während des Gigs 3 mal einfach aufhörte zu spielen bzw. wenn sein Einsatz war, einfach nicht spielte. Seine Band-Kollegen hatten schwer damit zu kämpfen, ihn davon zu überzeugen, daß er doch bitte den Gig weiterspielen soll. Das erstaunlichste daran aber war, das Tonmi, der einmal vor seinen Drums hervorkam, um dem Publikum etwas mitzuteilen und dabei wankte, was das Zeug hielt, den Gig ohne einen einzigen Fehler spielte!!! Das zeigt einem immer wieder, daß der Ex-SINERGY-Drummer sein Instrument wirklich unter Kontrolle hat, auch wenn er betrunken ist und Probleme hat, nicht vom Hocker hinter den Drums zu kippen.
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Ein paar Biere später (wir hatten schon wieder unser Level vom Vortag *g*) betraten Timo Rautiainen & TRIO NISKALAUKAS die Stage. Wir hatten ja das Vergnügen, TRIO NISKALAUKAS schon am Tuska zu sehn. Deshalb freuten wir uns um so mehr, daß wir sie innerhalb von ein paar Tagen ein zweites Mal live sehen durften. TRIO singen in ihrer Heimatsprache - also finnisch, nichtsdestotrotz muß man nicht finnisch können, um ihre Musik zu lieben. Die Riffs sind gewaltig und das alleine überzeugt total. TRIO lieferten eine Wahnsinns-Show, wobei sie ältere Songs, sowie aber auch Nummern aus ihrem aktuellen Album "Rajaportti" spielten.
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Der absolute Headliner dieses Abend sollten jedoch SENTENCED sein. Egal, wie oft wir die Jungs schon live gesehen haben, es ist immer wieder ein Genuß. Wir bekommen einfach nicht genug von den Mannen aus Oulu und deren Musik. Gegen Mitternacht war es dann soweit. Die Members rund um den Frontmann Ville stürmten unter den Jubelrufen einer wirklich großen Crowd die Bühne.
Ville lieferte den gesamten Gig durch eine super Show, trotz ersichtlich schwerer Alkoholeinwirkung (und Fans von SENTENCED wissen, daß der Gute sich nie ohne seine Wodka-Flasche auf die Bühne stellt). Es wurde zu Nummern wie "Nepenthe", "Noose", "Warrior of life"..., aber auch neuen Nummern des aktuellen Albums gerockt und gebangt, was das Zeug hielt. Daß die Jungs auch für Späße zu haben sind, merkte man spätestens daran, daß sie auf einmal mitten in einem Song "Yellow submarine" zu spielen anfingen und Ville sang "Herr XY ist homosexuell, homosexuell... Herr XY ist homosexuell". Die Masse tobte und lachte sich schwer einen ab... Ville auf der Bühne auch. :-) Als Zugabe wurde "The suicider" und "Excuse me while I kill myself" gespielt. Die beiden Songs wurden nahtlos ineinander gespielt. Das Ende des Konzerts wurde mit der aktuellen Single "No one there" besiegelt.
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Müde, aber überglücklich machten wir uns danach auf den Weg Richtung Shuttle-Bus, der uns zurück nach Kouvola in unser Hotel bringen sollte. Für einen Platz im Shuttle Bus mußten wir allerdings einen Kampf ausfechten, weil der Veranstalter es anscheinend versäumt hatte, mehrere Busse dahin zu schicken. Und so war für mehrere hundert Leute nur 1 Bus da. Man kann sich den Kampf sicherlich lebhaft vorstellen. Aber wir waren siegreich! :-)
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Fazit: Organisatorisch war das Festival die Überkatastrophe! Von der Atmosphäre her war das Festival auch nicht wirklich das wahre (Kindergeburtstag mitten im Wald *g*), aber auf jeden Fall von den Bands und deren Show 1A. Außerdem war es für uns schön, wieder einmal alte Bekannte dort zu treffen und Spaß mit denen zu haben. Im Großen und Ganzen hat sich dieser Trip also mehr als gelohnt.
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