TOTAL FUCKING DESTRUCTION & GROINCHURN
Wien, Arena Beisl
02.09.2001

Man mag es nicht glauben, dass es im Zeitalter des Verkaufs und der Geldgier noch Gratiskonzerte gibt, aber GROINCHURN und TOTAL FUCKING DESTRUCTION bewiesen, daß Musik nichts kosten muß und spielten im Arena Beisl völlig umsonst auf. Traurig war aber, daß dennoch nur etwa 50 Leute den Weg in das kleine Lokal gefunden haben, wobei das Publikum zu 40% aus den quasi ortsansässigen Punks bestanden hat.
Mit etwas Verspätung betraten dann GROINCHURN die Bühne. Die Partie aus Südafrika war ja erst vor Kurzem in Wien zu sehen gewesen und hatte dabei wohl auch einige neue Fans dazugewonnen. Mir persönlich gefällt der sehr hardcorelastige Grindcore nicht wirklich, da ich mit groovigen Parts nicht viel anfangen kann, aber live haun sie wirklich voll auf die Fresse! Der Gitarrist hüpfte über die mickrige Bühne wie ein Gummiball und auch sonst merkte man den Dreien an, daß sie völlig in ihrem Element stecken. Nach knapp 45 Minuten beendeten sie dann ihren Set, um für TOTAL FUCKING DESTRUCTION Platz zu machen.
Die Headliner des Abends setzen sich aus Ex-Members von BRUTAL TRUTH zusammen und machten alleine durch ihr außergewöhnliches Merchandisingangebot Lust auf mehr. Oder habt Ihr je eine andere Band gesehen, die sich ihr Bandlogo auf einen String-Tanga drucken läßt? Auffallend war zuallererst das sehr minimalistische Schlagzeug: Mit lediglich einer Snare, einer Bassdrum, einer Hi-Hat und 2 Becken hätts wohl kaum weniger sein können. Nachdem die Band sich mit Hilfe einer umfunktionierten Red Bull-Dose "aufgewärmt" hatten, gings dann auch schon los mit Zerstörung pur. Der Part des Sängers wurde gleich auf alle drei Mann aufgeteilt, was ziemlich genial klang, da jeder von ihnen einen sehr eigenen Stil hat, und wer glaubt, daß der Drummer aufgrund des Drumkits sehr eingeschränkt war, wurde eines besseren belehrt: So drosch er gnadenlos auf seine Snare ein, wobei er trotz allem erstaunlich technisch ans Werk ging. Die Partie bot einfach Grindcore vom feinsten, wobei die Herren an den Saiteninstrumenten schon reichlich bedient waren und somit diverse Mikroständer umgeschmissen haben - und das nicht wirklich mit Absicht. Nach einer knappen Stunde und in etwa 22 Songs forderten die Leute dann noch eine Zugabe, die zuerst mit den Worten "Sorry, we are so stupid, we don’t know more songs" verweigert wurde. Doch konnten TOTAL FUCKING DESTRUCTION dann die Rufen der Leute doch nicht so einfach ignorieren und so wurde noch eins draufgesetzt.
Und somit bleibt mir nur noch, zu sagen, daß die Band dem Namen alle Ehre gemacht hat: An event of TOTAL FUCKING DESTRUCTION.

D. E.