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NILE, THE HAUNTED, CARNAL FORGE & THE FORSAKEN
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Wien, Arena
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22.02.2001
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Als erste mußten die schwedischen Newcomer THE FORSAKEN, die mich mit ihrem Debütalbum "Manifest of hate" bereits voll und ganz überzeugen konnten, die Bühne entern. Als Opener wählte man "Inseminated by the beast", das man bei für eine Vorband ausgesprochen gutem Sound dem größtenteils ahnungslosen Publikum entgegenwarf. Es folgten darauf weitere Songs wie "Betrayal within individuals", "Truth of god", "Dehumanized perspective" und "Collector of thoughts". Besonders stach bei der Darbietung Sänger Anders Sjöholm hervor, der nicht nur mich an Johan Hegg von AMON AMARTH erinnerte. Nach einer guten halben Stunde wurde das überzeugende Set mit dem vom "In the eyes of death II"-Sampler bekannten "Daemon breed" beendet.
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Die nächsten waren dann CARNAL FORGE, die eine sehr energiegeladene Show abzogen. Ihr Highspeed Thrashcore kam irrsinnig druckvoll, aber leider auch leicht übersteuert rüber. Dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch und so bildete sich auch ein kleiner Moshpit. Die einzigen Songs, die ich in diesem Zusammenhang aufzählen kann, sind "Firedemon" und "Sweet bride", da ich mit dem restlichen Material der Schweden sonst nicht so vertraut bin. Auf jeden Fall ein recht gelungener Gig, bei dem sich aber aufgrund der leichten Hardcore-Schlagseite teilweise die Geister schieden. (E. M. P.)
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THE HAUNTED: Für mich beste Band des Abends. Hier stimmte so ziemlich alles. Super Lightshow, toller Sound, gute Songauswahl und dazu kommt noch, daß die Tracks des aktuellen, zweiten Albums, welches mich bislang noch nicht so recht begeistern konnte, live-mäßig viel besser als auf CD rüberkamen. THE HAUNTED sind an ihren Instrumenten mindestens genauso gut wie die zwei Bands vor ihnen; nur verzetteln sie sich nicht in krampfhaft komplizierten Songs(-strukturen) wie etwa THE FORSAKEN, ihr Material ist nachvollziehbar und geht relativ gut ins Ohr, was natürlich bei einer Live-Situation immer von Vorteil ist. Hier ging wirklich die Post ab! Toller Auftritt. Alles in allem sind THE HAUNTED zusammen mit THE CROWN die zwei einzigen wirklich herausragenden Bands dieser "New Wave Of Scandinavian Thrash Metal", die derzeit so stark im Wachsen ist.
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NILE sind einfach anders. Die vier Amis ziehen ihr eigenes Ding durch, was ihnen hoch anzurechnen ist. Sie klingen weder wirklich Ami-Death-mäßig noch schwedisch (das schon gar nicht), sondern dürften sich mit ihrem "Ägypten-Death Metal" (wenn ich es mal so bezeichnen darf) ihre eigene Nische geschaffen haben, in welcher sie so überzeugend agieren, daß alteingesessene Bands wie etwa MORBID ANGEL oder DEICIDE aufpassen müssen, daß ihnen nicht früher oder später von NILE der Rang abgelaufen wird. Und daß sie düsterer, bedrohlicher und dämonischer als 99,99999% aller Black Metal-Bands sind, weiß der Kenner ja schon seit dem Debut (remember: "Forget Satan, Nephren-Ka rules!"). So kreierten sie auch an diesem Abend eine unvergleichliche Atmosphäre, welche eine Gänsehaut nach der anderen beim Verfasser erzeugte, dies vor allem durch die gesampelten Übergänge zwischen den Songs, bei denen die ägyptische Komponente besonders gut zum Tragen kommt. Von den Bandmitgliedern glänzt ein jeder durch exzellente technische Fähigkeiten, besonders sticht aber Bassist/Hauptsänger Chief Spires durch seine Ausstrahlung, seine irgenwie an eine Mischung aus Steve Tucker (Ventilator!) und Jon Schaffer erinnernde Performance und seine fast schon unmenschlich kraftvollen und tiefen Growls hervor. Negativ ist aber zu bemerken, daß NILE fast keine Kommunikation mit dem Publikum betrieben, obwohl gleich drei Bandmitglieder für den Gesang zuständig sind und somit die Möglichkeit dazu hätten. Auch fiel mir das Verhalten von Gitarrist Carl Sanders negativ auf, der die Stagediver, die auf seiner Seite die Bühne enterten, eigenhändig und mit mürrischem Gesicht wieder zurückbeförderte. Lt. Aussagen der Band im nachfolgenden Interview haben NILE zwar nichts gegen Stagediver, aber ziemlich viele Effektgeräte auf dem Bühnenboden, die sie vor Zertrampelung schützen wollten - schön und gut, aber das hätte man dem Publikum doch auch auf verbale Weise klarmachen können, oder? (J. S.)
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