PLENTY SUFFERING, ASMODEUS, IMPURITY, SANGUIS & EMPYRE
Wien, TüWi
13.04.2001

Als Freundin des Undergrounds galt es für mich natürlich, am Karfreitag dem TüWi einen Besuch abzustatten, da die vier Steirer-Bands nicht allzu oft in Wien spielen. Die Anfahrt in diese mir bislang unbekannte Location gestaltete sich leichter als erwartet, jedoch schien das Interesse beim Wiener Publikum nicht gar so groß zu sein, nur an die 60 Gestalten warteten auf den Beginn dieses vielversprechenden Abends.
Mit einer kleinen Verspätung betraten EMPYRE, die einzigen "Nicht-Steirer", die Bühne. Sänger Andi entschuldigte sich nochmals für die technischen Probleme und so legten die Vier auch gleich los. Leider waren diese Mängel aber noch immer nicht beseitigt, so war der Sound beim ersten Song mehr als grauenhaft, da fast nur das Schlagzeug zu hören war. Glücklicherweise änderte sich das bereits bei der zweiten Nummer, so konnten EMPYRE nun beginnen, alles in Grund und Boden zu dreschen - und dies taten sie mit einer Souveränität, die es ihnen nicht anmerken ließ, daß dies erst ihr zweiter Auftritt war. So wurden natürlich die Songs ihres neuen Demos, und, wie bereits beim letzten Mal, "Deathcrush" von MAYHEM dargeboten. Da aufgrund der Verspätung die letzten Nummern gestrichen werden sollten, sprach Andi ein paar Worte gegen die "Beschneidung" der Band und so setzten EMPYRE ihr AT THE GATES Cover "Blinded by fear" direkt an den letzten Song an, welch kluger strategischer Zug. ;-) Auf jeden Fall ein gelungener Gig, auch wenn der Sound nicht so ganz mitspielen wollte, von EMPYRE werden wir in Zukunft wohl noch einiges hören.
Von den nachfolgenden SANGUIS hatte ich bislang eigentlich wenig positives gehört, doch nach einigen Riffs mußte ich erkennen, daß man sich wohl nie nach den Meinungen der anderen richten darf. Denn den rohen, kalten Black Metal im Stile von DARKTHRONE findet man ja heutzutage immer seltener - umso mehr freut es dann ein schwarzes Herz, wenn das Dargebotene auch noch so ausgereift klingt, wie es bei SANGUIS der Fall war. Lediglich die diversen Klischeebilder wirkten auf mich störend, geben doch Ansprachen mit den Worten "Dominus Satanas Luzifer" wohl eher einen lächerlichen, als einen bösen Ton ab. Trotzdem war ich vom Auftritt nur positiv überrascht. Schön, daß es in der heutigen Zeit noch Bands gibt, die dem alten Stil treugeblieben sind und ihn auch gut umsetzen können. (D. E.)
Sorry, von IMPURITY hat irgendwie keiner so richtig was mitbekommen - Burschen, das soll jetzt nicht heißen, daß Ihr nichtssagend gewesen seid, aber bei Eurem Auftritt hatte irgendwie jeder was anderes zu tun, ich z.B. mit der Kassa... Sorry nochmal. (J. S.)
ASMODEUS haben mich ja bereits mit ihrem Demo begeistert, so freute ich mich natürlich wahnsinnig, die vier Grazer wieder live beäugen zu können - und diese Freude bewährte sich. Irgendwie wirkte das eher winzige TüWi nicht mehr so klein, man fühlte sich wie auf einem Konzert der größeren Sorte. So verwandelten ihre Songs wie "Forlorn in distress" oder "My inner darkness" zumindest die ersten Reihen in eine Schar bangender Köpfe. Sänger Desdemons Stimme, die zwischen Kreischen, Brüllen und Sprechen variiert, gab der Musik dann noch einen ganz besonderen Touch, eine Atmosphäre, die es live nicht allzuoft zu genießen gibt. Die Zuschauer wußten der Band zu danken und ließen sie nicht ohne Zugabe gehen, so folgte der, meiner Meinung nach, beste Song "Embers Of Aeon", um den Fans den Rest zu geben. Der Abend zeigte wieder einmal, daß es auch in Österreich Bands gibt, die den langsam aussterbenden derben Black Metal so rüberbringen, wie es sich gehört. Vergeßt DARK FUNERAL live (das tun wir ja sowieso, gähn. - J. S.) - ASMODEUS an ihre Stelle!
PLENTY SUFFERING genossen den Part der Headliner des Abends, der ihnen auch sicherlich gerecht war, hatte ihr Demo doch in sämtlichen Magazinen ausgezeichnete Bewertungen bekommen. Mir persönlich jedoch ist ihre Musik einfach zu nichtssagend und oberflächlich, so sah ich mir die Performance aus guter Entfernung an. Anfangs sah es so aus, als ob der Keyboarder nur eine Art Statistenrollen belegen würde, denn vom Sound seines Instruments hörte man genau nichts, doch wurde dieses Problem im Laufe des Sets gelöst. Musikalisch kann ich PLENTY SUFFERING ja nichts vorwerfen, ihren Death/Black/Thrash Metal präsentierten sie äußerst gekonnt, doch konnte ich mir das Gähnen nicht verkneifen, die Songs klingen doch irgendwie alle gleich. Zum Glück für die Band war das restliche Publikum da anderer Meinung, und so wurden die Sechs regelrecht abgefeiert. (D. E.)
Ein durchaus gelungener Abend mit begabten Bands! Schade, daß nicht mehr Leute die Chance wahrgenommen haben, diese zu sehen. (D. E.)

D. E. & J. S.