MORBID ANGEL, ZYKLON, CADAVER INC. & LOST DREAMS
Graz, Theatro
25.04.2001

Den Anfang machten an diesem Abend die Grazer DESTINY, die eigentlich ehrlich gesagt nicht im Geringsten zu diesem Billing paßten. Mit ihrer Mischung aus einschläferndem Midtempo und laschen Grooves, die mit Death Metal-Growls verfeinert wurden, konnten sich zwar offensichtlich einige Freunde der Band, ich mich allerdings nicht im Geringsten begeistern. Gut, der Sound war, abgesehen vom schlecht abgemischten Schlagzeug, schon ganz in Ordnung, aber damit wären auch schon die ganzen Pluspunkte aufgezählt.
CADAVER INC. sind die legitimen Nachfolger der mittlerweile leider in Vergessenheit geratenen CADAVER, die mit ihrem 92er Album "...in pains" doch für einigermaßen Aufsehen sorgten. Allerdings hat man mit den alten CADAVER insofern nur mehr recht wenig gemein, da man sich mittlerweile ziemlich vom Death Metal in Richtung Black Metal in Machart des letzten SATYRICON-Opus, allerdings mit großzügigem Verlust der langsamen Passagen, wegentwickelt hat. So präsentierte die Band um Anders Odden ausnahmslos Stücke vom erst kürzlich erschienenen Debütalbum "Discipline", die bei ordentlichen Soundbedingungen in gnadenloser Geschwindigkeit heruntergebolzt wurden.
Auf das Allstar-Projekt ZYKLON war schon ein Großteil der Anwesenden gespannt und die Norweger hätten auf voller Linie überzeugen können, wenn... Ja wenn sie nur einen anständigen Frontmann gehabt hätten. Die musikalische Darbietung der Herren Trym, Zamoth und Destructhor war auf jeden Fall mehr als gelungen, aber Sänger Daemon von LIMBONIC ART haute mit seinem peinlichen Gepose und einer gesanglichen Leistung, die nach einem heiseren Pudel im Stimmbruch klang, fast alles zusammen. So hatten dann auch die wirklich gut präsentierten Stücke wie "Hammer revelation", "Zycloned" oder "Worm world" einen üblen Beigeschmack.
MORBID ANGEL traten nach dem für alle überraschenden Ausstieg von Bassist/Sänger Steve Tucker mit ihrem neuen Frontmann Jared Anderson von HATE ETERNAL auf. Als Intro wurde "Kawazu" vom letztjährigen "Gateways to annihilation"-Album gewählt, welches nahtlos in "Summoning redemption" überging. Mir gefielen die Pioniere des Ami-Death an diesem Abend entschieden besser als die letzten zwei, drei Male, obwohl sich im Set wieder nicht so mächtige Kracher wie "This means war", "Hellspawn" oder "God of emptiness" befanden. Gespielt wurde hingegen "He who sleeps", "Rapture", "Heaving earth", "Immortal rites" und natürlich "Chapel of ghouls". Eine Offenbarung war es zwar wieder einmal nicht, was allerdings in keinster Weise mit den spielerischen Fähigkeiten der Herren Azagthoth, Sandoval oder Rutan zusammenhing, denn diese drei Ausnahmekönner sind sowieso über jeden Zweifel erhaben.

E. M. P.