SIX FEET UNDER & ASMODEUS
Graz, Orpheum
28.06.2001

Ich erwartete mir eigentlich nicht extra viel von diesem Konzert. So ähnlich schien das auch die Handvoll Fans zu sehen, die an diesem lauen Donnerstagabend ins Orpheum gekommen war - bei solchem Wetter sitzt man halt doch lieber im Schanigarten rum...
Die mittlerweile schon zweite Vorband (die erste hatte ich nicht gesehen, wie ich gestehen muß), ASMODEUS, bemühte sich redlich, mit ihrem Konglomerat aus nordisch angehauchtem Black Metal und gothischen Einschüben, versehen mit - wie konnte es anders sein - dem obligatorischen Frauengesang, das spärliche Häuflein vor der Bühne zu begeistern. So richtig gelang ihnen das freilich nicht, auch hier hatte es wieder einmal den Anschein, daß hauptsächlich die mitgereiste Verwandtschaft und eine Handvoll hardgesottener Fans mit ihrer Mucke etwas anfangen konnte. Sorry, aber das war nicht gerade ein weltberühmter Gig!
Man merkte, daß SIX FEET UNDER keine Unbekannten in der Szene sind, denn mit einem Schlag setzte ein echter Run auf die vorderen Plätze ein. Dann kamen auch schon die Musiker auf die Bühne, und als sich Frontshouter Chris "Rübezahl" Barnes blicken ließ, wurde er aber so richtig frenetisch bejubelt. Die Band knüppelte sich kompromißlos durch alle Standards ihrer bisherigen Scheiben, von denen mir bis heute noch ihr Debüt "Haunted" die liebste ist. Fact ist jedoch, daß Killer-Tracks wie "Knife, gun, axe", "Warmachine" oder " Beneath a black sky" zu keinem Zeitpunkt ihre Wirkung verfehlen. Außerdem kamen noch etliche Nummern ihrer Cover-Scheibe "Graveyard classics" zum Zug, wie zum Beispiel "Smoke on the water" (kennt wohl jeder) und "California über alles" (DEAD KENNEDYS), von denen aber "TNT" - im Original von AC/DC - deutlich den meisten Publikumszuspruch bekam. Nach drei Zugaben war schließlich Schluß.
Ein nettes Konzert, zugegebenmaßen nicht wirklich gut besucht - geschätzte 100 Leute alles in allem - doch für die hatte es sich allemal ausgezahlt.

M. W.