STRATOVARIUS, SYMPHONY X & THUNDERSTONE
Wien, Planet Music
24.04.2003

STRATOVARIUS - dieses Wort hat sich für mich mittlerweile zum Reizwort entwickelt, egal ob auf CD, live oder auch DVD. Die Megaseller haben zwar eine 2-jährige Pause (die eigentlich gar keine war, denn beide Timos haben in dieser Zeit Soloalben veröffentlicht und an anderen Projekten mitgewirkt) eingelegt, aber so wirklich geholfen hat das der Band nicht, aus dem kreativen Sumpf herauszukommen. Dafür durfte ich mich freuen, mit SYMPHONY X eeendlich eine meiner absoluten Lieblingsbands auf einer österreichischen Bühne begrüßen zu dürfen. THUNDERSTONE aus Finnland waren die dritten im Bunde - der Fakt, daß nur 3 Bands diesen Abend gestalteten, werte ich auch als Pluspunkt und muß ich wohl wiederum Nuclear Blast bzw. der Tour-Agentur hoch anrechnen, denn von den in den letzten Jahren "beliebt" gewordenen Monster-Tour-Trossen mit 4 Bands aufwärts habe ich schon längst genug. Geht das eigentlich auch anderen so, oder werde ich wirklich schön langsam alt?!
Die Letzterwähnten waren leider schon mitten in ihrem Gig, als ich das Planet betrat. Aber dennoch konnte ich mir während der verbleibenden 4 oder 5 Songs einen recht guten Eindruck von den Fähigkeiten der finnischen Youngsters machen. Ich muß gestehen, daß ich mich mit dem ca. vor einem Jahr erschienenen selbstbetitelten Debut der Band fast gar nicht befaßt habe, aber das Dargebotene rechtfertigt eigentlich die Nachholung des Unterlassenen. Musikalisch befinden sich THUNDERSTONE meiner Meinung nach irgendwo in der Mitte zwischen den beiden nachfolgenden Bands, ohne aber an deren musikalischen Fähigkeiten (überhaupt, was SYMPHONY X betrifft) heranreichen zu können. Aber die Band ist - wie gesagt - noch jung und hätte durchaus das Zeug zu Höherem. Sänger Pasi Rantanen muß ich besonders hervorheben, da dieser über ein äußerst kraftvolles und virtouses Organ verfügt, mit dem er sich nicht einmal hinter einem Russell Allen verstecken muß.
Und dann war es soweit: Mit SYMPHONY X betrat wohl eine der unterbewertetsten Bands überhaupt die Bretter des Planet Music. Und bewiesen ab der ersten Note, daß sich dies ganz schnell ändern MUSS. 5 Vollprofis, die mit ihrer musikalischen Darbietung ein ums andere Mal die Kinnladen der anwesenden Musiker gen Boden klappen ließen und zudem noch Spaß an der Sache haben, teilten sich hier die Bühne und rissen das Publikum zu Begeisterungstürmen mit, mit denen ich auf keinen Fall gerechnet hätte. Dazu muß man auch anmerken, daß hierfür wohl eine Schar SYMPHONY X-Fanatiker aus dem ehemaligen Ostblock hauptverantwortlich zeichnete, die alle(!) Songtexte auswendig kannte und aus vollem Halse mitgröhlte. Die Amis spielten einen recht guten Querschnitt aus ihren aktuelleren Alben und legten lobenswerter Weise den Schwerpunkt auf das "Divine wings of tragedy"-Opus, von dem "Out of the ashes", "Sea of lies" und das göttliche "Of sins and shadows" - welches noch dazu als letzter Song eingesetzt wurde und somit den krönenden Höhepunkt des SYMPHONY X-Gigs darstellen konnte - dargebracht wurden.
Nach dieser Göttergabe war für mich der Abend eigentlich vorbei, aber rein interessehalber verblieb ich noch vor Ort, um mich zu überzeugen, ob ich mit meinen Vorurteilen gegen die "pausierten" STRATOVARIUS recht hatte oder nicht. Nach den ersten beiden Songs wurde leider Gewißheit, was ich vermutet hatte: STRATOVARIUS machen genau da weiter, wo sie vor 2 Jahren aufgehört haben. Vorhersehbar, steril & langweilig. Nein danke. Und tschüß.

J. S.