LEGACY OF HATE, MIDGARD, SILENT AGONY & DECOMPOSED CRANIUM
Graz, Explosiv
11.10.2002

Wieder einmal war es Zeit für einen "Bone Breakers Ball". Und wieder einmal hat man es geschafft, ein doch recht interessantes Line Up zusammenzustellen. Schade nur, daß PLENTY SUFFERING kurzfristig absagen mußten (Sänger Mario war aus beruflichen Gründen verhindert...). Für die Hartmannsdorfer (Markt Hartmannsdorf olen! - J. S.) sprangen DECOMPOSED CRANIUM ein und durften den Part des Openers übernehmen.
Als ich dann doch erst gegen 21 Uhr ins Explosiv kam, hatten DECOMPOSED CRANIUM ihren Gig leider gerade beendet, sodaß ich leider wieder einmal auf den livehaftigen Anblick des guten Polsi verzichten mußte. ;-) Der allgemeine Tenor war aber durchaus positiv. So muß ich eben auf den 23.10 warten, wenn die Kärntner im Rahmen des "Disorder"-Gigs im Arcadium ein weiteres Graz-Gastspiel geben werden.
Die zweite Band an diesem Abend, SILENT AGONY, agierte im Anschluß extrem engagiert und bemüht. Doch so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Vielleicht lag es daran, daß SILENT AGONY stilistisch nicht wirklich in dieses Package paßten, vielleicht auch daran, daß sie im großen und ganzen nicht wirklich überzeugen konnten. Obwohl ihr Auftritt an sich wirklich nicht schlecht war, hinkte das ganze einfach ein wenig. Dazu hat man einfach den Eindruck, daß sie auf Teufel komm raus "modern" wirken wollen. Und am Ende war der Großteil der Leute doch eher froh, als sie endlich das Feld für MIDGARD räumten.
MDIGARD waren dann im Grunde die eigentlichen Hedliner des Abends. Und plötzlich war das Explosiv dann auch wirklich gut gefüllt. Es war doch augenscheinlich, wie man später noch deutlich merken sollte, daß ein Großteil der Leute nur wegen MIDGARD gekommen waren. Vor allem in der ersten Reihe roch es stark nach Groupie-Alarm! ;-) MIDGARD selbst dankten es den Fans dann schließlich mit einem wirklich starken Gig. Konsequent und ohne großen Firlefanz rockten die Burschen so richtig ab. Auch Klein-Petzi zeigte sich stimmlich voll auf der Höhe. Schade nur, daß ihr Sound gegen Ende des Gigs langsam wirklich fad wurde, weil es eben einfach immer nur das gleiche ist. Ihr Stil, extrem an IN FLAMES angelehnt, bietet einfach keinerlei Platz für Überraschungsmomente. Zum Abschluß kam allerdings noch einmal so richtig Stimmung auf, als MIDGARD als Zugabe noch zwei Cover-Versionen zum Besten gaben. So huldigten sie HYPOCRISY und JUDAS PRIEST mit einer recht interessanten Interpretation von "Hell bent for leather".
Die "Headliner" LEGACY OF HATE konnten mich dann an diesem Abend nicht wirklich überzeugen. Irgendwie waren sie für mich nicht Fisch, nicht Fleisch, um es mal so zu definieren. Grundsätzlich geil, immer wieder wirklich starke Parts, aber dem Gesamtbild fehlte die Intensität. Ihre Musik konnte einfach keinen bleibenden Eindruck erzeugen, was vielleicht auch an ihrer recht eigenwilligen Mischung diverser Stile liegt. Ich denke, das haben wohl auch der Großteil der Anwesenden ähnlich gesehen, denn am Ende waren gerade noch 15 "Hansln" in der Halle. Der Rest gab sich entweder draußen die Kante oder hatte bereits vor dem Ende des Gigs die Halle verlassen. Schade eigentlich...

J. K.