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DIMMU BORGIR, IN FLAMES, NEVERMORE, LACUNA COIL & SUSPERIA
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Graz, Orpheum
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07.04.2001
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Ein Hammerpackage, das es an diesem lauen Frühlingsabend nach Graz geschafft hatte! Mit dabei nicht nur alte Bekannte wie IN FLAMES, sondern, man staune, auch NEVERMORE, die man ja noch nie in unseren Breiten bewundern durfte und die somit von etlichen Fans schon sehnsüchtig erwartet wurden. Gleich am Eingang lümmelte ein auf den ersten Blick schon bekannter Mann bei seinem Bierchen herum, bei genauerer Betrachtung entpuppte sich dieser als kein geringerer als STRATOVARIUS-Drummer Jörg Michael! Auch keine Ahnung, was den Guten in unsere Lande verschlagen hatte!
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Den Opener des Abends machte eine junge Combo aus Norwegen, SUSPERIA, deren Mitglieder schon allesamt in anderen Schwarzwurzelbands, u.a. SATYRICON, rumgelärmt hatten, allen voran Tjodalv von DIMMU BORGIR. So verwunderte es auch kaum, daß sie sich stilistisch wenig von diesen unterschieden, gefrönt wurde dem Black Metal, allerdings versehen mit einigen feinen Thrash-Riffs und symphonischen Anklängen. Konnte allerdings nicht wirklich überzeugen, dazu agierten sie doch noch etwas zu planlos. War ok!
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Danach schickten sich schon mal einige männliche Anwesende mit offensichtlich hohem Hormonspiegel an, die ersten Reihen in Beschlag zu nehmen, denn es hatte sich herumgesprochen, daß nun die Italiener LACUNA COIL die Bühne entern würden. Und siehe da, sie boten wirklich einen (optisch) hervorragenden Auftritt: Die Mannen um die bezaubernde Frontmaid Cristina kamen allesamt in schwarze Mönchskutten gekleidet auf die Bühne, Cristina selbst war in ein rotes Samtkleid gewandet. Was für ein Anblick! Aber sie hatten auch musikalisch einiges auf der Pfanne - so is nicht! Das bewiesen sie mit ihrem neuen, abendfüllenden Longplayer "Unleashed memories", der in der Tat einige wirklich stimmige Momente zu bieten hat. Eingangs erwähnte Herrschaften wollten danach vermutlich unbedingt noch mit Gewalt ungut auffallen - sie hatten scheinbar die Location verwechselt und forderten unbeirrt "Ausziehen, Ausziehen!" von der Sängerin. Naja, schon recht peinlich, ansonsten ein starker, wenn auch kurzer Auftritt.
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Mittlerweile hatte sich die heilige Halle des Orpheums doch recht anständig gefüllt, und das war auch gut so, denn nun stand die US-Power Metal-Legende aus Seattle, NEVERMORE, auf dem Programm, keine Unbekannten, hatten sich sich doch aus den Göttern SANCTUARY reformiert. Auch sie kamen mit ihrer neuen Scheibe "Dead heart in a dead world" an den Start, nicht der schlechteste im übrigen. Das ganze kam sehr professionell rüber, und die Herrn Musiker um Langhaardackel Warrel Dane konnten vom wahrlich glasklaren Sound profitieren, den die Mischer da hingezaubert hatten. Kein Wunder, wenn man Nummern wie "Inside four walls" oder "Evolution 169" mit im Handgepäck hat. Bedauerlicherweise kamen keine Zugaben in Form von alten SANCTUARY-Hymnen á la "Battle angels", die sich sicher einige gewünscht und erwartet hätten. Trotzdem, ein großartiger Gig!
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Stammgäste wie die nun folgenden IN FLAMES sind halt immer willkommen und immer wieder gern gesehen. Mit einem Schlag war die Hölle los und das Publikum bangte sich durch Klassiker wie "Episode 666", "Jotun" oder hymnische Schädelspalter wie "Only for the weak". Schon ziemlich genial, wie die Nordlichter gekonnt heruntergestimmte Death Metal-Riffs, zuzüglich typisch heiserem Gekrächze, mit traditionellen, melodischen 80er-Sounds der NWOBHM verknüpfen. IN FLAMES, die Maiden der 90er? Gut möglich! Der begeisterten Meute gefiels offensichtlich, und die Jungs wurden echt nach allen Regeln der Kunst abgefeiert! Bitte, kommt bald wieder!
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Die schwarze Zunft schickte an, sich zusammenzurotten, denn nun der eigentliche Headliner, DIMMU BORGIR! Auch hier hatte das Besetzungskarussell rotiert, von OLD MANS CHILD kam Galder, der Astennu an der Gitarre ersetzte, und von CRADLE OF FILTH herübergewechselt, Nick Barker hinter den toten Tierfellen. Was soll man sagen, man kann zu den DIMMUs stehen, wie man will, sie verstehen es schon, eine gute Show hinzulegen. Auch wenn sie keine Lieblinge von mir persönlich sind, so muß ich ihnen wirklich handwerkliches Können attestieren. Leider war bei ihnen der Sound nicht optimal (im Gegensatz zu den vorherigen Bands), dadurch kam die ungeheure Komplexität des neuen Werks kaum zur Geltung, um nicht zu sagen, manche Parts klangen schon recht wirr! Wenigstens wurde mit ein paar pfiffigen Pyroeffekten die Show ein wenig aufgelockert, was dem Gesamteffekt doch recht zuträglich war.
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