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MANOWAR & BLUDGEON
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Wien, Spark7.com-Halle
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05.11.2003
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Nach dem Konzertabbruch vom 02.04.1997 an selber Stelle wagten sich MANOWAR
fünf Jahre später wieder an die unselige Stätte. Ca. 1200 Zahlende waren
sehr gespannt, wie der heutige Abend verlaufen würde, sprich: Ob wieder
Becher mit oder ohne Inhalt auf die Bühne segeln und wie die Band darauf reagieren würde.
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Aber soweit war es noch nicht, zuerst mußte mit BLUDGEON die erste Vorband,
die MANOWAR seit 1994 (damals waren es GAMMA RAY) mit auf Tour nahmen, auf
die Bretter. Zur Erinnerung/Info: BLUDGEON ist die Chicagoer Band, die
MANOWAR für ihr bandeigenes Label Magic Circle Music unter Vertrag genommen
haben und deren Debut "Crucify the priest" von Joey DeMaio in deren
Wohnzimmer(!) produziert wurde. MANOWAR haben sich ja in der Vergangenheit
einen eher schlechten Ruf, was die Behandlung von Vorbands angeht,
eingeheimst - ich kann zwar nicht beurteilen, was mit dem Quartett aus
Chicago HINTER der Bühne geschah, aber AUF derselben haben sie wohl so
ziemlich die besten Bedingungen genossen, die ein Support nur haben kann.
Sehr viel Platz (obwohl sie vor dem MANOWAR-Bühnenaufbau spielen mußten),
ein sehr lauter UND gleichzeitig ausgewogen-transparenter Sound sowie eine
Spielzeit von 45 Minuten, während der BLUDGEON die Gelegenheit hatten, dem
durchaus geneigten Wiener Publikum fast das gesamte Material ihres
gelungenen Debuts vorzustellen. Und dies taten sie auf eine verdammt tighte
und spieltechnisch herausragende Art und Weise und ließen damit so einige
etablierte Bands ziemlich alt aussehen. Hervorstechendstes Bandmitglied war
meiner Meinung nach Bassist "E", der mit seinem versierten Spiel ein ums
andere mal die Blicke auf sich zog. Ich denke, diese Band konnte unter
diesen guten Bedingungen mehr als nur eine Talentprobe abliefern - mehr davon!
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Eine knappe Dreiviertelstunde später war es dann endlich soweit. Die Halle
wurde in völlige Dunkelheit gehüllt und wieder einmal bescherte mir das
schon beängstigend laute "Ben Hur Theme" (das beste Metal-Konzertintro aller
Zeiten) eine wohlige Gänsehaut. Dann stiegen MANOWAR traditionsgemäß mit
"Manowar" in den Set ein, welcher sich rein von den Songs her in keiner
Weise mit dem 3 Tage zuvor in Jihlava (Tschechien) Gebotenem unterschied -
sondern im Drumherum. So dauerte der Wien-Gig trotz identer Setlist um satte
25 Minuten länger! Zum einen beschränkte sich Eric Adams nicht auf mickrige
drei Kurzansagen, was wohl wiederum auf das deutlich enthusiastischere
(weniger betrunkene?!) Publikum zurückzuführen war. DeMaio ließ sich auch
nicht lumpen und gab eine seiner berühmt/berüchtigten "Speeches" zum besten,
bei der er etwaigen Bierbecherwerfern mit "then 3000 people will kill you"
drohte und "I love austrian beer" verkündete - wohlgemerkt mit einer Dose
Budweiser in der Hand. Das obligatorische Bassolo fiel etwas länger aus, da
das Publikum miteingebunden wurde und DeMaio "Sting of the bumblebee" mit
dem Flamenco-artigen Gefiedel von der "Hell on wheels"-Live-Scheibe
ergänzte. Desweiteren benutzte man die Bühne beim 2. Zugabeblock wieder mal
als Harley-Parkplatz.
Obwohl es sich unsere vier Helden punkto Songs etwas einfach machten: Die
längeren, epischen Tracks aus der Frühphase wurden leider, leider völlig
weggelassen und der Schwerpunkt auf die letzten beiden Alben "Warriors of
the world" ("Call to arms", "Swords in the wind", "Warriors of the world
(united)" & "House of death") bzw. "Louder than hell" ("Brothers of metal",
"Courage", "The gods made heavy metal", & "Outlaw") gelegt und einerseits
mit den üblichen Standards wie "Kings of metal", "Hail & kill", "Black wind,
fire and steel" und "Kill with power" und andererseits mit kleinen
Überraschungen ("Spirit horse of the cherokee", von "Triumph of steel"; ein
halbes "Swords in the wind") abgerundet. Letzteres bildete übrigens den
Auftakt zum 1. Zugabenteil, bei dem es sich um ein reines Akustik-Medley mit
"Master of the wind" und "Courage" handelte und bei dem die Band von
RHAPSODY-Keyboarder Alex Staropoli an den Tasten unterstützt wurde. Dann kam
die Band - wie schon weiter oben erwähnt - mit den Harleys auf die Bühne und
droschen nacheinander "Outlaw", "House of death" und wie immer als Abschluß
"Black wind, fire and steel" in die noch vom Akustik-Teil eingelullten
MANOwarriors.
Unterm Strich sicher nicht der beste MANOWAR-Gig, dem meine Wen(d)igkeit in
seinem Leben beiwohnen durfte (die Performance anno 1998 in Graz wird auf
ewig unerreicht bleiben), aber ganz sicher auch nicht der schlechteste. Den
Titel "Kings of metal" dürfen MANOWAR weiterhin für sich beanspruchen -
schon alleine deshalb, weil es wirklich selten Konzerte gibt, die zu einer
einzigen riesigen Metal-Party mutieren, wo man rundherum fast nur bangende Köpfe, glänzende Augen und glücklich lächelnde Gesichter erblickt.
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