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SAVATAGE, BLAZE & VICIOUS RUMORS
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Wien, Planet Music
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02.02.2002
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Mit VICIOUS RUMORS, BLAZE und SAVATAGE rauschte da ein für Power Metaller wirklich mehr als ansprechendes Package durch die europäische Botanik. Fragen, wie nach der diesmaligen Verfassung der in den letzten Jahren mehrfach ins Trudeln geratetenen US Metal-Legende VICIOUS RUMORS oder wieweit die Integration der Neuzugänge bei SAVATAGE fortgeschritten ist, beschäftigten wohl so manchen Headbanger.
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Dank den Wiener Verkehrsbetrieben, genauer gesagt der sehr verspäteten Linie N, habe ich leider von meinen Göttern VICIOUS RUMORS nur mehr deren letzten Song "On the edge" zu hören bekommen. Diesen kann man allerdings als eine Packung, die sich gewaschen hat, bezeichnen und wenn die vorangegangenen 25 Minuten nur halb so gut waren, habe ich hier leider einen Killergig versäumt! Am Mikro stand übrigens wieder mein "Freund" Brian O´Conner, der mir noch von der Tour mit BLIND GUARDIAN aufgrund seines damaligen, sehr hardcoremäßigen Stageactings unangenehm in Erinnerung war. Ich muß aber meine Meinung über Brian fast zu 100% revidieren, denn bei "On the edge" war er fast nicht von seinem Vorgänger Carl "The Ace" Albert zu unterscheiden! Und außerdem scheint er begriffen zu haben, wie man sich als Sänger einer METAL-Band on stage zu benehmen hat. Der Rest der Band, allen voran Stehaufmännchen, Bandleader und Gitarrist Geoff Thorpe, erwies sich nicht als zusammengewürfelter Söldnerhaufen, sondern als homogene Einheit, die Seite an Seite ihren Schweiß für den Metal vergießt. Ich denke, in der Form haben VICIOUS RUMORS wohl noch einmal die Kurve gekratzt und darf mit ihnen wieder zu rechnen sein! Aufgrunddessen habe ich mich übrigens spontan entschlossen, auch dem nächsten Gig in Graz beizuwohnen.
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Blaze Bayley und seine Burschen waren dagegen leider nur ein laues Lüftchen. Ich frage mich, was BLAZE in dieser erschreckend schwachen Form auf dieser Tour verloren haben - alleine die Tatsache, daß eine Legende wie VICIOUS RUMORS den Kürzeren bei der Billingposition zieht, empfinde ich als eine Frechheit! BLAZE agierten viel zu bieder und zu brav und der Frontmann, der sich zwar redlich abmühte und wohl so einige Liter Schweiß in diesen 30 Minuten vergossen haben dürfte, konnte hier auch nichts mehr zum Guten wenden. Im Gegenteil, ein nicht unerheblicher Teil des Publikums fand Bayleys Gehopse und permanentes bzw. dann schon penetrantes Fan-Anfeuern eher peinlich. Der gute Mann hat sich übrigens auf der Tour einen bezeichnenden Spitznamen eingefangen: Monkey Man... Relativierend muß man allerdings sagen, daß die Partie mit einem anderen Opener als VICIOUS RUMORS wohl besser für die 5 Briten ausgegangen wäre.
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Nach METAL CHURCHs Meilenstein "The dark" als Umbaupausenmusik und QUEENs "The show must go on" als Intro - was den Amis von manchen Fans schlichtweg als Größenwahn ausgelegt wurde, aber die Einstellung der Band zum 11. September 2001 darlegen soll - legten SAVATAGE mit "Commissar" vom eher zwiespältigen aktuellen Album "Poets and madmen" in einer panzerbrechenden Lautstärke los. Und schlossen mit "Surrender" gleich noch einen 2. Track von selbiger Scheibe an. Hier zeigte sich gleich das, was ich eigentlich schon erwartet hatte, nämlich daß die Songs von "P & M" live deutlich besser kommen würden und genau das war der Fall. Z.B. konnte sich ein "Morphine child" problemlos zwischen früheren Klassikern behaupten. Für mich aber unverständlich, daß es sich Jon Oliva trotz erneuter stimmlicher Probleme wieder nicht nehmen ließ, selber zu singen, obwohl Zak Stevens-Nachfolger Damond Jiniya schon letzten Sommer am Mind Over Matter bewiesen hat, dass er problemlos in der Lage ist, den Mountainking hier 100% zu vertreten und damit auch zu entlasten. Stattdessen hängt dieser quasi gleich bei 2 Songs hintereinander in der Luft, tritt aber die Flucht nach vorne an, indem er pausenlos propellerbangt und das Publikum anfeuert. Dann aber einer der Höhepunkte des Abends: "Sarajevo", gefolgt von einem meiner SAVA-Lieblingssongs, "This is the time", wo Damond Jiniya das erste Mal seine große Klasse unter Beweis stellen kann und zeigt, daß er seinem Vorgänger Zak Stevens mindestens ebenbürtig ist. Darauffolgend stellen SAVATAGE - leider, muß man schon fast sagen - wieder mal ihre Liebe zu Medleys unter Beweis, diesmal eins aus vier Titelsongs:"Handful of rain", "Dead winter dead", "Wake of Magellan" (natürlich wieder ohne den Chor am Schluß...) und das bejubelte "Edge of thorns". "24 hours ago" haben SAVA ja schon für die Festivals letzten Sommer aus der Schatzkiste geholt, aber "Beyond the doors of the dark" - ebenfalls vom Metal-Klassiker namens "Hall of the mountainking" - ließ meine Kinnlade vor Unglauben fast bis in eine ausgerenkte Position fallen und bescherte mir eine Gänsehaut, die man wohl bis durch die Oberbekleidung gesehen hat. Auch hier ließ Oliva dem neuen Mann am Mikro den Vortritt, der das in ihn gesetzte Vertrauen vollauf rechtfertigte und sogar Jons verrückte Schreie originalgetreu rüberbrachte. Auch tat es wieder mal gut, die 2 stärksten SAVA-Balladen, nämlich "Strange wings" (welches mir schon vor 16 Jahren als liebeskummergequälten Teenager die Tränen über das pickelige Gesicht laufen ließ) und "When the crowds are gone" (welches wiederum von Jon glänzend über die Bühne gebracht wurde), live zu hören. Von letzterem wurde übrigens der Schlußpart in das ebenfalls dargebotene "Believe" in Kurzzitatform eingebaut. Aber noch eine zweite Medley-Station galt es zu passieren; hier wurden vom "Streets"-Album der Titelsong, das göttliche "Jesus saves" (eines der genialsten Riffs aller Zeiten! Criss Oliva rules!), "Tonight he grins again" und eben "Believe" in einen Topf geworfen. Das obligatorische "Chance", bei dem die neue SAVA-Mannschaft beim Chor aber noch nicht ganz eingespielt wirkte und der Part etwas "flach" rüberkam und natürlich "Hall of the mountainking" mit einer beeindruckenden Performance von Damond setzten dann den Schlußstrich unter zwei geniale Stunden von und mit SAVATAGE. In dieser Form sind die Amerikaner besser denn je!
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